Drei Katastrophen, die drohen, die Weltwirtschaft zum Einsturz zu bringen

King World News, 28.09.2013

Während die Unsicherheiten an den weltweiten Finanzmärkten weiter anhalten, warnte Egon von Greyerz – ein seit 42 Jahren aktiver Marktveteran, der korrekt vorhergesagt hatte, dass die US-Notenbank keine geldpolitische Straffung durchführen würde –, dass es derzeit drei Katastrophen gibt, die drohen, die Weltwirtschaft zum Einsturz zu bringen.

Greyerz sprach ferner darüber, was das alles für die großen Länder und wichtige Märkte wie Gold und Silber zu bedeuten hat. Im Folgenden finden Sie, was Egon von Greyerz, der Gründer des schweizerischen Unternehmens Matterhorn Asset Management, in diesem Interview zu sagen hatte:

„Wir haben weltweit drei potenzielle Katastrophengebiete: Europa, die USA und Japan. Und jedes dieser Gebiete hat Probleme einer Größenordnung, die ausreichend wäre, um einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft und des globalen Finanzsystems herbeizuführen.

Doch die Probleme dieser drei Gebiete zusammengenommen sind eine Garantie dafür, dass sich die Welt, so wie wir sie heute kennen, verändern wird.

In Europa, den USA und Japan haben wir Regierungen, die einen unmittelbaren Zusammenbruch einzig dadurch verhindern können, dass sie Geld drucken und Kredite aufnehmen, die nie wieder zurückgezahlt werden. Hier kommt noch hinzu, dass wir ein Finanzsystem haben, das die Krise von 2008 nur aufgrund eines riesigen Pakets in Höhe von USD 20 Billionen an aus dem nichts gedruckten Fiatgeld überlebte.

Man möchte eigentlich meinen, dass die Bilanzen der bankrotten Banken bis zum jetzigen Zeitpunkt wieder instandgesetzt worden wären – aber das ist nicht der Fall. Stattdessen beschäftigen sich die Banken heute wieder mit denselben alten Spielchen mit gehebelten Krediten und dem gefährlichen Einsatz riesiger Mengen an Finanzderivaten.

Die öffentlichen und privaten Schulden sind heute 30% höher als 2007, wenn man sie dem BIP gegenüberstellt, und gehebelte Kredite sind mittlerweile auf 45% der Gesamtkreditmenge geschossen – das ist ein 10%iger Anstieg gegenüber dem Beginn des Zusammenbruchs im Jahr 2008. Darüber hinaus sind die Interbankenkredite in den Schwellenmärkten derzeit auf dem höchsten Niveau aller Zeiten. Gegenwärtig kommt es in Asien, Lateinamerika und im Nahen Osten also zu einer enormen Schuldenausweitung.

Doch trotz dieses weltweiten Anstiegs der Gesamtverschuldung halten die Probleme in Europa weiter an. Die Kreditvergabe spanischer Finanzinstitute ist in den letzten zwei Jahren um 30% gesunken. Meines Erachtens sind wir von einer großen Finanzkrise in Spanien nicht mehr weit entfernt. Die spanischen Banken bewerten ihre Vermögenswerte immer noch mit Fantasiezahlen, und die riesigen Verluste in ihren Immobilienportfolios sind ebenfalls noch nicht realisiert worden.

In den meisten europäischen Ländern ist die Lage ähnlich. Alle europäischen Kredite gehen derzeit mit Rekordraten zurück, und die Kreditvergabe an den Privatsektor ist seit 16 Monaten in Folge rückläufig – das ist der größte Einbruch seit der Einführung des Euros im Jahr 1999.

Brüssel macht sich daher ganz klar Sorgen bezüglich des Zustands der Eurozonen-Banken. Aktuell beauftragen sie die Investmentbanken damit, sie bei möglichen Rettungen zu beraten. Und sie stellen zurzeit auch hunderte Mitarbeiter als Betreuerstab ein. Ich nehme an, dass die Investmentbanken, die sie beauftragen, dieselben sind, die 2008 ohne die Rettung der Zentralbanken zusammengebrochen wären.

Wenigstens haben diese Investmentbanken Erfahrung darin, kurz vor der Pleite zu stehen. In vielen europäischen Ländern gibt es also echte Probleme, und ich könnte mir vorstellen, dass es in nicht allzu ferner Zukunft nicht nur in Spanien, sondern auch in Griechenland und Italien zu Rettungen kommen wird.

Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit erwähnt, dass es in der US-Wirtschaft und der japanischen Wirtschaft große Probleme gibt. Doch wenn wir hier noch die Ereignisse in Europa mit hinzunehmen, dann wissen wir auch, dass keine Aussicht darauf besteht, dass die quantitativen Lockerungsmaßnahmen beendet werden. Die US-Notenbank wird drucken müssen – nicht nur, um die US-Wirtschaft zu retten, sondern auch, um die europäischen Wirtschaften und die japanische Wirtschaft zu retten, da alles mit allem vernetzt ist.

Aber wir wissen ja, dass durch das Gelddrucken überhaupt nichts gelöst werden wird, und der unvermeidliche Ausgang wird eine hyperinflationäre Depression sein. Der beste Schutz gegen diese kommende Katastrophe ist natürlich der Besitz von außerhalb des Bankensystems gelagerten physischen Gold und Silber.

Silber hat drei Anläufe unternommen, um über die Marke von USD 22 pro Unze zu steigen und sich dort zu halten, aber jedes Mal, als es das versucht hat, ist es wieder nach unten gedrückt worden, was meines Erachtens auf Marktinterventionen zurückgeht. Ich habe aber das Gefühl, dass wir nun sehr nahe vor dem nächsten großen Sprung stehen. Das bedeutet, dass Silber über die Marke von USD 22 pro Unze ausbrechen wird, und Gold wird Silber dann nach oben folgen. Für den Herbst und für 2014 rechne ich also mit viel höheren Gold- und Silberpreisen, da sich die weltweite Lage jetzt rasch zu verschlechtern beginnt.“

Weitere Artikel zu diesem Thema