Panikabverkauf: Gold verbucht größten Verlust aller Zeiten

Propagandafront.de, 17.04.2013

Gold brach am Montag von USD 1.489,95 auf USD 1.351,69 pro Unze ein. Dieser Preisrückgang von USD 138,26 pro Unze ist der größte Tagesverlust aller Zeiten. Aus prozentualer Sicht war ein derartiger Preisrückgang das letzte Mal 1983 zu beobachten.

Innerhalb von zwei Handelstagen ist Gold um 13,31% gefallen, was von seinem kleinen Bruder Silber mit einem Rückgang von knapp 18% noch getoppt wurde. Das vorläufige Goldpreistief wurde am Dienstag mit einem Kassapreis USD 1.321,77 pro Unze erzielt – so billig war Gold das letzte Mal im Januar 2011. Silber fiel in der Spitze bis auf USD 22,01 pro Unze und war damit so billig wie letztmals im Oktober 2010.

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Netdania.com – Panikabverkäufe: Dollar-Goldpreis auf Tagesbasis. Zum Vergrößern anklicken.

Die Meinung der ernstzunehmenden Analysten geht weit auseinander. Einige sind der Auffassung, dass jetzt bereits ein idealer Zeitpunkt ist, um Edelmetalle nachzukaufen, andere sind der Auffassung, dass sich Gold und Silber immer noch in der Gefahrenzone befinden und die Korrektur noch nicht abgeschlossen ist.

David Franklin von Sprott Asset Management geht davon aus, dass das jetzige Preisniveau bereits wieder zum Kauf einlädt. Er schrieb am 15.04.2013:

„Die jüngsten Goldpreisbewegungen können nur als ´Panikverkäufe` beschrieben werden. Die Geldmanager und altgedienten Trader wissen, dass, setzt eine Panik ein, wo die Märkte mit raschen Kursbewegungen beginnen, die ´Investment`-Logik unter den Tisch fällt und das Geld dann nur in eine Richtung fließt ….

Bei dem jüngsten Abverkauf wurde der Goldmarkt von allen Seiten durch Meldungen und Ereignisse, die eine bedeutende Liquidierung an der Comex und bei den Gold-ETF-Märkten zur Folge hatten, unter Beschuss genommen.

Das erste Ereignis war ein Bericht von Goldman Sachs, wo der Goldpreisausblick abgesenkt wurde, was man mit der schwachen Preisperformance des gelben Metalls während der Zypern-Krise und einer neuen Welle an enttäuschenden US-Wirtschaftsdaten begründete …

Dann legte Mario Draghi am Freitag nahe, dass der Verkaufserlös zypriotischer Goldreserven im Wert von EUR 400 Millionen genutzt würde, um mögliche Verluste bei den EZB-Notfallkrediten für zypriotische Banken abzudecken. Weiterer Verkaufsdruck entstand durch das Protokoll des jüngsten Treffens des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, aus dem hervorgeht, dass es unter den Fed-Gouverneuren Uneinigkeit bezüglich der Zukunft der quantitativen Lockerungsmaßnahmen gibt. George Soros änderte seine Meinung bezüglich Gold und erklärte, dass ´Gold als sicherer Hafen vernichtet wurde.`

Freitagmorgen legten Meldungen nahe, dass eine große Investmentbank eine Verkaufsorder über 124,4 Tonnen getätigt hätte, was die Märkte verschreckte und den Rückgang einleitete. Bei den börsennotierten Goldfonds – die vor zwei Jahren noch zu den Lieblingen der Anleger gehörten, nun aber ein Trade zu sein scheinen, der sich nicht mehr lohnt – kam es zu großen Abflüssen. Im Ergebnis setzte eine Panik ein und der Goldmarkt musste rasch kapitulieren.

Wir haben das schon einmal erlebt. Denken Sie mal an 2008. Zu dieser Zeit wurde uns gesagt, dass es keinen Grund mehr gäbe, jetzt noch Gold zu besitzen, Gold kein sicherer Hafen mehr sei und sein Bullenrun zu Ende wäre. Na, kommt Ihnen das bekannt vor?

Der Hauptgrund, warum Gold bei der damaligen Panik einbrach, war, weil die Anleger auf der Suche nach sicheren Häfen in den US-Dollar, anstatt in Gold gingen, was für die größte Dollarrally aller Zeiten sorgte. Gold erholte sich dann wieder von seinen Abverkäufen und kletterte auf neue Allzeithochs.

