Britische Regierung rekrutiert Stasi-Spitzel, die ihre Nachbarn anschwärzen sollen

Sie bezahlen bar und legen Wert auf Ihre Privatsphäre? Dann sind Sie ein Terrorist

Paul Joseph Watson, Prisonplanet.com, 11.03.2010

In einem neuen Radiospot der Regierung, der kürzlich auf einem der beliebtesten britischen Radiosender lief, wird für eines geworben – Angst. Die Londoner werden dazu ermutigt ihre Nachbarn als Terroristen zu melden, wenn diese Bargeld benutzen, ihre Privatsphäre genießen und sogar, wenn sie nur ihre Vorhänge zuziehen.

In der Radiowerbung, die in Zusammenarbeit mit dem nationalen Radiokanal TalkSport produziert wurde, wirbt man für eine „Anti-Terroristen Hotline“. Die Menschen werden ermutigt Personen zu melden, die nicht viel mit ihren Nachbarn reden, gerne für sich alleine sind, ihre Vorhänge zuziehen und keine Kreditkarten benutzen.

„Das alleine hat nichts zu bedeuten, aber zusammengenommen könnte es Ihnen verdächtig erscheinen.“ so die Stimme in der Werbung, die dann weiter ausführt: „Bei der Bekämpfung des Terrorismus haben wir alle eine Aufgabe zu erfüllen.“ (wir sind alle als Stasi-Informanten für die Regierung verpflichtet worden).

„Wenn Sie jemanden Verdächtigen sehen, rufen Sie die vertrauliche Anti-Terroristen Hotline an…wenn sie es für verdächtig halten, melden sie es.“ endet die Radiowerbung.

Hier können Sie sich die Werbung anhören:

Ja, das ist richtig, wenn Sie versuchen keine Schulden zu machen, indem sie sich keine Kreditkarte anschaffen, dann handelt es sich bei Ihnen offenkundig um einen Kandidaten für einen Bombenanschlag.

Wenn Sie Fernsehen schauen oder am Rechner arbeiten und dabei die Vorhänge zuziehen, damit die Sonne nicht auf den Bildschirm fällt, dann agieren Sie wahrscheinlich im Auftrag von Osama bin Laden.

Wenn Sie eher davon Abstand nehmen, dass ihre gesamte Nachbarschaft die Nase in Ihre Angelegenheiten steckt, dann könnten Sie gerade planen Flugzeuge zu entführen um sie in Gebäude stürzen zu lassen.

Natürlich muss der schiere Wahnwitz dieses Werbespots nicht im Detail erklärt werden. Das am meisten Beunruhigende daran ist jedoch die dahinterliegende Botschaft, dass die Regierung versucht der Öffentlichkeit die Anschauung aufzuzwingen, Jeder habe die Verantwortung als Bürgerspion zu handeln, als Stasi-Informant für den Staat zu arbeiten und jeder stehe unter ständiger Überwachung, ganz egal, wie offenkundig freundlich das Verhalten der Person auch sein mag.

Das hat überhaupt nichts damit zu tun nicht existierende Terroristen zu fangen, sondern es geht ausschließlich um die Schaffung der Wahrnehmung, dass Jeder, der versucht auch nur ein wenig außerhalb des Systems zu leben, indem er beispielsweise keine Kreditkarte hat, ein möglicher Ruhestörer der Schafe ist, die sich dafür entschieden in den Eingrenzungen ihres Stalls zu bleiben.

Es geht hier darum die Gefangenen dazu zu bringen jeden anderen Häftling zu überwachen, der es wagt sich außerhalb der Grenzen seiner Zelle aufzuhalten.

Ein weiterer Aspekt ist der sich zunehmend beschleunigende Versuch eine bargeldlose Gesellschaft zu schaffen, in der jede Transaktion nachverfolgt und aufgezeichnet wird. Um das Bargeld abzuschaffen, muss es erst einmal als verdächtig, dreckig und kriminell dämonisiert werden.

Menschen, welche diese Internetseite lesen, werden wissen, dass wir die Entwicklung dieser Art von Kampagnen mit zunehmendem Erschrecken nachverfolgen und entsetzt sind von dessen Ähnlichkeit mit den dunkelsten Tagen des stalinistischen Russlands und Nazideutschlands.

