Armstrong Economics: Gold, Dow Jones & US-Dollar

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 01.05.2014

Gold: Nächste Phase des Bullenmarkts könnte noch auf sich warten lassen

Während die Goldbugs weiterhin behaupten, dass unsere aktuelle Einschätzung falsch ist und Gold tausende von Dollars in die Höhe schießen wird, ist der Trend bei Gold derzeit noch nicht bereit dafür. Im Hinblick auf die am kürzesten laufenden Gold-Futures würde ein Monatsschlusskurs unter der Marke von USD 1.251 pro Unze signalisieren, dass ein Kursrückgang bevorsteht.

Bei Gold liegen unsere Stützungslinien nach wie vor bei USD 1.155 und USD 904 pro Unze – es hat sich bisher also nichts geändert. Als Ziel haben wir immer noch Juni im Blick. Der Richtungswechsel beginnt nächste Woche. Ein Wochenschlusskurs unter USD 1.280 pro Unze sollte den Rückgang einleiten. Unsere bärisches Tagesumkehrmarke bei USD 1.253 pro Unze bleibt weiterhin intakt.

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Aus technischer Sicht befindet sich der Oszillator immer noch in einer bärischen Phase, und dasselbe gilt für die Kursentwicklung, die sich wunderbar innerhalb des Bruchstellen-Abwärtskanals halten konnte. Die untere Linie dieses Abwärtskanals weist in Richtung des Preisziels von USD 904 pro Unze und die Aufwärtstrendlinie verläuft bei rund USD 1.155 pro Unze. Die technischen Details stehen mit den Umkehrpunkten also in Einklang.

Dow Jones: Kein Monster-Crash in Sicht

Entgegen all der Prognosen eines massiven Crashs hat der Dow Jones Industrial Average bisher kein finales Allzeithoch verzeichnet. Auf unserer World Economic Conference haben wir jedoch darauf hingewiesen, dass wir kurzfristig mit einer Korrektur und zwischen Juni 2013 und Januar 2014 mit einem Anstieg der Volatilität rechnen. Der Oszillator notiert auf einem Hoch und beginnt nun zu fallen.

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Im Mai findet ein Richtungswechsel statt. Wir sind also im Hinblick auf eine in nächster Zeit bevorstehende Korrektur nach wie vor auf der Hut.

Die bärische Wochenumkehrmarke verläuft bei dem Niveau von 15.665 Punkten, die nächste liegt dann bei 15.284 Punkten. Der Richtungswechsel beginnt nächste Woche und die Zielwoche ist die dritte Juniwoche. Ein Tagesschlusskurs unter der Marke von 15.824 Punkten würde weitere Schwächen signalisieren. Die wichtige Stützungslinie verläuft bei 15.665 Punkten, die nächste dann bei 14.700 Punkten. Nur ein Monatsschlusskurs unter 12.288 Punkten würde einen anhaltenden Kursrückgang nahelegen.

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Aus dem Tageschart des Dow Jones Industrial Average geht hervor, dass die Ausbildung des Hochs eher flach verläuft, und das legt nahe, dass weitere neue Hochs bevorstehen und wir es hier keinesfalls mit einem schönen, sauberen, isolierten Hoch zu tun haben, das den Zusammenbruch von Märkten nahelegt, wie Viele behaupten.

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Es ist völlig egal, welchen Wert wir uns auch anschauen, bei der Ausbildung des Hochs muss es zu einer Phasentransformation (siehe obigen Chart) kommen. Man bekommt keine drei Gelegenheiten, um auf dem finalen Allzeit-Rekordhoch zu verkaufen. Der US-Aktienmarkt ist immer noch auf dem Weg, nach oben hin auszubrechen, was durch Kapitalströme in die USA angeheizt werden wird.

Kapitalströme: Gelder fließen zurzeit nach Großbritannien und Westeuropa

Dieses Mal sind Immobilien die erste Wahl, um das Kapital aus der Schusslinie zu holen. Wir beobachten, dass die Chinesen nach wie vor australische Immobilien kaufen, während vermögende Russen die Steuererhöhungen Putins und die Talfahrt des Rubels als Rechtfertigung nehmen, um das Kapital aus den Banken zu holen und es in Immobilien zu stecken. Selbst vermögende Ukrainer versuchen derzeit, mehr Geld in Londoner Immobilien zu investieren. London wird für ein wenig sicherer gehalten als Europa und Westeuropa ein wenig sicherer als Osteuropa. Das dürfte dazu beitragen, dass der Euro noch ein wenig weiter steigt und kurzfristig auch dem Britischen Pfund Stützung verliehen wird.

