Zehn atemberaubende Fakten zur Arbeitsmarktkrise in den USA

Michael Snyder, The Economic Collapse, 11.11.2013

Wussten Sie, dass derzeit über 102 Millionen Amerikaner im arbeitsfähigen Alter keiner Arbeit nachgehen? Ja ich weiß, das hört sich völlig verrückt an, aber es ist wahr. Aktuell gibt es über 11 Millionen Amerikaner, die „offiziell arbeitslos“ gemeldet sind, und dann es gibt noch weitere 91 Millionen Amerikaner, die keiner Arbeit nachgehen und auch nicht zur „Arbeiterschaft“ gehören. Nimmt man diese beiden Zahlen zusammen, kommt man auf über 102 Millionen Menschen.

Die Zahl der Amerikaner im arbeitsfähigen Alter, die keiner Arbeit nachgehen, ist seit dem Jahr 2000 um 27 Millionen gestiegen. Aber wird die Lage nicht immer besser? Schließlich wird überall in den Massenmedien über die „guten“ Arbeitsmarktzahlen vom Oktober berichtet. Die Realität ist leider, dass die Massenmedien den Amerikanern nicht die Wahrheit sagen. Wie Sie im Folgenden sehen werden, befinden sich die USA inmitten einer langfristigen Arbeitsmarktkrise, und die Lage hat sich letzten Monat sogar noch weiter verschlechtert.

In der heutigen Zeit ist es von absolut entscheidender Bedeutung, dass die Menschen damit anfangen, für sich selbst zu denken. Nur weil die Medien Ihnen sagen, dass irgendetwas wahr sei, heißt das noch lange nicht, dass es auch tatsächlich wahr ist. Würde die Arbeitslosigkeit tatsächlich zurückgehen, müsste die Erwerbsquote eigentlich steigen. Wie Sie sehen werden, ist das aber nicht der Fall. Im Folgenden finden Sie 10 Fakten bezüglich der immer größer werdenden Arbeitsmarktkrise in den USA, die Sie umhauen werden:

1. Der Prozentsatz von Amerikanern im arbeitsfähigen Alter, die einer Beschäftigung nachgehen, ist im Oktober auf 58,3% gefallen. Der niedrigste Stand, der zwischen 2000 und 2013 gemessen wurde, war 58,2%. Mit anderen Worten: Es gab überhaupt keine „Erholung am Arbeitsmarkt“. Während der letzten Rezession ist der Anteil von Zivilpersonen im arbeitsfähigen Alter mit einem Job von 63% auf unter 59% gefallen. Diese Quote liegt nun schon seit über 50 Monaten unter der Marke von 59%. Wird der Prozentsatz von Amerikanern im arbeitsfähigen Alter mit einem Job schon bald unter die Marke von 58% fallen?

Labor-Force-Participation-Rate

2. Die US-Wirtschaft hat im letzten Monat 623.000 Vollzeitstellen verloren. Aber uns wird weißgemacht, dass sich die US-Wirtschaft „verbessert“.

3. Die Zahl der amerikanischen Frauen, die einer Arbeit nachgehen, ging im Oktober um 357.000 zurück.

4. Der durchschnittliche Zeitraum, den ein US-Bürger arbeitslos ist, war im Oktober 2013 fast drei Mal so lang wie im Oktober 2000.

5. Die Zahl der Amerikaner, die „nicht in der Erwerbsbevölkerung“ sind, ist im Oktober 2013 um atemberaubende 932.000 Menschen gestiegen. Mit anderen Worten: Die Obama-Administration will uns glauben machen, dass in einem einzigen Monat fast 1 Millionen Menschen aus der US-Erwerbsbevölkerung verschwunden sind.

6. Die Zahl der Amerikaner, die „nicht der Erwerbsbevölkerung“ angehören, ist seit dem Beginn von Obamas erster Amtszeit um über 11 Millionen Menschen gestiegen.

7. Die [Gesamt-]Erwerbsquote ist im Oktober von 63,2% auf 62,8% gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit 1978. Die unten stehende Grafik zeigt, dass die US-Erwerbsquote seit dem Jahr 2000 rückläufig ist. Wie kann eine Wirtschaft „gesund“ sein, wenn immer weniger Amerikaner am Arbeitsleben partizipieren?

