Schuldenbombe, Bürgerunruhen & Krieg: 5 Dinge, die Sie über die globale Staatsschuldenkrise wissen sollten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 28.04.2014

Frage: „Ich mache mir ein wenig Sorgen über die Ereignisse, die sich aktuell in Nevada abspielen, die sich breitmachende Tyrannei und die Zukunft. Manchmal sagen Sie, dass 2016 alles zusammenbrechen wird. Bedeutet das, dass die Staaten zusammenbrechen und dadurch auch ihre Fähigkeit, Tyrannei über uns zu bringen, verlieren werden, oder wird es sich sogar noch intensivieren, wenn die Regierungen versuchen, um ihr Überleben zu kämpfen?

Ich frage mich oft, was die richtigen Maßnahmen für mich als Privatperson sind. Wenn ich mir so anschaue, wie sich die Ereignisse in Nevada entwickeln, sehe ich die Dinge nun nicht zwingend schwarz und weiß, aber ich bin schon der Meinung, dass die überbordende Regierung dort auf den Rechten von Cliven Bundy herumtrampelt und es nur noch schlimmer werden wird.

Meine Reaktion darauf ist, das zu tun, wozu ich in der Lage bin, also mich bei der US-Behörde für Landverwaltung (BLM) zu beschweren und den Gouverneur von Nevada und Harry Reid (US-Senator für Nevada) anzurufen – weil das sind die Dinge, die in meiner Macht stehen, und ganz ehrlich, würde jeder anrufen, müssten sie Maßnahmen ergreifen, einfach nur um zu verhindern, dass die Leute anrufen. Ich frage mich aber, ob das alles Sinn macht.

Es scheint, dass es in Ihren Ausführungen zu weiten Teilen eine Art von Unvermeidlichkeit gibt, und wenn sich die Dinge ohnehin ereignen werden, warum sollte man dann seine Energie vergeuden? Da ist es doch besser, seinen Kopf in den Sand zu stecken und abzuwarten, bis alles vorbei ist.“

Antwort: Die US-Wirtschaft wird nach Herbst 2015 zurückgehen und wir werden es mit verschiedenen wichtigen Auswirkungen zu tun bekommen, die unsere Zukunft prägen werden. Ja, der Big Bang ist unvermeidlich! Der genaue Ausgang der Ereignisse muss jedoch noch bestimmt werden.

Das ist auch der Grund, warum ich tue, was ich tue. Ich habe auch Familie und mache mir auch Sorgen um ihre Zukunft. Zum Glück bin ich keine 23 Jahre mehr, meine Halbwertszeit läuft Gott sei Dank aus, so dass sich in dieser Ära der Tyrannei nicht mehr allzu lange leben muss. Das Einzige, was ich tun kann, ist, so viele Menschen als möglich über die Sachverhalte aufzuklären – denn wenn sie begreifen, wie die Dinge funktionieren, könnten wir uns, wenn es an den Wiederaufbau geht, vielleicht für Freiheit, anstatt für mehr autoritäre Tyrannei entscheiden.

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Die Folgen der globalen Staatsschuldenkrise werden bedauerlicherweise sein:

1. Die USA sind die einzige Wirtschaft, die die gesamte Welt zum jetzigen Zeitpunkt noch zusammenhält. Das BIP-Wachstum bricht gegenwärtig überall auf der Welt zusammen – von Europa über Russland bis hin zu China. Wenn dann erst einmal die US-Wirtschaft in den Sinkflug übergeht, wird es auch in den USA zu einer Zunahme an Bürgerunruhen kommen. Die Occupy Wall Street Bewegung war nur ein erster Vorgeschmack.

2. Den Regierungen wird es zunehmend schwerer fallen, ihre Schulden zu verkaufen. Dieser Trend ist bereits in China und Russland aufgeschlagen. Wir werden erleben, wie diese Entwicklung auch in Europa, Japan und dann in den USA aufschlagen wird. Das wird den Trend, die Steuern stärker anzuheben, weiter anheizen, da die Regierungen davon ausgehen werden, dass sie das Vertrauen gegenüber ihren Schuldenstrukturen wieder herstellen müssen. Und während sie dies tun, wird die Weltwirtschaft in einer Schulden-Abwärtsspirale versinken.

3. Während die Regierungen vordergründig vorgeben, auf die USA wütend zu sein, findet hinter den Kulissen ein Datenaustausch statt. Die anderen Länder nutzen die NSA, um die Daten dann zur Besteuerung ihrer eigenen Bürger einzusetzen, während sie bestreiten, dass sie ihre eigene Bevölkerung ausspionieren – aber sie bekommen diese Informationen von der NSA. Im Gegenzug erlaubt die NSA den Briten, die Amerikaner auszuspionieren, so dass die NSA abstreiten kann, die Bürger im Inland auszuspionieren. Die Informationen werden dann einfach ausgetauscht. Deutschland und die Schweiz nehmen auch an dieser Inlands-Spionage zum Zwecke der Besteuerung der Bürger teil.

