Sprott: Silber könnte in den kommenden Jahren auf weit über USD 400 pro Unze steigen

King World News, 09.04.2014

Der Milliardär Eric Sprott schockierte King World News heute, als er im Interview erklärte, dass aus den Tresoren der westlichen Zentralbanken jedes Jahr bis zu 4.000 Tonnen Gold abfließen würden. Darüber hinaus sprach Sprott darüber, wie das Ganze nach seinem Dafürhalten ausgehen würde und warum es durchaus denkbar sei, dass Silber auf atemberaubende Preisniveaus zwischen USD 400 und USD 1.000 pro Unze explodiert. Richtig knallen würde es seines Erachtens, wenn das von China gekaufte Gold nicht mehr ausgeliefert werden kann. Im Folgenden finden Sie, was Sprott in diesem bemerkenswerten Interview zu sagen hatte:

Eric King: „Ich weiß, Sie haben die KWN-Interviews mit Dr. Philipa Malmgren, der früheren Mitarbeitern des Weißen Hauses gelesen. Sie gehörte auch zum PPT, dem Plunge Protection Team. Und ihre Kommentare zu Gold waren sehr interessant. Dr. Malmgren sagte:

´… Ich glaube, am Ende des Tages zählt nur, dass die Schwellenmärkte wie China und Russland ihre Goldbestände gegenwärtig ausbauen. Und ich finde es außerordentlich bemerkenswert, wie sie in der Lage sind, ihre Goldbestände auszuweiten, während der Goldpreis fällt.`

Sie haben ja erwähnt, dass das Gold zurzeit aus den Tresoren der westlichen Zentralbanken abfließt, und Dr. Malmgren hat das auch angedeutet. Wie viel Gold fließt denn aus diesen Tresoren ab?“

Sprott:Es könnten bis zu 4.000 Tonnen pro Jahr sein. Ich war immer der Meinung, dass es in den letzten zehn Jahren rund 2.000 Tonnen pro Jahr gewesen sind. Und ich glaube, dass sie (westliche Zentralbanken) jetzt vielleicht nur noch 20.000 Tonnen Gold haben.

Das ist einer der Gründe, warum ich dachte, dass der Angriff auf den Goldpreis im letzten Jahr darauf abzielte, zusätzliche 1.000 Tonnen Gold von den börsennotierten Goldfonds (Gold-ETFs) zu bekommen, weil ihnen das Gold ausgegangen war.

Und die Menge (an abfließendem Gold) ist ganz offenkundig noch gestiegen. Wenn man mal darüber nachdenkt, dann haben die Chinesen ihre Goldimporte mindestens um 1.000 Tonnen erhöht – das ist ein 25%iger Marktanteil, den sie zuvor noch nicht nachgefragt hatten, und trotzdem sank der Goldpreis. Und die Inder kamen im letzten Jahr auch in den Silbermarkt und kauften zusätzliche 20% und der Preis sank.

Also wir hatten es mit all diesen Ungereimtheiten zu tun, die in einem normalen Markt völlig unmöglich wären. All die harten Daten legen nahe, dass die Nachfrage in all diesen Märkten höher ist als das Angebot. Und früher oder später wird es bei den Auslieferungen zu Ausfällen kommen. Wie lange werden Sie das Ganze an der COMEX und der LBMA noch am Laufen halten können, wenn keine realen Auslieferungen stattfinden? Wir werden sehen – denn der Tag, an dem nichts mehr da ist, was man noch kaufen könnte, liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne. […]

Ich hoffe, dass wir herausfinden, dass kein Gold mehr da ist, denn ich glaube, dass die Tresore leer sind. James Turk merkte ja an, dass in den Scheideanstalten Goldbarren aus den 1960er Jahren auftauchen. Nun ja, das hängt damit zusammen, dass gegenwärtig das Letzte zusammengekratzt wird. Daher bin ich auch der Meinung, dass der Ausblick für alle Edelmetalle atemberaubend ist.“

Eric King: „Wo Sie gerade von James Turk sprechen. Sein Preisziel für Silber liegt bei USD 400 pro Unze. Ist das realistisch?“

Sprott: „Es ist immer schwierig, eine solche Frage zu beantworten, weil niemand sagen kann, was die Behörden machen werden. Selbst mein Partner Rick Rule legte nahe, dass auf alle möglichen Dinge die Zahlungsunfähigkeit ausgerufen werden kann. Und wir wissen, dass es irgendeine Art von Zahlungsausfall geben muss. Daher gehen wir auch davon aus, dass sie es sich entweder nicht mehr leisten können, die Rechnungen zu begleichen, oder die Währung entwerten und die Schulden dann mit entwerteter Währung bezahlen werden.

Sollten sie sich jedoch für die zweite Option entscheiden, bei der sie einfach die Währung entwerten, kann der Silberpreis sonst wohin schießen. Wenn es für einen Wert eine reale Nachfrage gibt, kann dieser Wert gegenüber fiktiv bewerteten Währungen sonst wohin gehen – da gibt es dann keine Grenze mehr. Daher kann Silber natürlich auch auf USD 400 pro Unze steigen. Es könnte auch auf USD 1.000 pro Unze steigen. Und falls wir irgendeine Art von Hyperinflation bekommen sollten, ja wer weiß, wo der Silberpreis dann stehen würde!

Aber wenn man einfach bloß fragt, was man lieber hätte – einen 20-Dollar-Schein oder eine Unze Silber oder USD 1.300 an Bargeld oder USD 1.300 an physischen Gold –, ja dann ist die Antwort ziemlich einfach, wenn man sich darüber im Klaren ist, was sich heutzutage abspielt. Es ist schon lustig, dass wir uns seit zwei Jahren mit diesem Schwachsinn an den Papiermärkten herumschlagen müssen, aber die meisten Leute, die Sie interviewt haben und die ja bereits vor vielen Jahren viele dieser Dinge voraussagten und auch selbst in den Märkten aktiv waren wie Sie und ich, wissen ja, dass der Tag kommt, an dem wir beim Goldpreis einige riesige Aufwärtsbewegungen sehen werden – ungeachtet der Tatsache, dass die Börsen dann versuchen werden, diese Kursbewegungen einzuschränken.

Das wird nicht funktionieren. Die Rohstoffbörsen werden wahrscheinlich in die Pleite abrutschen. Irgendwann werden die Chinesen eine Kauforder tätigen und es wird einfach kein Gold mehr da sein, und auch Silber könnte blitzschnell verschwinden – oder Platin oder Palladium, davon wird ja kaum etwas aus dem Boden geholt, und gegenwärtig befinden sich vielleicht ein Drittel der Produktionsstätten im Streik. Also ich glaube, dass unser Tag kommen wird.“

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