Ron Paul: Mit Yellen wird sich gar nichts ändern; Federal Reserve muss abgeschafft werden

Die Abschaffung der US-Notenbank ist der einzige Weg, wie die USA wieder zu echtem Wirtschaftswachstum und einer gesunden Mittelschicht zurückkehren könnten

Ron Paul, Goldseek.com, 13.10.2013

Die Meldung, dass Janet Yellen nominiert wurde, um die nächste Vorsitzende des Direktoriums des Federal Reserve Systems zu werden, wurde von den Finanzmärkten und der Finanzpresse freudig aufgenommen. Wall Street erachtete Yellens Nominierung als den Vorboten einer anhaltend lockeren Geldpolitik. Und nun vergleichen Sie das mal mit den Dingen, die wir beobachten konnten, als der Name Larry Summers immer noch im Rennen war. Die TV-Experten machten sich Sorgen, dass Summers zu vorsichtig agieren könnte, vor der Inflation zu viel Angst hätte und den Großbanken zu nahe stünde.

Die Realität ist, dass es zwischen der Geldpolitik von Summers und Yellen überhaupt keinen Unterschied gegeben hätte. Es ist egal, wer an der Spitze der Federal Reserve steht, die Geldpolitik wird im großen Ganzen dieselbe bleiben: Massive Gelddruckmaßnahmen zur Rettung von Großbanken. Ja, hier und da mag es vielleicht kleine Änderungen geben, aber diese geldpolitischen Veränderungen werden lediglich stilistischer und nicht substantieller Natur sein.

Genauso wie Bernanke, Summers und alle anderen im Dunstkreis der Fed glaubt auch Yellen an die keynesianische Wirtschaftslehre. Für Ökonomen von Yellens Schlag besteht die Lösung für Rezessionen darin, die Ausgaben mithilfe der Geldschaffung anzukurbeln. Wall Street braucht sich keine Sorgen zu machen, dass es unter Yellen zu einem Rückbau des riesigen quantitativen Lockerungsprogramms kommen könnte. Wenn überhaupt, wird die USD 1 Billion, die die Fed derzeit jährlich schafft, höchstens noch aufgestockt.

Was Menschen, die von diesem System nicht vereinnahmt worden sind, sofort auffällt, ist, dass die lockere Geldpolitik der Fed die Hauptursache der aktuellen Finanzkrise ist. Genauso wie die Große Depression, die Stagflation der 1970er Jahre und jede andere Rezession der letzten 100 Jahre geht auch die aktuelle Krise auf die Geld- und Kreditschaffung der US-Notenbank zurück, da die Gelddruckmaßnahmen stets zu nicht tragfähigen Wirtschafts-Booms führen.

Anstatt es zuzulassen, dass die durch die Geldschaffung hervorgerufenen Fehlinvestitionen und faulen Kredite wieder liquidiert werden, versucht die US-Notenbank fortwährend, sie wieder aufzupäppeln. Sie pumpt immer mehr Geld ins System, türmt Schulden auf Schulden auf. Und Yellen wird genau da ansetzen und weitermachen wie bisher – ja es könnte sogar sein, dass sie am Ende noch viel aggressiver agieren wird als Ben Bernanke.

Für Yellen ist der Boom-Bust-Wirtschaftszyklus ein willkürliches, zufälliges Phänomen – unvorhergesehene Ereignisse, die einfach so eintreten. Die Vorstellung, dass die US-Notenbank für die Boomphasen und die Crashphasen des Wirtschaftszyklus verantwortlich sein könnte, würde ihr nie in den Kopf kommen. Genauso wenig würde das jemals den hunderten von Ökonomen in den Sinn kommen, die bei der Fed beschäftigt sind. Sie werden weiterhin das glauben, was sie bereits seit Jahrzehnten glauben, und die Wirtschaftdaten und die Entwicklung des Markts weiter durch dieselbe verzerrte keynesianische Linse betrachten und sich immer wieder für dieselben fehlerhaften geldpolitischen Maßnahmen aussprechen.

Im Ergebnis wird das amerikanische Volk weiter unter einem Rückgang der Kaufkraft des US-Dollars und der Vernichtung des Lebensstandards leiden. Die falsche Wirtschaftserholung, die wir derzeit erleben, geht ausschließlich auf die lockere Geldpolitik der Fed zurück. Aber die Fed kann nicht auf ewig Vermögenswerte im Wert von Billionen von Dollars aufkaufen. Irgendwann muss die quantitative Lockerung aufhören, und an diesem Punkt wird die Wirtschaft dann mit der Aussicht auf steigende Zinssätze, Bergen an faulen Krediten und Fehlinvestitionen und einer Federal Reserve konfrontiert werden, die mehrere Billionen an wertlosen Schulden hält.

Die Zukunft der US-Wirtschaft unter Führung der Fed-Vorsitzenden Yellen sieht in der Tat düster aus – ein Grund mehr, das System wirtschaftlicher Zentralplanung zu beenden, indem wir die Federal Reserve vollumfänglich abschaffen. Das Pflaster abzureißen, dürfte kurzfristig vielleicht wehtun, aber langfristig werden wir dadurch alle besser dran sein. Der größte Teil des Leids wird ohnehin von den Politikern, Großbanken und anderen Lobbygruppen getragen werden müssen, die von dem aktuellen System profitieren. Die Beendigung des jetzigen Systems der Vetternwirtschaft und eine Zuwendung zu solidem Geld und freien Märkten ist der einzige Weg, wie wir wieder zu wirtschaftlichem Wohlergehen und einer gesunden Mittelschicht zurückkehren können.

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