4. Bei der Vereinbarung der G20-Länder, alle Finanzinformationen der Bürger auszutauschen, um das internationale Kapital zur Strecke zu bringen, geht es einzig darum, an die Steuereinnahmen zu gelangen, um damit die Schuldenstruktur aufrecht zu halten. Hierbei gibt es keine langfristige Planung – die Regierungen sind nicht in der Lage, zu erkennen, dass sie gerade die nächste Große Depression schaffen, die alle vorangegangenen wirtschaftlichen Abschwünge wie einen Sonntagsspaziergang aussehen lässt. Ich hatte ja darüber berichtet, dass ich nicht einmal USD 15.000 für Ausgaben vorab nach Asien überweisen konnte. HSBC weigerte sich, die Überweisung durchzuführen, da mir das Konto, wo das Geld hingehen sollte, nicht gehörte und sie für die Zahlung nicht garantieren konnten. Ich musste letztendlich einen Scheck ausstellen. Man kann heutzutage also nicht einmal mehr Geschäfte abwickeln, weil diese Typen Hatz auf alles Kapital machen und davon ausgehen, dass jede Überweisung von mehr als USD 3.000 dazu da ist, um Geld zu verstecken, nicht für Geschäfte.

5. Die Regierungen werden nicht zusammenbrechen. In dieser frühen Phase werden sie mit aller Härte darum kämpfen, ihre Macht zu erhalten. Dazu gehört auch Krieg. Internationaler Krieg findet statt, um die Staatskasse mit der Kriegsbeute aufzufüllen und/oder um die eigene Macht zu stärken, so wie es früher der Fall war (das ist auch Putins Konzept); oder wir haben es mit der modernen Version zu tun, bei der Krieg genutzt wird, um von Bürgerunruhen (die in den USA bevorstehen) abzulenken. Krieg wird auch vom Zaun gebrochen, um alte Rechnungen zu begleichen (China vs. Japan, Nordkorea vs. Südkorea, Russland vs. den Westen).

Man muss in diesem Zusammenhang begreifen, dass der Trend unumkehrbar ist. Ja, der Trend ist unvermeidlich. Warum? Weil es keine Veränderung ohne Leid gibt. Es ist unrealistisch, davon auszugehen, dass der Staat einfach sagt: „Oh meine Güte, Sie haben ja Recht, lassen Sie uns Reformen durchführen! … Oh, hier haben Sie Ihre Rechte zurück, die wir verfassungswidrig gestohlen haben. Sorry, unser Fehler!“

Politische Veränderungen gehen niemals schmerzfrei über die Bühne. Das ist es ja, worum es bei Revolutionen geht. In der Geschichte der Menschheit hat der Staat nicht ein einziges Mal erklärt, dass er falsch lag, und die Macht wieder an die Bürger abgetreten, ohne dass nicht irgendetwas diesen Wandel herbeigeführt hätte. So funktionieren die Dinge nun einmal, und es ist auch der Grund, warum Thomas Jefferson sagte, dass der Baum der Freiheit von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Tyrannen und Patrioten gegossen werden muss.

Daher ist es auch einfach, den Trend der Masse zu antizipieren, und darum geht es bei Zyklen ja. Das bedeutet nun aber nicht, dass wir als Individuen hoffnungslos verloren sind. Als Individuen besitzen wir den freien Willen – wir können uns entscheiden, ob wir uns wie dumme Schafe verhalten oder dem Zug, den wir auf uns zukommen sehen, aus dem Weg gehen. Das ist auch der Grund, warum es immer zwei politische Kräfte gibt, die sich entgegenstehen.

Die Leute fragen mich immer, was passieren würde, wenn alle unsere Modelle verwendeten. Ganz einfach: Das würde nie passieren. Es gibt immer Menschen, die niemals daran glauben würden, weil sie nicht in der Lage sind, die Dinge innerhalb einer dynamischen Struktur zu erkennen. Sie können die Welt nur auf lineare Art und Weise wahrnehmen.

Also ja: Es ist unvermeidlich. Man kann ein paar hunderttausend Menschen um sich scharen und auf Washington marschieren. Dadurch würde man gar nichts ändern, wie man bei der Occupy Wall Street Bewegung gesehen hat. Die Regierung nimmt die Menschen unter Zuhilfenahme irgendwelcher Vorwände einfach fest.

Michael Bloomberg, der zu jener Zeit Bürgermeister von New York war, machte sich größere Sorgen darüber, dass die New Yorker Limonade trinken als um die Redefreiheit. Gott behüte – sie protestieren gegen die Banker! Hier sollte man im Hinterkopf behalten, dass Bloomberg früher bei Salomon Brothers arbeitete.

Und genauso wie der vermeintlich progressive Bloomberg darauf aus war, die Redefreiheit zu vernichten – sich gleichzeitig aber darum sorgte, wie viel Limonade die Menschen trinken –, sind wir hoffnungslos in einer Abwärtsspirale aus Schulden und Korruption verloren, was sich nur mit Krieg und Bürgerunruhen wieder ändern wird.

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