Der Goldbullenmarkt hat noch gar nicht begonnen: Warum Gold auf USD 5.000 pro Unze steigen wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 24.08.2013

Frage: „Sie sind zu den ´Gold-Promotern` ziemlich hart gewesen, und dennoch sind Sie langfristig bullisch bezüglich Gold. Warum soll Gold steigen, wenn nicht aus all den Gründen, die seitens der Gold-Promoter vorgebracht werden?“

Antwort: Immer wenn die Märkte sprechen, setzt umgehend daraufhin die menschliche Reaktion ein, das zu leugnen. Die Gold-Promoter haben alles – von Fiatgeld bis hin zur systemischen Manipulation – als Grund herangezogen, warum sie Recht haben, obwohl sich die Märkte gegen sie entwickeln.

Das ist dieselbe Art von Leugnung, die auch während der ersten drei Jahre nach dem Zusammenbruch des japanischen Aktienmarkts Ende 1989 vorherrschte. Ich wurde in Japan bekannt, weil ich einfach nur sagte: Sorry – die Regierung wird nicht in der Lage sein, den Rückgang aufzuhalten.

In Australien war es 1989 dasselbe – die Meute von Analytikern posaunte heraus, dass der Australische Dollar zusammenbrechen würde, weil das Land ein Außenhandelsdefizit aufwies. Ich sagte, dass das falsch ist. Der Australische Dollar würde eine Rally hinlegen und nicht fallen, und ich sagte, dass das Außenhandelsdefizit aufgrund der aus dem Ausland kommenden Investments weiter zunehmen würde, was den Australischen Dollar wiederum in die Höhe treiben würde.

Die Wirtschaftsgemeinde hat von Kapitalströmen keine Ahnung, ja selbst bezüglich des Bilanzierungssystems sind sie völlig ahnungslos. Das ist auch der Grund, warum Milton Friedman zu mir kam, um mich bei einer Vorlesung in Chicago zu besuchen. Er begriff, was ich sagte und konnte es sich vorstellen. Friedman ermutigte mich, an die Öffentlichkeit zu gehen, da er begriff, dass ich in der ersten Reihe saß.

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Ich wurde auch beschuldigt, den Übernahme-Boom angezettelt zu haben, da ich viele der Übernahme-Manager beriet. Ich hielt weltweit Vorträge und zeigte anhand der Buchwerte des Dow Jones Industrial Average, dass der Markt zu Beginn der Privaten Welle, die 1985 einsetzte, substantiell unterbewertet war. Ich veranschaulichte, dass man eine Firma kaufen, ihre Vermögenswerte verkaufen und sein Geld so verdoppeln konnte.

Das zeigte, dass der Markt unterbewertet war, nicht überbewertet. Die Rally im Jahr 1987 war genauso wie der über 13 Jahre anhaltende Goldpreisanstieg. Es war der Anfang der Anpassung, nicht das Ende. Wir sagten voraus, dass der Crash von 1987 das Tief war und bis 1989 neue Hochs erzielt würden. Und wieder einmal erklärte die Mehrheit, dass der Dow Jones um 90% einbrechen würde. Sie lagen mit damit daneben – wie immer.

Das war auch der Grund, warum wir, als der Dow Jones bei 1.000 Punkten lag, prognostizierten, dass der Dow Jones in den kommenden zehn Jahren auf 6.000 Punkte und ausgehend vom Tief des Jahres 1974 in den kommenden 26 Jahren auf 12.000 Punkte steigen würde. Der Dow kletterte 1996 auf 6.000 Punkte und 26 Jahre nach dem Tief von 1974 stieg der Dow Jones im Jahr 2000 auf 11.908 Punkte. Sorry – wir lagen 100 Punkte daneben, aber das Timing stimmte.

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Dank der systemischen Inflation, die Geld immer erfasst hat, selbst als Geld noch Münzen waren, steigen die Vermögenswerte im Laufe der Zeit im Verhältnis zur Geldmenge. Das ist kein unmittelbarer Trend, sondern es gibt Pausen, Phasen wo die Vermögenswerte erst noch nachziehen müssen und dann kommt es zu abrupten Anpassungen. Die Rally des Dow Jones von 1985 bis 2000 war die erste Phase dieser Anpassung. Gold wird, wenn die Zeit reif ist, dasselbe tun.

Die Mehrheit muss immer danebenliegen. So funktionieren und bewegen sich die Märkte. Die Goldrally ab dem Jahr 1999 war nur eine Anpassung, bei der der Wert von Gold lediglich ein wenig gleichzog.

Die Goldrally, die im Jahr 1999 begann, war nichts weiter als eine Anpassung. Es war kein realer Bullenmarkt – nur ein nomineller. Damit will ich auf die simple Tatsache hinweisen, dass Gold sein Hoch von 1980 real noch gar nicht überschritten hat. Dafür müsste Gold auf über USD 2.300 pro Unze steigen. Der Bullenmarkt bei Gold – so wie ich ihn gerade am Beispiel des Dow Jones beschrieben habe – muss also erst noch stattfinden.