Employment-Population-Ratio-November-2013

8. Stünde die US-Erwerbsquote heute auf demselben Niveau wie zum Zeitpunkt der Wahl von Barack Obama in 2008, läge die offizielle Arbeitslosenrate heute bei rund 11%.

9. Selbst wenn man Arbeit hat, bedeutet das nicht, dass man in der Lage ist, sich und seine Familie ohne irgendwelche anderweitige Unterstützung durchzubringen. Fakt ist, dass derzeit ungefähr jeder vierte Teilzeitbeschäftige in den USA unterhalb der Armutsgrenze lebt.

10. Im Januar 2000 gab es 75 Millionen Amerikaner im arbeitsfähigen Alter ohne Job. Heute sind es 102 Millionen Amerikaner im arbeitsfähigen Alter, die keine Arbeit haben.

Und, was machen die Politiker, um das Problem zu lösen? Müssten sie nicht eigentlich Tag und Nacht damit beschäftigt sein, diese Krise zu lösen? Schließlich hat Barack Obama dem amerikanischen Volk ja einst versprochen:

„Aber ich möchte, dass Sie alle wissen, dass ich nicht ruhen werden, bis jeder, der nach einem Job sucht, auch einen finden kann – und ich spreche hier nicht bloß über irgendeinen Job, sondern über gute Jobs, die jedem Amerikaner ein ordentliches Gehalt, ordentliche Zusatzleistungen und eine faire Chance auf den amerikanischen Traum geben.“

Bedauerlicherweise hat sich die Lage seit Obamas Versprechen nicht gebessert, aber er fand genug Zeit, um seit seinem ersten Amtsantritt 150 Runden Golf zu spielen.

Unterdessen wächst die Zahl der in Armut lebenden Amerikaner immer weiter an, da es nicht genügend Arbeitsplätze gibt.

Ich habe erst kürzlich darüber berichtet, dass laut den neuesten Daten gegenwärtig 49,7 Millionen Amerikaner in Armut leben – das ist ein neues Allzeithoch.

Und zurzeit gibt es 1,2 Millionen Schüler in den Vereinigten Staaten, die obdachlos sind. Viele weitere statistische Daten dieser Art können Sie auch meinen Artikel mit dem Titel „29 unglaubliche Fakten, die beweisen, dass die Armut in Amerika explodiert“ lesen.

Die Arbeitskraft ist das einzige, was die meisten Amerikaner auf dem Markt anbieten können. Finden sie keine Arbeit, gibt es für sie keine andere Möglichkeit, um für sich und ihre Familien zu sorgen.

Die Zukunft der Mittelschicht hängt von der Schaffung guter Arbeitsplätze ab. Es ist völlig unerheblich, wie stark die aktuelle Aktienmarktblase durch die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Fed aufgebläht wird. Der amerikanischen Bevölkerung wurde erklärt, dass all die rücksichtslosen Gelddruckmaßnahmen durchgeführt worden sind, um die „Wirtschaft anzukurbeln“, aber der Prozentsatz von Amerikanern im arbeitsfähigen Alter mit Job ist heute in Wirklichkeit geringer als vor vier Jahren. Die quantitative Lockerung ist, was die Schaffung von Arbeitsplätzen anbelangt, ein kompletter Reinfall gewesen, dafür ist aber an unserem Finanzsystem ein unglaublicher langfristiger Schaden angerichtet worden.

Das richtig Beängstigende an der Sache ist, dass die US-Notenbank und die US-Bundesregierung angeblich alles in ihrer Macht stehende getan haben, um „Arbeitsplätze“ zu schaffen, und dabei entsetzlich gescheitert sind. Fakt ist, dass dies das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist, dass auf eine Wirtschaftsrezession keine Erholung am Arbeitsmarkt folgt.

Und nun naht die nächste Welle des Wirtschaftszusammenbruchs immer schneller heran. Wenn sie aufschlägt, werden Millionen weitere Amerikaner ihre Arbeit verlieren. In Wahrheit steht Amerika also erst am Anfang der Arbeitslosenkrise. Ja, die Lage ist schlecht, aber sie wird schon bald noch bedeutend schlimmer werden.

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