Hatz auf Steuersklaven: Wie die globalen Staatsmafias die Weltwirtschaft vernichten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 08.04.2014

Frage: „Meine Zusammenfassung von dem, was ich auf Ihrem Blog gelesen habe, ist, dass die Variablen zur Erklärung des Inflations-/Deflationstrends die Geldmenge, die Geldnachfrage, der Währungswert, die Geldumlaufgeschwindigkeit, Steuern und der technologische Fortschritt sind. Und natürlich nimmt jeder Einzelne die Effekte dieser Variablen ganz individuell wahr.

Die Untersuchung der Geldmengencharts zeigt, dass es nach der Finanz-´Krise` von 2008 zu einem Anstieg der Geldmenge kam. Das macht angesichts all des Gelddruckens in den USA zur Finanzierung des US-Konjunkturbelebungsprogramms und der Anleiheaufkäufe durch die US-Notenbank auch Sinn. Aber es hat bisher keine Inflation gegeben. Die Dollarnachfrage aus dem Ausland hat die Auswirkungen der Geldmengenausweitung zunichtegemacht.

Die Untersuchung der Geldumlaufgeschwindigkeitscharts zeigt, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit seit dem Jahr 2010 rückläufig ist. Es scheint, dass es immer weniger Dollar-Transaktionen gibt. Dieser Effekt kann einer Zunahme der staatlichen Regulierungen, Steuererhöhungen und der Angst der Unternehmen vor dem nächsten Anschlag des Staats zugeschrieben werden. Der Rückgang bei der Transaktionsgeschwindigkeit müsste zur Folge haben, dass der Wert der Währung steigt. Sie legen nahe, dass der US-Dollar 2012 ein Tief ausgebildet hat und prognostizieren, dass der Währungswert steigen wird.

Wenn ich die aktuelle Lage richtig verstanden habe, wird sich die deflationäre Abwärtsspirale weiter beschleunigen. Die Automatisierung arbeitsintensiver Aktivitäten wird sich ebenfalls beschleunigen, wodurch geringqualifizierte Arbeiter ersetzt werden. Die Möglichkeiten für Arbeiter mit hoher Qualifikation werden zunehmen, aber unser Bildungssystem kann mit der Nachfrage nicht mithalten. Der steigende Wert der US-Währung wird bei den Exporten zu einem Rückgang und bei der Beschäftigung und den Gehältern zu mehr Druck führen. Der Staat wird die Geldmenge weiter ausweiten in der Hoffnung, diesen Wirtschaftstrend wieder umzukehren. Diese Hoffnung wird sich nicht bewahrheiten. Am Ende des Weges wartet dann die Staatsschuldenkrise.

Sind diese Ausführungen soweit richtig? Ich möchte Ihnen hier noch einmal dafür danken, dass Sie Klarheit in diesen schlecht erklärten Wirtschaftsprozess bringen.“

Antwort: Ja! Die Wirtschaft ist in der Tat eine dynamische Umwelt, in der alles fällt und steigt. Die Menschen, die versuchen, konkrete Wenn-Dann-Regeln auszuarbeiten, begreifen nicht, wie man programmiert, denn nach „wenn“ und „dann“ kommt – „sonst“ wird das Gegenteil passieren.

Die Weltwirtschaft ist hochkomplex. Sie ist tatsächlich wie ein Regenwald, wo alles von allem anderen abhängig ist. Alles ist mit allem verbunden, und es gibt eine Ordnung, die sich hinter dem Chaos verbirgt.

Steuern und die Geldumlaufgeschwindigkeit sind von außerordentlicher Bedeutung. Die Preise würden auch ohne eine Ausweitung der Geldmenge steigen, und zwar dann, wenn die Menschen einfach damit beginnen, mehr zu machen, wodurch sie die Geldumlaufgeschwindigkeit erhöhen.

Der Staat scheitert dabei, zu begreifen, dass er es ist, der die Wirtschaft vernichtet, weil der Staat das nicht hören will, denn es geht gegen seine Eigeninteressen. Die Sozialisten, die „soziale Gerechtigkeit“ predigen, sind in Wahrheit nur gierige Menschen, die andere unter Zuhilfenahme von Gesetzen ausrauben wollen.

