Chaos, Aufstände & Krieg: Wie Imperien untergehen

Ab 2014 beginnt der neue Kriegszyklus. Die Unruhen werden zuerst an den Rändern des Imperiums beginnen – also in Europa – und sich dann sukzessive bis zur Kernwirtschaft durchfressen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 05./06.08.2013

Vor dem Hintergrund, dass der Bürgerunruhe-/Kriegszyklus nächstes Jahr eine Trendwende erlebt, wollte eine Reihe von Menschen wissen, was die Zukunft nun tatsächlich für uns bereithält.

Der Staat bricht nie aufgrund von Revolutionen zusammen, das sollte hier in aller Deutlichkeit gesagt werden. Solange der Staat stark ist, wird er jedweden Widerstand ausmerzen. Das Entscheidende beim Zusammenbruch von Imperien ist, dass sie gewöhnlich von innen heraus, also durch ihre eigene Hand sterben. Der Kommunismus ging an sich selbst zugrunde. Wir hatten da überhaupt nichts mit zu tun. Der Kommunismus war wirtschaftlich untragbar – und das hat sich durch die Venen der Macht hindurchgearbeitet, bis die Wirtschaften dann einfach kollabiert sind.

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Daher warne ich ja auch davor, dass wir derzeit den Zusammenbruch des Sozialismus erleben. Der Staat macht auf jeden Cent Jagd, den er finden kann. Und im Rahmen dieses Prozesses wird er die Wirtschaft vernichten, was die ultimative Ironie des Ganzen ist. Die westlichen Staaten sind schlicht nicht tragfähig und können nicht fortwährend Vermögenswerte konfiszieren, um sie für den Zinsdienst und die Pensionen der Staatsbediensteten zu nutzen und den Staat so aufrecht zu halten. Die Wirtschaft wird immer schwächer und die Steuereinnahmen gehen zurück, während der Staat zunehmend aggressiver wird.

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Die Barbaren standen über ein Jahrhundert vor den Toren Roms. Sie hatten keine Chance – bis zum 3. Jahrhundert n. Chr., als die Finanzen Roms implodierten. Wenn man die Wirtschaft untergräbt, schwächt man den Staat und dann kommt er zu Fall.

TankMan-060589Wenn das Volk sich erhebt und zu den Waffen greift, ist das nie das Ereignis, das den Zyklus umkehrt. Es ist der finale Akt, der den Zyklus komplettiert. Der Zyklus weist dann bereits nach unten, und wenn die Menschen es nicht mehr aushalten, erheben sie sich. Ihnen wird das dann zwar zugutegehalten, aber in Wirklichkeit befindet sich der Staat ganz einfach im Niedergang, so wie wir es in China sahen. Als der Mann sich vor die Panzer stellte, dauerte es nicht mehr lange, bis die Regierung tatsächlich stürzte. Als Jeltsin sich in Moskau auf die Panzer stellte, war das Ende ebenfalls gekommen.

Die Revolution ist immer der finale Akt, nie der erste. Unten sehen Sie das berühmte Maryland Propaganda Flugblatt, wo aufgrund der Ungerechtigkeiten des Königs zu einem Krieg aufgerufen wird. Der König von England trieb mit den amerikanischen Kolonien sein Spiel. Alles, was die Amerikaner aus England kauften, musste mit Silber oder Gold bezahlt werden, aber alles, was sie nach England verkauften, wurde mit Kupfer bezahlt. So wurden die amerikanischen Kolonien ausgebeutet und ausgeblutet.

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Zuerst kommt der wirtschaftliche Niedergang – und dann erst kommt die Revolution, die dem Ganzen die Krone aufsetzt. Es muss also zunächst zu einem Wirtschaftszusammenbruch kommen und das führt dann zu Unzufriedenheit. Ja was glauben Sie, warum sie derzeit sukzessive all diese Gesetze verabschieden, die einem ganz genauen Plan folgen, den nur Idioten nicht sehen können, weil sie ihn absichtlich ausblenden!

Krieg & Kapitalströme

Frage: „Wenn 2014 ein Kriegsjahr ist, wie kann es dann sein, dass das Vertrauen in die Wirtschaft bis 2015 weiter anhalten wird?“

Antwort: Dieser Zyklus ist der Beginn der Unruhen. Wir gehen davon aus, dass er sich zunächst in Form von Bürgerunruhen manifestieren wird – keinem weltweiten Krieg. Ein weltweiter Krieg könnte später folgen, wenn sich die Dinge weiterentwickeln. Am wahrscheinlichsten ist der Beginn der Bürgerunruhen aber dort, wo die Wirtschaft zuerst erste Risse zeigt – und das wird in Europa der Fall sein.

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Wie das Vertrauen steigen kann, wenn Krieg ausbricht? Ganz einfach: Das Kapital ist auf Kapitalerhalt aus. Es flieht immer aus denen Regionen, wo Konflikte herrschen. 1896 waren die USA komplett pleite und J.P. Morgan musste der Regierung einen sehr großen Kredit geben, um einen Bankrott zu verhindern. Bis 1914 hatten sich die USA in das Finanzzentrum des Planeten verwandelt. Warum? Wegen dem Krieg in Europa. Das ist der Grund, warum es die Goldenen 20er gab. Das Kapital floh in die USA. Am Ende des Zweiten Weltkriegs hielten die USA 76% der weltweiten Goldreserven.

Es geht nicht immer nur um reines Vertrauen, dass gute Zeiten bevorstehen. Es ist auch der Mangel an Vertrauen in anderen Regionen, der das Kapital zur Flucht veranlasst. Ja, das Kapital hatte den Braten gerochen, und es kam dann 1931 in der Tat zur Staatsschuldenkrise, wo der überwiegende Teil Europas auf all seine Schulden dauerhaft die Zahlungsunfähigkeit erklärte.

Es ist also die altbekannte Entscheidung; man entscheidet sich für das geringere Übel. Der Dollar wurde auf ein Rekordhoch getrieben, während das Kapital von Europa in die USA strömte, und das ist auch der Grund dafür, warum der US-Dollar 52 Jahre nach dem Bankrott der USA von 1896 zur Weltreservewährung wurde.

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