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Ähnliche dem vorangegangene „Anti-Terror-„Kampagnen beinhalteten Poster, die nahelegten, dass Menschen die Beitragserstattungen erhalten, in Apartments leben oder Kleinbusse fahren, gemeldet werden sollten. Klingt das unglaublich? Ja, es ist wahr – die Londoner Metropolitan Police hat aktuell eine Kampagne, bei der die Menschen dazu ermutigt werden Personen als potentielle Terroristen zu melden, weil sie eine Wohnung haben. Dies läuft unter dem Slogan: „Terroristen benötigen Orte, wo sie leben können. Hegen Sie einen Verdacht gegenüber Ihren Mietern oder Nachbarn?“

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Eine jüngere Kampagne ermutigt Bürger den Inhalt der Mülltonnen Anderer zu durchsuchen, alles Verdächtige zu berichten und Personen zu verpfeifen, die einen Blick auf die Millionen von Überwachungskameras werfen, welche jede größere Straße des Landes säumen. Das Zurückstarren auf Big Brother ist laut der britischen Regierung ein Zeichen des Terrorismus. Menschen, die Handys, Kameras und Computer benutzen, wurden als mutmaßliche Terroristen bezeichnet.

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Während Amerika und Großbritannien immer tiefer den Zustand militarisierter Polizeistaaten hineinrutscht, fängt die Gesellschaft damit an immer mehr Aspekte von Nazideutschland zu übernehmen, besonders dahingehend, dass Bürger gegeneinander aufgehetzt werden, was wiederum ein Klima der Angst und das einschränkende Gefühl, Jeder wird jederzeit beobachtet, schafft.

Es ist ein gewöhnliche Fehleinschätzung von Nazideutschland, dass es sich bei dem Polizeistaat ausschließlich um eine Erfindung der Behörden handelte und die Bürger lediglich die Opfer waren. Im Gegensatz zu dieser Annahme zeigen die Gestapo-Akten, dass 80% aller Ermittlungen der Gestapo als Reaktion auf Informationen eingeleitet wurden, die von Denunziationen „gewöhnlicher“ Deutscher herrührten.

„Es gab relativ wenig Geheimpolizei und der überwiegende Teil arbeitete einfach die eingehenden Informationen ab. Ich bin auf eine schockierende Tatsache gestoßen. Es war nicht die Geheimpolizei, die für diese weitreichende Überwachung verantwortlich war und sich hinter jeder Straßenecke versteckte. Es waren gewöhnliche Deutsche, die ihre Nachbarn meldeten.“ schreibt Robert Gellately von der Florida State University.

Gellately fand heraus, dass die Menschen, die ihre Nachbarn meldeten, dies hauptsächlich aus banalen Gründen taten – „Gier, Neid und belanglose Differenzen“, aber nicht aus begründeter Sorge über eine Straftat oder um die Sicherheit.

Gellately „fand Fälle, wo Geschäftspartner ihre Partner übers Ohr hauten um die alleinige Eigentümerschaft zu erlangen; neidische Jungs rivalisierende Mitverehrer ihrer Mädchen meldeten; Nachbarn ganze Familien verrieten, die ständig das Bad unsauber verließen oder begehrte Wohnungen belegten…Und dann gab es Jene, die Bescheid gaben, weil es das erste Mal in ihrem Leben war, dass ihnen ein Verantwortlicher zuhören würde und schätzte, was sie zu sagen hatten.“

Gellately hebt die Tatsache hervor, dass die Deutschen, die Behörden auf ihre Nachbarn ansetzten, sich über die Konsequenzen für die Opfer genau im Klaren waren – auseinandergerissene Familien, Folter und Inhaftierung in Konzentrationslagern und in vielen Fällen schließlich der Tod – sie es dennoch mit nur geringen Bedenken taten, weil sie für sich die ausgesetzten Belohnungen oder bloße Annehmlichkeiten als wichtiger erachteten.

Das sind die Wurzeln des Eigensinns und kindischen Verlangens, welche die Regierung versucht dergestalt zu manipulieren, dass man die Menschen dazu bekommt ihre Nachbarn zu melden. Das Gefühl eigener Wichtigkeit, angehört zu werden, das vorübergehende Gefühl von Macht und die kultische pawlowsche Belohnung von Jemanden in Uniform, bildlich gesprochen, auf die Schulter geklopft zu werden, sind alles Neigungen, die bei derartigen Kampagnen eine Rolle spielen.

Wenn wir nicht in einer Gesellschaft enden wollen, die in einem ständigen Zustand der Tyrannei und Angst lebt – wie in Stasi-Ostdeutschland oder im stalinistischen Russland – müssen wir jedoch begreifen, dass es sich bei unseren Nachbarn nicht um unsere Feinde handelt und die einzig wirkliche Bedrohungen, gegen die wir uns vereinen müssen, ein repressiver Staat ist, der versucht uns zu zerstören, indem er uns gegeneinander aufwiegelt.

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