Aktienmarkt-Boom: Wenn zu viele Dummköpfe reich werden …

Clive Maund, Clivemaund.com, 13.11.2013

Wir wissen, dass die US-Notenbank und andere Zentralbanken derzeit Geld drucken, als gäbe es kein Morgen mehr, um das fragile System vor der Implosion zu bewahren. Der kleine Mann von der Straße scheint davon aber nicht zu profitieren. Stattdessen machen die Banken und Eliten nur noch mehr Gewinn aus dem Geld, das aus dem Hut gezaubert und ihnen dann auf dem Silbertablett präsentiert wird, indem die Vermögenspreise immer weiter in die Höhe getrieben werden. Der Normalbürger bleibt unterdessen auf der Rechnung sitzen, da er zum Opfer der daraus resultierenden Inflation wird.

Aktuell gibt es die weit verbreitete Annahme, dass „nichts schiefgehen kann“, da die Federal Reserve und andere Zentralbanken ganz einfach so viel Geld drucken werden, wie notwendig ist, um die Party am Laufen zu halten, so dass alles in Richtung eines parabolischen Ausbruchs beschleunigt, bis schließlich der unvermeidliche, hyperinflationäre Burnout einsetzt. Ja das stimmt, das ist die Richtung, in die wir uns aufgemacht haben, doch das Gefährliche an der aktuellen Situation ist, dass diese Auffassung mittlerweile universell akzeptiert und weithin geglaubt wird.

Und das bedeutet, dass es entlang des Weges einige sehr hässliche Schlaglöcher geben dürfte, speziell wenn die lauernden deflationären Kräfte vorübergehend die Oberhand gewinnen, was in Europa derzeit der Fall ist, wo die Eliten die Krise gegenwärtig nutzen, um ihre Macht zu konsolidieren.

Schon vor vielen Jahren hätte es den reinigenden Kräften der Deflation erlaubt werden müssen, ihre notwendige Arbeit zu tun und das System um seine Schulden zu bereinigen – aber die Politiker wollten das nicht. Sie wollten, dass die Party unaufhörlich weitergeht, und das Ergebnis ist nun, dass sich diese deflationären Kräfte zu explosiven Proportionen aufgestaut haben und die einzige Möglichkeit, sie im Zaum zu halten, darin besteht, die extremsten Gelddruckmaßnahmen in der Geschichte der Menschheit durchzuführen, was durch die verrückte Welt ungedeckten Fiatgeldes überhaupt erst möglich ist.

Ihre Bemühungen, die Deflation im Zaum zu halten, werden letztlich von Erfolg gekrönt sein – aber dafür ist ein entsetzlicher Preis zu entrichten, da es zu einer hyperinflationären Depression führen wird, die noch schlimmer sein wird als der deflationäre Zusammenbruch, den sie so gewissenhaft zu verhindern suchten.

Mike Maloney wies in seiner Videoserie „Hidden Secrets of Money“ auf den verblüffenden Punkt hin, dass in den USA jetzt jedes Jahr mehr Geld geschaffen wird (USD 1 Billion pro Jahr) als in der gesamten Geschichte der USA bis zum Jahr 2007. Man muss nicht sonderlich intelligent sein, um zu begreifen, dass die Konsequenzen dieser Gelddruckmaßnahmen am Ende katastrophal ausfallen werden.

Also: Wo stehen wir heute? Da die Marktteilnehmer vor Zuversicht nur so strotzen, gehen wir davon aus, dass wir uns jetzt direkt an einem Punkt befinden, wo wir auf eines dieser hässlichen Schlaglöcher treffen werden und eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass es zu einem potentiellen Markteinbruch kommt, der einer Menge Trader ein Kinnhaken versetzen wird, der sie zum Taumeln bringt – und damit sind speziell die Neuankömmlinge gemeint, die erst spät in den Aktienmarkt eingestiegen sind und in jüngster Zeit all die bullische Propaganda, die von den Massenmedien verbreitet wurde, aufgesaugt haben.

Schauen wir doch einfach auf die harten Fakten. Dafür verwenden wir unter anderem auch Stimmungsindikatoren, die auf Sentimenttrader.com zusammengetragen wurden.

Der Aktienmarkt ist derzeit überkauft und notiert in einem wichtigen Zielbereich. Es sieht so aus, als bestünde nun die Gefahr eines Rückgangs, wie aus den nachfolgenden Charts deutlich hervorgeht.

Auf dem 20-Jahreschart des Dow Jones Index sehen wir, dass der Dow jetzt im oberen Zielbereich eines riesigen Megafon-Chartmusters angekommen ist, nachdem er ausgehend von den Tiefs von 2009 einen langen Bullenmarkt durchlaufen hat. Die jüngsten unsteten und volatilen Kursbewegungen legen ebenfalls nahe, dass der Dow gerade ein Hoch ausbildet.

Ja okay, das im Folgenden gezeigte Szenario ist ein Worst-Case-Szenario – aber es könnte eintreten. Zumindest ist äußerste Vorsicht geboten, da der Markt nun an einem bedeutenden Langzeit-Ziel angekommen ist. Der Dow Jones kämpft aktuell mit dem von der Trendlinie vorgegebenen Kursziel.