Warum geben wir in der Schule nicht gleich allen Schülern dieselbe Note – das wäre doch auch „Bildungs-Gerechtigkeit“? Warum sollte Harvard als eine bessere Bildungseinrichtung erachtet werden als irgendein College vor Ort, oder warum sollte jemand ein höheres Einstiegsgehalt bekommen, nur weil er aus einem bestimmten Bereich oder von einer bestimmten Schule kommt? Warum sollten Rechtsanwälte USD 1.000 pro Stunde berechnen, wo das Mindestgehalt doch bei USD 10 liegt? All diese Dinge sind laut dieser Logik „unfair“.

Latin-Monetary-Union_01Und diejenigen, die sich für den Goldstandard aussprechen, begreifen nicht, dass der Goldstandard nie funktioniert hat, weil es so etwas, wie eine fortwährende Gewaltenteilung und Kontrollmechanismen nicht gibt … Der Goldstandard war nicht in der Lage, die Staaten in ihrem Handeln zu beschränken, für ausgeglichene Staatshaushalte zu sorgen oder Ähnliches. Er ist schon viele Male ausprobiert worden und jedes Mal gescheitert. Beispielsweise gab es Mitte des 19. Jahrhunderts die Lateinische Münzunion, die ebenfalls zusammenbrach.

Ich muss hier nichts verkaufen, ich habe also keine Agenda. Ich habe mehr als genug Geld, um zu leben, ich muss mich also wirklich nicht darum scheren, und umso mehr man arbeitet, desto stärker gerät man ins Fadenkreuz des Staats.

Die einzige Agenda, die ich habe, ist die Volatilität dieses Trends zu stoppen, denn ich habe ehrlich gesagt keine Lust darauf, in einer Welt zu leben, wo der Staat fortwährend alles haben will, was ich produziere. Ich weigere mich, ihr Wirtschaftssklave zu sein, und das ist genau die Richtung, wo die Reise derzeit hingeht.

Sie haben diesen E-ZPass eingeführt [elektronisches Mautbezahlsystem für Straßen, Brücken und Tunnel im Nordosten der USA] und geschworen, dass sie diese Informationen niemals nutzen würden, um Strafzettel für zu schnelles Fahren auszustellen. Ein Freund von mir fuhr in Virginia auf einer Mautstraße und erhielt aufgrund des E-Zpass einen Strafzettel für zu schnelles Fahren. Sie hatten geschworen, dieses Kontrollsystem nur für die Kosten der Brücken bzw. Tunnel heranzuziehen – man bezahlt und darf sie dann nutzen. In Wahrheit geben sie nie einen Einkommensstrom auf, den sie sich einmal gesichert haben.

Die Staaten haben keine Inflations-Agenda – Imperien, Nationen und Stadtstaaten brechen aufgrund der Deflation zusammen, niemals aufgrund der Hyperinflation. Eine Hyperinflation findet nach Revolutionen statt, wenn keine Aussicht darauf besteht, dass der Staat überlebt. Unter solchen hyperinflationären Bedingungen steigen von Immobilien bis hin zu Gold alle handfesten Vermögenswerte. Solange die Gesellschaft überlebt, startet eine neue Regierung mit einer neuen Währung – und das war´s.

Gold ist ein Schutz gegen den Staat, da Gold aus historischer Sicht der mobile Vermögenswert schlechthin ist, der selbst dann überlebt, wenn die Gesellschaft aufgrund einer Invasion oder der vollumfänglichen Vermögensenteignung – wie es während der Kommunistischen Revolution der Fall war – nicht überlebt.

„Seit über 100 Jahren fanden unaufhörlich Wirtschaftszyklen statt. Sie blieben während riesiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen bestehen; sie widerstanden zahlreichen Experimenten in der Industrie, der Landwirtschaft, im Bankwesen, bei den Wirtschaftsbeziehungen und in der Politik; sie haben zahllose Prognostiker durcheinandergebracht, die wiederholten Prophezeiungen einer ´neuen Ära des Wohlstands` widerlegt und die wiederholten Vorahnungen einer ´chronischen Depression` überlebt.“ – Arthur F. Burns, 1947

Und dabei ist es auch egal, was wir uns anschauen. Es gibt absolut nichts, was sich jemals konstant bewegen würde. Man kann nicht einfach auf irgendeine Wechselbeziehung verweisen und diese als fortwährend andauernde Norm hinstellen, ansonsten würden Regierungen niemals stürzen und wir würden heute immer noch alle babylonisch sprechen.