Was haben wir in 2008 gelernt? Wir haben gelernt, dass es ein Fehler ist, Gold zu verkaufen, wenn es aus der Mode kommt und auf einem Tief notiert. Wir sind der Auffassung, dass der beschleunigte Rückgang, den wir im ersten Quartal 2013 sahen, auf eine ähnliche Kapitulationsphase deutet, da die Anleger vorübergehend aus ihren Goldinvestments gehen.

Ungeachtet all der kurzfristigen Schmerzen, die die Preisentwicklung verursacht hat, sehen wir diesen Abverkauf als eine Möglichkeit … Die makroökonomischen Aspekte, die für Gold sprechen, sind so stark wie nie zuvor, und die Anlegerstimmung hat nun ein negatives Extrem erreicht. Geduld wird belohnt werden; wir haben das alles schon mal gesehen.“

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Netdania.com – Goldpreis auf Monatsbasis in US-Dollars. Zum Vergrößern anklicken.

Die Korrekturphase bei Gold und Silber hat es in der Tat in sich. Seit Beginn dieses Jahres ist Gold um 19% und Silber um 25% im Preis zurückgegangen.

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Stockcharts.com – Prozentuale Entwicklung von Gold und Silber auf Dollarbasis in den letzten 12 Monaten. Zum Vergrößern anklicken.

Der Zykliker Martin Armstrong rechnet damit, dass die aktuelle Korrekturphase noch nicht abgeschlossen ist und die Metalle immer noch auf der Suche nach einem Tief sein dürften. Laut Armstrong wird die finale, explosive Bullenmarktphase bei Gold und Silber ab Herbst 2015 eingeleitet. Zur aktuellen Preisentwicklung merkt Armstrong an:

„Die traditionellen Gold-Promoter warten jetzt mit einem Großangebot auf und behaupten, hier fänden Manipulationen statt. Und das beste Argument von allen: Derartige Abverkäufe finden immer statt, wenn die Goldminenaktien drastisch einbrechen. Das sind alles Ausreden, um zu erklären, warum sie danebenliegen und niemals ´verkaufen` sagen. Das ist eine reine Verkaufsmasche – mit Analyse, die auf unvoreingenommenen Nachforschungen beruht, hat das nichts zu tun.

Eine Manipulation findet immer in einem einzelnen Markt statt – nicht in einem ganzen Sektor. Ich habe meine Kunden regelmäßig gewarnt, dass ´sie wieder zurück sind`, um einen bestimmten Markt zu manipulieren.

Bei der Buffett-Silberrally brachen die Lagerbestände in New York City drastisch ein, und man wartete mit einem Großangebot auf, um zu behaupten, dass Silber mindestens auf USD 100 pro Unze explodieren würde, weshalb man sich beeilen müsste und kaufen sollte. Sie hatten das Silber aber einfach nur nach London geschafft und Tausende davon überzeugt, in den Markt zu stürmen und den Banken das Hoch von USD 7 pro Unze abzukaufen. Die Banken bekamen ihren orchestrierten Trade, strichen ihre Boni ein und machten ein Vermögen, und der Durchschnittsinvestor, der immer wieder auf diese Promoter hereinfällt, verliert dabei jedes Mal sein letztes Hemd.

Und dann gab es auch noch die Platin-Rally. Ja Junge, du beeilst dich besser und steigst ein, bevor nichts mehr da ist! Sie schmierten russische Regierungsvertreter, damit sie ihre Bestände zurückziehen, und ließen den Markt im Anschluss crashen, nachdem sie die Öffentlichkeit zuvor in den Markt gelockt hatten. Ja sie machten das sogar mit Rhodium.

Selbst Solomon Brothers wurde dabei erwischt, wie sie US-Staatsanleiheauktionen manipulierten. Und was ist mit dem LIBOR-Skandal? Warum predigen diese Scharlatane immer ´kaufen`, ´kaufen`, ´kaufen` und scheren sich nie darum, wie viele Leben sie damit schädigen? Für mich hört sich das nach Bankern an.

Es gibt immer eine Zeit, um zu kaufen, und eine Zeit, um zu verkaufen! Vergessen Sie den Unsinn, man soll kaufen und auf immer und ewig halten. Und die Bestände an der Comex steigen bei hohen Preisen und gehen mit sinkenden Preisen wieder zurück. Da ist nichts weiter dabei!

Wir haben es hier aber nicht mit einem isolierten Preisrückgang von Gold zu tun. Das wäre eine Manipulation. Wenn sich aber alle Märkte der Branche verändern, sorry, dann haben wir es mit einer Trendwende zu tun. Wir versuchen hier die globale Kernschmelze zu überleben. Darüber müssen wir uns Sorgen machen. Und das ist weit größer als Gold.

