QE: Fed-Treffen könnte an den Finanzmärkten für Bewegung sorgen; Straffungsmaßnahmen denkbar

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 17.12.2013

Seit dem letzten Fed-Treffen im Oktober haben sich die US-Wachstums- und Arbeitsmarktzahlen verbessert. Darüber hinaus hat der US-Kongress einen Haushalts-Deal über 2 Jahre vereinbart, womit die Finanzierung bis zum 30.09.2015 gewährleistet ist – und damit wären wir perfekt auf Linie mit dem Economic Confidence Model für Herbst 2015. Unser Zieldatum, das wir bereits vor Jahren veröffentlicht haben, ist nichts weiter als eine rein mathematische Formel. Das exakte Datum des Hochs ist der 30.09/01.10.2015. Es ist erstaunlich, dass hier genau der Tag des Modells gewählt wurde.

Die Wirtschaftsdaten bereiten den Vertretern der Fed den Boden, um über eine erste Reduzierung ihres Anleiheaufkaufprogramms von derzeit USD 85 Milliarden pro Monat nachzudenken. Ja sicher, das ist eine gewagte Prognose, aber die Märkte haben sich gut entwickelt, und wenn die Zinsen nicht steigen – darüber sind sie sich im Klaren –, wird es ein riesiges Problem geben, wenn der Wirtschaftszyklus seine nächste Trendwende einleitet. Sie haben keinen Spielraum mehr, um noch an den Zinssätzen herumzufingern.

Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses werden sich dafür aussprechen, die Straffungsmaßnahmen noch ein klein wenig aufzuschieben, um auch sicherzugehen, dass die Wirtschaftszahlen weiter stark bleiben. Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt des Spiels – und der ist rein politischer Natur. Es wird Bernankes letzter Auftritt als Fed-Vorsitzender sein. Das bedeutet, dass er eine sogenannte „lahme Ente“ ist, und jetzt tun kann, was richtig ist. Und wenn es voll nach hinten losgeht, kann die neue Fed-Vorsitzende dann Veränderungen versprechen.

Die Fed-Vertreter, die sich für einen weiteren Aufschub der Straffungsmaßnahmen aussprechen, könnten auch argumentieren, dass sich die Zentralbank nicht zurückziehen sollte, solange die Inflation weiter unter der Fed-Zielrate von 2% verharrt. Der US-Verbraucherpreisindex ist im November gegenüber dem Vorjahr nur um 1,2% gestiegen.

Natürlich könnte es auch sein, dass Bernanke auf seiner Pressekonferenz lediglich über den künftigen Zeitplan sprechen wird, aber das wäre wirklich schwach, da er später nicht mehr da sein wird, um irgendeinen Zeitplan umzusetzen.

Die Götter an Wall Street sind wahrscheinlich eher für einen Reduktion dieses geldpolitischen Belebungsprogramms, bei dem es sich in Wahrheit um ein Nichtereignis handelt, da damit bloß Müllpapiere von den Banken aufgekauft werden. Im großen Ganzen sind USD 85 Milliarden rein gar nichts. Das ist mehr ein psychologisches Spiel gewesen, als dass es wirklich von Bedeutung wäre.

Wenn wir unsere Rechnermodelle für diese Woche anschauen, dann sehen wir, dass sie für den 18.12.2013 alle einen Umkehrpunkt mit höherer Volatilität ausweisen, die bis Ende der Woche anhält.

NYGFOR-W-11-20-2013

Gold war nicht in der Lage, über USD 1.243 pro Unze aus dem Handel zu gehen, und ein Tagesschlusskurs unter USD 1.224 pro Unze würde auf einen Test des Niveaus von USD 1.206,90 pro Unze deuten. Ein Schlusskurs unter der Marke von USD 1.206,90 pro Unze würde in Richtung neuer Tiefs weisen. Die Schwäche von Gold scheint darauf zurückzugehen, dass der Markt die geldpolitischen Straffungsmaßnahmen vorwegnimmt.

DJFOR-D-12-16-2013

Der Dow Jones muss jetzt mit über USD 16.023 Punkten aus dem Handel gehen, um irgendwelche bullischen Hoffnungen aufkommen zu lassen. Der unmittelbare Widerstand liegt aber nach wie vor bei 15.945 Punkten. Ein Schlusskurs unter 15.628 Punkten wäre eine Warnung, dass weitere Abwärtsbewegungen möglich sind.

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