Die Rally, mit der niemand rechnet: Dollar-Bären werden ihr blaues Wunder erleben

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 09.01.2014

Die Dollarbären sind gegenüber den Dollarbullen immer noch mit 10:1 in der Überzahl. Das Hauptargument waren die quantitativen Lockerungsmaßnahmen und das Konzept, dass die Geldmenge irgendwie den Wert einer Währung bestimmen würde. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das ist so, als würde man sich nur eine Seite der Medaille anschauen. Doch wie will man wissen, wann sie geprägt wurde, wenn man sich nicht auch die andere Seite anschaut?

Man kann die USA weder aufgrund der quantitativen Lockerungsmaßnahmen noch aufgrund der Regierungspolitik beurteilen. Ich sage es ja nur ungern, aber es gibt keine eine große Gruppe von Verschwörern, die die Wirtschaft kontrolliert, selbst der Staat hat keine Kontrolle über die Wirtschaft. Es bleibt ein freier Markt und das Kapital schwirrt aufgrund zahlreicher Faktoren rund um den Planeten, und jedes einzelne Land hat es mit denselben Faktoren zu tun, die es gegenüber den Währungen anderer Länder ausgleichen muss.

Der Wert des Dollars ergibt sich nicht ausschließlich aus der Geldmenge. Es ist kindisch, anzunehmen, dass allein die Geldmenge den Wert bestimmt. Es ist ganz eindeutig so, dass sich der Wert aus der Geldmenge und der Nachfrage ergibt. Und die Nachfrage nach US-Dollars wird nicht nur durch inländische Themen beeinflusst. Diese Auffassung ist so primitiv, dass man genauso gut zu einem Medizinmann gehen könnte, wenn man Kopfschmerzen hat …

Wenn man nicht in der Lage ist, seine Augen zu öffnen und die Zusammenhänge der Weltwirtschaft zu erfassen und zu begreifen, wie sich die weltweiten Trends verschwören, um die besten Pläne von Mann und Maus im Inland zu beeinflussen, steht einem eine düstere Zukunft bevor.

Amerika ist die führende Nation bei der Entwicklung des Internets gewesen. Die Erfindungen kamen aus den USA – selbst das Ausspionieren der gesamten Welt. Das europäische Steuersystem ist für die Bürokraten eine ganz großartige Sache – aber auf die Arbeitsplatzschaffung hat es entsetzliche Auswirkungen.

Das Umsatzsteuersystem belastet Europa mit einem unglaublichen Papierkram. Auf jeder Ebene müssen Umsatzsteuern abgeführt werden, wobei die zuvor entstandenen Kosten herausgerechnet werden – und das geht solange, bis das Gut dann an seinem Endziel angelangt ist. Die Menge an Papierkram ist einfach nur verrückt, und die buchhalterische Belastung ist weit schlimmer als bei einer einmaligen Besteuerung des Endverbrauchers …

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Amerikanische Technologie hat die gesamte Energiebranche verändert. Die Dollarbären weigern sich ganz einfach, anzuerkennen, dass sich die Dinge gewandelt haben. Der amerikanische Öl-Boom ist real. Das sieht man allein schon an der Tatsache, dass in den letzten 5 Jahren 15 große europäische Ölraffinerien aus dem Geschäft gedrängt wurden und die USA nicht mehr länger Öl aus Europa importieren. Die USA fangen nun damit an, Öl nach Europa zu exportieren.

Aus Nigeria, das früher jeden Monat rund ein Dutzend Supertanker mit Rohöl in die USA geschickt hat, kommen heute weniger als drei Supertanker pro Monat. Die US-amerikanischen Ölproduzenten an der Westküste drohen jetzt sogar die gesamte Dynamik des Energiesektors zu verändern und die Produzenten im Nahen Osten und Südamerika zu verdrängen. Die Produktion billigen Öls aus den Rocky Mountains ist seit 2011 um 31% gestiegen.

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Nichts davon geht auf staatliche Innovationen zurück, und trotzdem wird sich jede der beiden Parteien für irgendetwas davon feiern lassen. Die gesamte Dynamik der Kapitalströme verändert sich gerade. Die politischen Risiken, die nun in 2014 weiter zunehmen werden, und die von der weltweiten Instabilität herrührenden Kapitalbewegungen werden ebenfalls dafür sorgen, dass die Gelder in Richtung USA fließen.

Dieser bullische Trend zeichnet sich am Horizont ab und könnte durch politische Entwicklungen ausgelöst werden, ist aber im Grunde viel tiefgreifender. Er spiegelt sich überdies in allen Rohstoffen von Gold bis hin zu Weizen wider. Der Bärenmarkt bei den Rohstoffen ist ein Nebenprodukt dieser sich verändernden Trends bei den Kapitalströmen. Wir werden erleben, dass die Rohstoffe 2014 niedriger notieren werden, und das ist auch ein Spiegelbild des US-Dollars.

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