Beim Juni-Kontrakt erreichte Gold einen Preis von USD 1.404,20 pro Unze und sank daraufhin am Nachmittag – nicht in der Lage, sich über der Marke zu halten – auf USD 1.362,50 pro Unze unter die … monatliche Breakline von USD 1.365 pro Unze. Wir haben jetzt eine Pause von 17,2 Tagen.

Bei dem Preisbereich von USD 1.477 pro Unze bildet sich derzeit ein bedeutender Widerstand aus. Gold fiel in der Spitze auf USD 1.321,50 pro Unze, und das liegt nahe an der nächste Umkehrmarke von USD 1.310 pro Unze. Sie halten sich besser gut fest. Die Volatilität wird schon bald zurückkehren.“

Armstrong geht davon aus, dass der Goldbullenmarkt nach 13 Jahren ganz einfach reif für eine Korrektur war. Im schlimmsten Falle könnte Gold bis auf USD 900 pro Unze fallen, bevor sich das gelbe Metall erneut in Richtung neuer Allzeithochs aufmacht:

„Es gibt eine einfache Erklärung [für den Preiseinbruch bei Gold]; der Markt stieg über 13 Jahre hinweg, und nach solch einem Run erfolgt immer eine Korrektur, weil alle bis zur Halskrause vollgeladen sind und sich ihre Gewinne bei USD 30.000 pro Unze ausrechnen, es aber einen Mangel an neuen Käufern gibt. Das war dasselbe 1980 und sogar beim Nikkei 1989. Wenn man extrem bullisch ist, glaubt man, dass es nie eine Korrektur geben könnte.

Märkte brechen immer viel schneller ein, als sie steigen, weil jeder, der jemals daran dachte, zu kaufen, bereits gekauft hat. Den Gold-Promotern gingen die neuen Käufer aus, die sie überzeugen und denen sie predigen konnten: Kaufe, kaufe, kaufe – und wo du gerade dabei bist, kauf noch mehr! Verdammt noch mal – verkauf dein Haus und kauf noch mehr!

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Die Grafik zeigt, dass die Abflüsse aus den börsennotierten Goldfonds Anfang dieses Jahres begannen und dann im Februar richtig an Fahrt aufnahmen. Es fand eine massive Liquidation bei den „Longs“ statt, die einfach keine Lust mehr hatten. Das hat nicht mit einer Verschwörung zu tun. Wir haben es hier mit einen branchenweiten Rückgang zu tun …

Die schnelle Liquidation durch die überzeugtesten, früheren Gold-Unterstützer unterstreicht das alte Sprichwort: Was hinaufgeht, kommt auch wieder herunter. Wenn Sie sich darauf konzentrieren, wie sich die Märkte bewegen, anstatt auf Rhetorik, können Sie vielleicht überleben …

Die Märkte werden immer Märkte sein, und die Promoter werden ihren Fehler niemals eingestehen. Sollte diese verrückte bullische Einstellung kein Ende finden, könnte Gold noch bis auf USD 907 pro Unze zurückgehen, um den Markt zu säubern. Vielleicht wird das die Promoter ja zur Ruhe bringen und es dem Markt erlauben, seinen normalen Trend wieder aufzunehmen.“

Für Europäer ist zu beachten, dass die meisten Preisprognosen für Gold und Silber auf Dollarbasis erfolgen. So wäre im Falle eines Wertverfalls des Euros beispielsweise denkbar, dass die Edelmetalle auf Dollarbasis schwächeln oder seitwärts notieren, während sie auf Eurobasis steigen.

Wir werden schon bald herausfinden, wie sich der Trend nach diesen Panikabverkäufen entwickeln wird und welche Analysten letztlich Recht behalten werden.

Darüber hinaus ändert die extreme Volatilität bei den Edelmetallpreisen nichts an der Tatsache, dass Gold- und Silbermünzen die ultimativen Versicherungspolicen gegen durchgeknallte Regierungen sind, was man wieder sehr schön an der jüngsten Zypern-Rettung sehen konnte.

Es ist davon auszugehen, dass die westlichen Regierungen ihre Bevölkerungen in den kommenden Monaten und Jahren noch stärker ausrauben werden, um an der Macht zu bleiben und die untragbaren Staatsschulden zu bedienen. Da ist es natürlich gut, wenn man über Ersparnisse verfügt, die sich dem Zugriff der Menschen entziehen, die der Meinung sind, sie besäßen das Recht, Leute auszurauben, um sich und ihrer Klientel die Taschen vollzustopfen.

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