Die europäischen Zinssätze brechen gegenwärtig weiter ein, da das Kapital aufgrund von Kriegsängsten in Richtung des Zentrums strömt. Dieser Trend dürfte sich wieder umkehren und sich nach Herbst 2015 in Form eines Dollaranstiegs bemerkbar machen. Dieser Dollaranstieg ab Herbst 2015 steht mit dem Economic Confidence Model in Einklang, so wie es bisher immer der Fall gewesen ist:

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Auf dem obigen Charten können wir sehen, dass auf das Tief von 1995 im Jahr 2008 das 13-Jahreshoch folgte – es verlief genau nach Plan. Das sollte dafür sorgen, dass der Dollar ab 2016 abermals auf neue Hochs schießt. Wie Sie anhand des US-Dollar-Indexes sehen können, hat das Kursmuster nichts mit einer Phasentransformation oder einem explosiven Hoch zu tun.

Die Dollarrally des Jahres 2008 reichte viel zu stark an das Hoch von 1985 heran, das die Schaffung der G5-Gruppe beim Plaza Akkord zur Folge hatte. Das ist eine Warnung, dass das finale, explosionsartige Dollarhoch, das die US-Wirtschaft zerschmettern wird, im Jahr 2021 erzielt werden dürfte. Ab dann rechnen wir mit einem Abzug des Auslandskapitals aus den USA.

Währungen: Die deflationäre Seite des US-Dollars und anderer Währungen

Eines der am schwierigsten zu begreifenden Konzepte ist die Tatsache, dass eine Währung das genaue Gegenteil von Vermögenswerten ist. Wenn Vermögenspreise wie Gold und Aktien steigen, bedeutet das, dass die Kaufkraft der Währung sinken muss. Das ist die Standardfunktion einer Währung, und dabei ist es unerheblich, was die Währung gerade ist. Das ist auch der Grund, warum ich gesagt habe, dass ein Goldstandard mit einem Rückgang des Goldpreises einherginge, nicht mit einer Rally im Rahmen eines Goldbullenmarkts.

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Man kann eine Währung nicht so betrachten, als würde es sich dabei um eine Aktie handeln. Bei Währungen ist ein Anstieg deflationär und ein Rückgang inflationär.

Unten stehend sehen Sie den Dow Jones sowie den US-Dollar während der Großen Depression in den 1930er Jahren. Der Dow Jones bildete 1932 sein Tief aus, während der US-Dollar sein Hoch ausbildete. Daher würde eine normale Dollarrally nach Herbst 2015 (1.) Deflation und (2.) eine abermalige Kapitalkonzentration in den USA widerspiegeln. Der steigende Euro spiegelt zurzeit keine boomende Wirtschaft wider, sondern eine sich abschwächende.

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Der Yen legte eine Rally hin, während der Nikkei zurückging, wie aus den nachfolgenden Charts hervorgeht. Der Yen auf Dollarbasis weist den Rückgang des US-Dollars gegenüber dem Yen aus. Das ist das sich entwickelnde Standardmuster. Der Anstieg einer Währung ist im Allgemeinen bärisch für Vermögenswerte.

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Es gibt jedoch auch Phasen, in denen es aufgrund von Krieg zu Kapitalflucht kommt. Unter solchen Rahmenbedingungen – aber nur dann – sehen wir, dass die inländischen Vermögenswerte und die Währung auf aggressive Art beide gemeinsam steigen. Eine Währung steigt dann im Wert, wenn es aufgrund von fremdländischen Investments zu einem starken Kapitalzufluss kommt.

Bei Großbritannien sorgte der Rückgang des Britischen Pfunds auf USD 1,03 im Jahr 1985 dafür, dass der britische Leitindex FTSE auf Jahresbasis über die Trendlinie ausbrach. Diese Linie hat seitdem gehalten.

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Ein Anstieg der Währung findet also eher aufgrund von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland statt und nicht so sehr aufgrund inländischer Kapitalkonzentration. Daher ist es wichtig, die Kapitalströme sorgsam zu beobachten, um die Richtung der Märkte und Währungen zu bestimmen und herauszufinden, wann es bei den treibenden Kräften zu einer Trendumkehr kommt.

Die Weltwirtschaft ist ein dynamisches Gebilde, das sich nicht durch eine einzelne Regel einer nicht existierenden eindimensionalen Welt erklären lässt. Daher haben wir davor gewarnt, dass es aufgrund von Krieg auch zu einer Zyklen-Umkehr kommen kann.

Anhand der Kursentwicklung des Londoner Leitindizes FTSE wird ersichtlich, dass auch dieser Index auf neue Hochs ausbrechen dürfte. Sie sollten hier im Hinterkopf behalten, dass Panzer ohne Boote nicht durch den Ärmelkanal fahren können, was Großbritannien von Westeuropa eindeutig unterscheidet.

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