Der Kommunismus versuchte, durch die Auslöschung des Wirtschaftszyklus und allen Privateigentums „soziale Gerechtigkeit“ herbeizuführen. Es gelang dem Kommunismus nicht, diesen utopischen Traum zu erreichen. Es ist so, wie der ehemalige Fed-Chef Burns gesagt hat: Der Wirtschaftszyklus hat immer gewonnen.

So etwas wie eine eindimensionale und permanente Wechselbeziehung gibt es einfach nicht, und Gold basierend auf einer solchen Annahme zu bewerben, ist falsch und sorgt dafür, dass die Leute Geld verlieren, weil es Propaganda ist. Gold ist die „mobile“ Absicherung gegen den Staat, wenn die Frage aufkommt, ob die Gesellschaft selbst intakt überleben wird, bzw. die Gefahr besteht, dass die Gesellschaft in verschiedene separatistische Bewegungen zersplittert oder es zu einer Invasion oder Revolution kommt.

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FACTA [US-amerikanisches Gesetz, mit dem das US-Steuer-Reporting von ausländischen Finanzinstitutionen im Jahr 2010 massiv verschärft wurde] hat nicht etwa einen Dollar-Kollaps zur Folge, sondern einen Anstieg des Dollars. Die Amerikaner sind dadurch gezwungen worden, das Geld wieder nach Hause zu holen. Und der deflationäre Trend in Europa funktioniert auf dieselbe Art und Weise und zwingt das Kapital wieder nach Hause. Die Schwellenmärkte kollabieren gegenwärtig, weil das Kapital gezwungen ist, zurückzukehren.

Ich weiß, dass es Obamas geheime Agenda ist, den Steuersatz für US-Bürger wieder auf 70% anzuheben – also auf das Niveau, das es in den Niveau vor US-Präsident Reagan gab – und auf die Menschen der Steuern wegen wie auf wilde Tiere bei einer Steuer-Safari Hatz zu machen. Wir sind zur Beute geworden. Das Blatt hat sich gewendet. Die Staatskasse ist geplündert worden und die Zukunft ist nicht mehr länger in Sicht. Die Staaten machen jetzt auf globaler Ebene Hatz auf das Kapital und können nicht begreifen, dass sie die Weltwirtschaft damit vollständig vernichten.

Die Zivilisation ist aus der Kooperation zwischen den Menschen entstanden, wo es eine Synergie gibt und die Summe des Ganzen größer ist, als seine einzelnen Bestandteile. Wir prosperieren, weil jeder aufgrund seines Eigeninteresses die Lücken ausfüllt, dadurch funktioniert die Gesellschaft. Rechtsanwälte sind nicht in der Lage, das mithilfe von Gesetzen zu tun, genauso wenig wie Revolutionäre in Russland oder China dazu in der Lage waren.

Das ist eine sehr ernste Thematik. Diese Menschen in Machtpositionen vernichten gerade die Bindung, die uns als Weltgemeinschaft und unsere Wirtschaft zusammenhält. Sie attackieren uns, um sich ihre eigenen Taschen vollzustopfen, so wie jemand, der nachts in Ihr Haus einbricht und sich mit Waffengewalt das nimmt, was ihm gefällt.

Gott sei Dank bin ich keine 23 mehr, denn dann könnte es sein, dass ich keine Zukunft habe.

Zu überleben bedeutet, die Spielregeln zu kennen. Man setzt sich ja auch nicht an den Pokertisch, wenn man nicht weiß, dass ein Full House ein Paar schlägt. Und wenn man falsche Konzepte nutzt, um irgendetwas an den Mann zu bringen, ist das eine erhebliche Verzerrung der Wirklichkeit, da es die Menschen davon abhält, zu begreifen, mit welcher Gefahr wir es hier wirklich zu tun haben.

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