Die US-Notenbank stiehlt von den Armen und gibt es den Reichen

Ron Paul, Goldseek.com, 18.11.2013

Der Bankenausschuss des US-Senats hielt letzten Donnerstag die Anhörung zu Janet Yellens Nominierung als Vorsitzende der Federal Reserve ab. Wie erwartet, deutete Yellen an, dass sie die „quantitative Lockerung“ der Fed (QE) fortsetzen würde, obwohl diese geldpolitischen Maßnahmen dabei scheiterten, die Wirtschaft zu verbessern. Zwei Tage zuvor entschuldigte sich Andrew Huszar, ein ehemaliger Beamter der Federal Reserve, öffentlich beim amerikanischen Volk für die Rolle, die er bei der quantitativen Lockerung gespielt hatte, und nannte QE „die größte verdeckte Wall Street Rettung aller Zeiten.“

Noch vor fünf Jahren wäre es völlig undenkbar gewesen, dass ein Wall Street Insider und ehemaliger Fed-Beamter öffentlich so unverblümt darüber spricht, dass die US-Notenbank als eine Art Robin Hood für Reiche auftritt. Aber bereits ein flüchtiger Blick auf die jüngsten US-Arbeitslosenzahlen macht deutlich, dass QE nicht zum Wohl der Durchschnittsamerikaner ist. Es wird jetzt immer offenkundiger, dass die Notenbankpolitik der Bankenrettungen, des Gelddruckens und der Anleiheaufkäufe, die ab 2008 einsetzte, den Großbanken und den politisch gut vernetzten Investmentfirmen zugutekommt. QE ist ein solch krasses Beispiel von Vetternwirtsschaft, dass einem [der Skandal der staatlich subventionieren und nun bankrotten Solarfirma] Solyndra wie ein strahlendes Beispiel purer Marktwirtschaft vorkommt!

Es wäre ein Fehler, zu glauben, dass QE die erste geldpolitische Maßnahme der Fed ist, die die Vermögenden auf Kosten der Normalbürger bereichert. Die Politik der US-Notenbank erfolgte schon immer zum Wohl der Profiteure der Vetternwirtschaft und verschwenderischer Ausgabenpolitiker auf Kosten der Durchschnittsamerikaner.

Durch die Manipulation der Geldmenge und der Zinssätze schafft die Federal Reserve Inflation und untergräbt dadurch den Wert der Währung. Seit der Gründung der US-Notenbank vor 100 Jahren hat der US-Dollar 95% seiner Kaufkraft verloren. Ja richtig: Heute muss man USD 23,70 für etwas bezahlen, das im Jahr 1913 noch USD 1 kostete!

Die Ökonomen der Österreichischen Wirtschaftsschule haben herausgearbeitet, dass von der Geldschaffung nicht alle gleichmäßig betroffen sind. Die politisch gut vernetzten Kreise profitieren von der Inflation, da sie das neu geschaffene Geld als erstes in ihren Händen halten, bevor die allgemeinen Preisanstiege in der Gesamtwirtschaft angekommen sind. Es ist offenkundig, dass die amerikanische Mittelschicht und die Arbeiterklasse von diesem steigenden Preisniveau am stärksten getroffen werden.

Und auch der US-Kongress profitiert von dieser Währungsentwertung, da es ihm dadurch möglich ist, die Sozial- und Kriegsausgaben auszuweiten, ohne die Menschen dafür direkt besteuern zu müssen. Stattdessen machen sich diese Ausgabenanstiege nur in Form der versteckten „Inflationssteuer“ bemerkbar. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass die Inflationssteuer eine der schlimmsten Steuern überhaupt ist, da sie versteckt und regressiv ist. Natürlich gibt es ein Limit, wie lange die Fed diese enormen Staatsausgaben möglich machen kann, ohne dabei eine Wirtschaftskrise auszulösen.

Die Fed trägt keineswegs zu einer soliden Wirtschaft für alle bei, sondern ist die Hauptursache für die Boom-Bust-Zyklen der Wirtschaft und der maßgebliche Förderer des überbordenden Wohlfahrtsstaats und der Vetternwirtschaft. Zum Glück haben in den letzten Jahren immer mehr Amerikaner verstanden, auf welche Art die US-Notenbank ihre Leben beeinträchtigt. Diese Amerikaner bemühen sich darum, ihre Mitbürger auf die von der US-Notenbank ausgehenden Gefahren aufmerksam zu machen. Und sie wollen die Federal Reserve durch die Verabschiedung eines Gesetzes zur Überprüfung der Fed transparenter machen.

Eine eingehende Überprüfung der Fed ist ein exzellenter erster Schritt in Richtung der Wiedererlangung einer Geldpolitik, die zum Wohle des amerikanischen Volkes ist und nicht zum Wohle von Lobbygruppen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Abschaffung der Gesetze, mit denen den Bürgern das gesetzliche Zahlungsmittel vorgeschrieben wird, da diese Gesetze die Möglichkeiten der Menschen einschränken, das Geld ihrer Wahl zu nutzen. Dies würde es Amerikanern erlauben, sich vor den negativen Auswirkungen der Fed-Politik zu schützen. Die Überprüfung und Abschaffung der US-Notenbank und das Recht der Amerikaner, die Währung ihrer Wahl zu verwenden, müssen für jeden, der es mit der Wiederherstellung von Frieden, Wohlstand und Freiheit ernst meint, oberste Priorität haben.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Wall Street Journal: Mit Rand Paul zieht ein Kritiker der US-Notenbank in den Senat ein
  • „Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass Paul den Platz von Bunning im Bankenausschuss des Senats einnehmen wird. Aber urteilt man nach seinen Interessen an der FED scheint es wahrscheinlich, dass Paul sich darum bemühen wird einen Platz in dem einflussreichen Ausschuss zu erlangen.“
  • Ron Paul: US-Goldreserven überprüfen & Federal Reserve abschaffen
  • „Sie wissen, dass Gold wichtig ist. Ich denke, sie sind durchaus gewillt es zu manipulieren. Das ist der einzige Weg, wie sie das Trugbild von Gold aufrecht erhalten können. Sollten sie involviert sein, ist es dann nicht erstaunlich, was im vergangenen Jahr geschah? Was wird passieren, wenn sie das Handtuch werfen?“
  • Ron Paul: Legalisierung konkurrierender Währungen
  • Nur Gold und Silber, nicht Papiergeld, können laut Verfassung gesetzliche Zahlungsmittel sein. Stattdessen ist es illegal bei Geschäften Gold und Silber anstelle von Federal Reserve Banknoten zu verwenden.
  • Ron Paul: Überprüfung der Federal Reserve in 2011
  • Theoretisch könnte der Kongress den Federal Reserve Act sogar vollständig widerrufen, da er über die Autorität verfügt, dies zu tun. Offensichtlich hat der Kongress daher auch die Befugnis, eine Organisation einer Überprüfung zu unterziehen, die er selbst per Gesetz ins Leben gerufen hat, und es ist jetzt an der Zeit, diese Verantwortung auch wahrzunehmen.
  • Ron Paul: Retten die US-Steuerzahler Griechenland?
  • Sie werden Geld ausgeben um ihre Kompagnons einzustellen, Interessengruppen abzufinden, Gefälligkeiten zu leisten, Abhängigkeit zu schaffen und hauptsächlich jedoch, um von der fürchterlichen Arbeit abzulenken, die sie bei ihrer Hauptaufgabe abliefern, dem Schutz der Freiheiten der Bürger.