Die Gold-Promoter haben keine Ahnung vom Timing oder wie sich Märkte bewegen. Sie verkaufen einfach nur ein Produkt, bei dem sie selbst Interessenkonflikte haben. Daher leugnen sie auch die Realität und erklären, jeder Anstieg sei real und jeder Rückgang eine Manipulation. Das ist Unsinn, da alle Märkte steigen und fallen.

Der Dow Jones hatte seine Anpassung durchgeführt, als das Economic Confidence Model von staatlichen Vermögenswerten zu privaten Vermögenswerten umschlug – nicht vorher. Das ist nicht irgendwelches Zeug, das durch persönliche Meinung ermittelt werden kann. Niemand kann Prognosen treffen, indem er sich nur Fundamentaldaten anschaut. Die Märkte reagieren aufeinander und sind miteinander vernetzt. Das ist der Grund, warum die Mehrheit immer falsch liegen muss, wenn die Gesellschaft versucht, alles auf einen einzigen Grund zurückzuführen.

Wir haben nur zwei Möglichkeiten:

Das hängt von der Staatsschuldenkrise ab. Sollte es jetzt zum Zusammenbruch der Staatsschulden kommen, wird das Kapital in handfeste Vermögenswerte fliehen. Es wird keine Flucht in Richtung Qualität geben, die Staatsschulden werden also keine Alternative sein, sondern nur handfeste Vermögenswerte. Daher wird Gold dann auch anstelle der Staatsanleihen steigen. Und da es beim derzeitigen Preisniveau im Vergleich zur Geldmenge so wenig Gold gibt, muss sich der Goldpreis verdoppeln und in den Bereich von USD 5.000 pro Unze vorstoßen.

Sollte diese Entwicklung nicht stattfinden und es beim Dow Jones bis Ende 2015 keine Phasentransformation geben, verschiebt sich das Ganze auf die nächste Welle, wobei dann für 2025 mit einem Hoch zu rechnen ist. Wir werden diese Thematik in einem Sonderbericht beleuchten.

Das hat nichts mit Fiatgeld und all den Geschichten zu tun, die erfunden werden, um Gold zu verkaufen. Gold ist einfach nur ein Vermögenswert. Und sollte die Entwicklung in einem Mad-Max-Szenario enden, würde auch Gold all seinen Wert verlieren und wir würden zu dem Punkt zurückkehren, wo Nahrungsmittel wieder zu Geld werden.

Wir müssen damit anfangen, die Mechanismen zu verstehen, die die Gesellschaft steuern. Wir müssen den Blödsinn sein lassen, unsere Augen öffnen und begreifen, dass wir nicht X bekommen, ohne nicht auch Y zu bewegen.

Die Gold-Promoter sind selbst zu ihren größten Feinden geworden, genauso wie es auch beim japanischen Finanzministerium der Fall war. Als die Menschen sahen, dass sie den Rückgang nicht aufhalten konnten, verloren sie das Vertrauen in die Regierung. Der Grund, warum Gold steigen wird, ist die Schuldenkrise. Vergessen Sie den Unsinn über Fiatgeld, Hyperinflation und systemische Manipulationen.

Wen schert es, ob in Fort Knox Gold liegt? Glauben Sie wirklich, dass sie das jemals zugeben werden? Genauso gut könnten Sie sich auch eine Alu-Mütze aufsetzen, weil das sicherlich nicht der Grund ist, warum man Gold kaufen sollte.

All jene, die diese Geschichten verbreiten, können nicht beweisen, was sie sagen. Und wenn es keine Fakten sind, kann es nur Unsinn sein. Wer Gold aufgrund von Blödsinn kauft, wird auch nicht verkaufen, wenn es an der Zeit ist, die Gewinne einzustreichen. Gold ist ein Markt – handeln Sie damit!

Geld ist lediglich ein Tauschmedium. Seine Kaufkraft steigt während wirtschaftlicher Rückgänge und fällt während wirtschaftlicher Boomphasen. Ganz egal, was Geld gerade ist. So einfach ist das!

Am Ende werden wir sowieso eine neue Währung bekommen, und diese wird nicht goldgedeckt sein oder irgendeinen fixen Wechselkurs haben, der ohnehin freiheitsfeindlich ist. Das ist es, was Marx versucht hat. Wenn Sie Ihren ganzen Körper bemalen werden Sie sterben, da Ihre Haut atmen muss. Beim Geldsystem ist es dasselbe. Es muss fluktuieren. Macht man daraus eine flache Linie, tötet man die Gesellschaft ab. Freuen Sie sich – eine neue Währung kommt.

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