EU-Wirtschaftsdebakel: Ausblick bleibt weiterhin katastrophal

Zerohedge.com, 20.01.2014

Obwohl die Arbeitslosigkeit europaweit nach wie vor auf Rekordniveaus verharrt (speziell die Jugendarbeitslosigkeit), ein Rekordniveau an Krediten nicht ordnungsgemäß bedient werden kann und die europäische Kreditschaffung zurzeit in sich zusammenbricht, verbreiten die Führer der Europäischen Union weiterhin ihre ganz eigene Version von Desinformationen und absichtsvoller Ignoranz.

Und obwohl die Standpauken von Nigel Farage von UKIP doch eigentlich ausreichen sollten, erklärte Barroso am Montag vor dem EU-Parlament:

„Wir befinden uns nun an einem Wendepunkt der Krise, wo das Wachstum langsam wieder zurückkehrt. Wir sind mit Sicherheit in eine neue Phase eingetreten, aber es ist nicht ausreichend, um die Krise für beendet zu erklären.“

Die nachfolgenden Charts, die die Gewinnerwartungen für europäische Firmen ausweisen, veranschaulichen jedoch, dass es überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass sich die EU-Wirtschaft an einem „Wendepunkt“ befindet. Und, wie wir bereits in der Vergangenheit anmerkten, sollte der Euro nicht bedeutend abwerten, wird Europa rasch in die nächste Rezession abtauchen. Von Goldman Sachs:

„Während die Aktien ein renditeträchtiges Jahr hatten, fiel 2013 für die Gewinne schlecht aus. Für den Zeitraum von Dezember 2012 bis Dezember 2013 sind die Gewinnerwartungen um fast 15% nach unten revidiert worden. Schaut man sich anstatt der Gewinnerwartungen die tatsächlichen Gewinne an, dann war die Gewinnentwicklung in 2013 mit Ausnahme des zweiten Quartals armselig.“

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Versuchen Sie doch mal, im folgenden Chart die „Trendwende“ auszumachen … und unterdessen immer noch zu glauben, dass der Kollaps der Schwellenmärkte kein Problem sei …

„Die europäischen Unternehmen, die mit den Schwellenmärkten Geschäfte machen, erlebten bei den Verkaufszahlen eine stärkere negative Überraschung als der Gesamtmarkt. 39 Unternehmen unseres Schwellenmarkt-Korbs haben uns ihre Verkaufszahlen für das 3. Quartal gemeldet. Von diesen 39 Unternehmen haben 25 Unternehmen die Schätzungen um mehr als 2% verfehlt, während die Gewinne bei lediglich 2 Unternehmen 2% über den Schätzungen lagen.“

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„Solange sich der Euro nicht bedeutend abschwächt, werden die großen Exportmärkte Europas die Region weiter in die Rezession treiben. Die Stärke des Euros, speziell gegenüber den Währungen der Schwellenmärkte, wurde von den Unternehmen, die die Schätzungen verfehlten, wiederholt [als Grund] angeführt.“

Die Lügen von Barroso sollten aber keine allzu große Überraschung sein – Jean-Claude Juncker hat die Schuld ja bereits eingeräumt:

„Auf die Frage, ob solche absichtlichen Falschinformationen das Vertrauen der Märkte in künftige Eurozonen-Erklärungen nicht untergraben würden, antwortete Herr Schuller, der beklagte, dass der Markt im Grunde schon heute kein Vertrauen in diese Erklärungen hätte: ´Nein, überhaupt nicht.`

Wenn Herr Juncker oder der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet oder die französische Finanzministerin Christine Lagarde etwas über die Märkte sagen, ´scheint das niemand zu glauben`, so Herr Schuller.

Herr Juncker hatte sich bereits in der Vergangenheit für die Praxis des Lügens ausgesprochen.

Die Internetseite EUobserver hat ein Video von Herrn Juncker, wo er im April [2011] auf einer Konferenz zum Thema Wirtschaftspolitik auf die Praxis und die Motivation des Lügens bei Erklärungen zum Thema Finanzen und Wirtschaft eingeht.

Herr Juncker erklärt vor der Kamera, dass er ´lügen musste`. In Bezug auf heikle wirtschaftliche Themen sagte er: ´Wenn es ernst wird, muss man lügen.`“

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