Aber wird die Fed nicht heldenhaft mit Billionen frischgedruckten Dollars zu Hilfe eilen? Natürlich wird sie das versuchen, das Problem ist nur, dass die Volltrottel, die US-Staatsanleihen halten, von der US-Notenbank und ihren Mätzchen langsam die Nase voll haben. Ihnen geht jetzt langsam ein Licht auf, weshalb sie damit beginnen, diese Titel über Bord zu werfen. Sollte sich das in eine Lawine verwandeln, dürfte es zu einem enormen Anstieg der Zinssätze kommen, der die weltweiten Märkte crashen lässt.

maund_1

Auf dem 1-Jahres-Chart des Dow Jones können wir die unstete Kursentwicklung sehen. Darüber hinaus sehen wir, dass der Markt im Zielbereich einer kurzfristigeren Trendlinie angekommen ist – ein exzellenter Ort, um eine Umkehr einzuleiten.

Die Aktien befinden sich jetzt an einem gefährlichen Scheideweg. Nachdem sie an ihrer langfristigen Trendlinie angekommen sind – die auf dem 20-Jahreschart zu sehen ist –, ist die Kursentwicklung jetzt wechselhafter und die Handelsspanne größer geworden. Und während ein durch quantitative Lockerungsmaßnahmen angefachter Ausbruch denkbar ist, halten wir es für wahrscheinlicher, dass dem Aktienmarkt durch steigende Zinsen der Teppich unter den Füßen weggezogen werden wird.

Ferner lässt sich am 1-Jahreschart ablesen, dass der Markt auch im Zielbereich seiner kurzfristigen Trendlinie angekommen ist, was somit ein guter Punkt ist, um seine Positionen loszuwerden und Shortpositionen zu eröffnen, die mit Stopps über der oberen Trendlinie abgesichert werden.

maund_2

Schauen wir uns einige andere Hinweise an:

Das „Dumb Money“ [Kleinanleger] ist unglaublich bullisch, was per Definition schon ein Grund ist, vorsichtig zu sein, da eine sich sammelnde Herde von Schafen die sicherste Methode ist, um geschoren zu werden.

3

Im nächsten Chart werden die Smart/Dumb Money Stimmungen von Ende 2009 bis heute noch einmal detailliert aufgeschlüsselt, so dass Sie diese Stimmungen mit den Hochs und Tiefs des Aktienmarkts vergleichen können:

4

Als nächstes schauen wir uns die Stimmung bei den Newsletter-Autoren an, die als Gruppe in jüngster Zeit ebenfalls unglaublich bullisch gewesen sind, da es ihre Aufgabe ist, die Schafsherde zur Schur zu treiben. Ein weiterer negativer Aspekt.

5

Im nächsten Chart sehen wir, dass mittlerweile alle so zuversichtlich sind, dass überhaupt keiner mehr daran denkt, seine Positionen abzusichern. Das ist mit Sicherheit ein weiterer Gefahrenhinweis. Wir aus der Grafik hervorgeht, ist eine solche Zuversicht in der Vergangenheit immer wieder ein Hinweis auf ein Markthoch gewesen.

6

Und auch das Aktien/Anleihe-Verhältnis notiert auf einem historischen Extrem. Obwohl es dadurch abgemildert werden könnte, dass die Anleihen im Wert steigen, dürfte es bedeutend wahrscheinlicher sein, dass die Aktien fallen. Schließlich gibt es kaum Anreize, US-Staatsanleihen zu kaufen, da es sich bei diesen Papieren nur um wertlosen Müll ohne großes Aufwärtspotenzial und Renditeaussichten handelt. Es bestehen große Ausfallrisiken, da die Schulden von einer bankrotten Regierung gedeckt werden, die die Währung mit atemberaubender Geschwindigkeit entwertet.

7

US-Staatsanleihen sind ein Investment, das nur der dümmsten Form von Narren vorbehalten bleibt – den absoluten Vollidioten. Daher können wir davon ausgehen, dass sich dieses Verhältnis erneut seinem historischen Mittel annähern wird, indem die Aktien fallen.

Jüngst machte jemand die törichte Anmerkung, dass das Geld aus den Anleihemärkten in Richtung Aktienmarkt flieht, wodurch der Aktienmarkt in die Höhe getrieben würde. Das scheint aber unwahrscheinlich zu sein, wenn man bedenkt, dass ein fallender Anleihemarkt die Zinssätze massiv in die Höhe treiben würde, wodurch es unmittelbar zu einer Schuldentilgungskrise käme.

Also: Obwohl wir uns jetzt in der traditionell bullischen Phase des Jahres befinden, wo die klammen Verbraucher dazu ermutigt werden, sich für den Weihnachtskaufrausch noch stärker zu verschulden, was die saisonale Weihnachts-Rally stützt, sieht es so aus, als würden die Märkte eine Trendwende einleiten. Zumindest ist es das, worauf die obenstehenden Charts und Indikatoren hindeuten.

Weitere Artikel zu diesem Thema