Armstrong: 22.03.2013 markiert das Ende der US-Ära

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 21.03.2013

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Grunde gesagt, dass sie nicht bereit ist, die Bereitstellung von Notkrediten an zypriotische Banken über Montag hinaus zu garantieren, sollte bis dahin keine Rettungsvereinbarung vorliegen. Das ist einfach nur atemberaubend, weil der 22.03.2013 das Ende der US-Ära ist, da dieses Datum den Höhepunkt des politischen Einflusses der USA markiert.

Zypern wird nun dazu gezwungen, Russland mit ins Boot zu holen, und es wird eine außerordentlich interessante Trendwende sein. Auf der Staatsschuldenkrise-Konferenz [letztes Wochenende] hatte ich gesagt, dass ich erstaunt wäre, wenn genau am Zieldatum etwas stattfinden würde. Und es sieht ganz so aus, als wäre das genau das Ereignis, das gleichzeitig auch den Aufstieg Russlands auf die Weltbühne markiert. Es könnte wie die Ermordung des Erzherzogs Ferdinand sein, mit der der Erste Weltkrieg seinen Anfang nahm.

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Über die Genauigkeit des Economic Confidence Model ist niemand erstaunter als ich selbst, da es sogar – ausgehend vom Höhepunkt der Welle im Sommer 1998 – die Terroranschläge vom 11.09.2001 auf den Tag genau vorhergesagt hat. Das war auch erstaunlich. Zufälle sind das eine – aber wenn die Welle bestimmte Tage viele Jahre im Voraus hervorhebt und es dann tatsächlich auch so kommt, ist niemand so verblüfft darüber wie ich selbst.

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Wir haben die 8,6 Jahre andauernde Welle vom Beginn der Staatsschuldenkrise, die in Griechenland ihren Anfang nahm, neu berechnet. Bei dem ersten Hoch nach 2,15 Jahren kamen wir genau auf das Datum, wo sich Spanien um ein Rettungspaket bemühte. Die Genauigkeit dieser Welle im Hinblick auf wirtschaftliche und geopolitische Ereignisse legt nur eine mögliche Erklärung nahe: Hinter den [scheinbar chaotischen] Handlungen der Menschen verbirgt sich eine unglaubliche Ordnung. Vielleicht sind wir ja hier auf die ultimative Quelle gestoßen, nach der alle gesucht haben – auf die Große Vereinheitlichende Theorie.

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Auf der Staatsschuldenkrise-Konferenz sprachen wir darüber, dass Zwangsanleihen der nächste Schritt sein würden. Noch bevor ich damit fertig war, hatte die EZB bereits vorgeschlagen, das Geld einfach von den zypriotischen Bankkunden zu stehlen.

Aber die gesamte Zypernkrise hat so viele Implikationen – und dadurch, dass die EZB den Zyprioten jetzt ein Ultimatum gegeben hat, wurde die Saat für unglaubliche Bürgerunruhen am Montag gelegt. Am Mittwochnachmittag, nachdem das zypriotische Parlament den Eurozonenplan abgelehnt hatte, mit dem eine Zwangsabgabe auf alle zypriotischen Bankkonten erhoben werden sollte, war es auf den Straßen von Nikosia gespenstisch ruhig.

Die EZB und die Europäer sind einfach nur gehirnamputiert. Sie würden Europa eher in Fetzen zerreißen, als sich einzugestehen, dass die Schaffung des Euros ein Reinfall gewesen ist.

Der Mangel an Weitsicht in Europa veranschaulicht, dass die Verschwörungstheoretiker den politischen Entscheidungsträgern zu viel Wissen zugestehen und deren Intelligenz massiv überschätzen. Wenn man nur einen Hammer im Werkzeugkasten hat, sieht auf einmal alles aus wie ein Nagel. Die Europäer bereiten hier gerade ihren eigenen Niedergang vor.

Und es geht hier nur um rund EUR 6 Milliarden, die mit der Abgabe eingezogen werden sollten. Die EU-Vertreter haben in aller Öffentlichkeit erklärt: Entweder ihr zahlt eure Rechnungen oder ihr geht! Der zypriotische Finanzminister Michalis Sarris erklärte am Donnerstag gegenüber Reportern, dass sein Land nicht auf zusätzliche Kredite aus sei, sondern stattdessen Investments im Bankwesen und dem Erdgassektor vorziehen würde. Russland wäre komplett gehirnamputiert, würde es hier nicht energisch auf den Zug aufspringen und sich seinen langersehnten Warmwasser-Hafen besorgen.

Niemand ist schockierter als ich, dass es ganz so aussieht, als würde ein bedeutendes Ereignis eines 224-Jahreszyklus auf den Tag genau stattfinden.

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