Finanz-Chaos: 3 Hinweise darauf, dass die Aktien- und Anleihemärkte komplett verrücktspielen

Simon Black, Sovereignman.com, 22.05.2014

Eigentlich ist es Teil des Hamsterrads: Geh zur Schule, studiere hart, suche dir eine Arbeit und kaufe Aktien.

Im Grunde wird von jedem, der in den westlichen Industrieländern lebt, erwartet, dass er ab irgendeinem Punkt in seinem Leben damit beginnt, in Aktien zu investieren.

„Was macht dein Portfolio … ?“ so oder so ähnlich lautet die Frage auf den Cocktailpartys, und viele Männer vergleichen die Größe ihrer Bestände, als befänden sie sich immer noch in der Umkleide vom Schulsport.

Was die eigenen Finanzen anbelangt, sagt uns praktisch das gesamte herkömmliche Wissen, dass man sich Aktien kaufen sollte.

Wir werden mit Werbung bombardiert und große Plakate erklären uns auf hypnotische Art, dass wir unsere Ersparnisse dem Aktienmarkt anvertrauen sollten.

Oftmals sind es irgendwelche grau melierten Pärchen, die am Strand flanieren und anscheinend stark von sich selbst überzeugt sind.

Ist das Cialis-Werbung? Nein, es ist das 1. Gebot der Ruhestandsplanung: Kaufe Aktien!

Der Durchschnittsinvestor wird mit dem Mantra bombardiert, dass Aktien (und Aktienfonds und Anleihen) die einzig vertrauenswürdige Vermögensklasse sind, die man berücksichtigen solle.

Aber nur die wenigsten Finanzexperten begreifen (oder wollen einräumen), dass diese Märkte völlig kaputt sind.

Die Funktion des Markts besteht darin, Käufer und Verkäufer bei freiem Informationsfluss zusammenzuführen, sodass beim jeweiligen Vermögenswert der passendste Preis gefunden wird.

Dieses Element der Preisfindung ist einer der wichtigsten Marktmechanismen überhaupt. Und er funktioniert nicht mehr.

Wenn man heutzutage eine Aktie kauft, investiert man nicht mehr länger in ein Unternehmen, sondern man zockt nur noch und ist dabei auf Gedeih und Verderb einer einzigen Person ausgeliefert. Wird Janet Yellen Geld drucken oder nicht? Das ist die Frage.

Im Folgenden finden Sie ein paar Hinweise von letztem Monat, die diesen Punkt noch einmal unterstreichen:

1. Die Aktienmärkte haben sich von der Wirklichkeit abgekoppelt

Am 30.04.2014 veröffentlichte die US-Regierung die aktuellen Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum. Und diese Zahlen besagen, dass das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres praktisch zum Erliegen kam.

Und das kam zu den besorgniserregenden Wirtschaftsmeldungen aus China, Japan und Europa noch hinzu.

Und, wie reagierten die Aktienmärkte auf das rückläufige Wachstum in den größten Wirtschaften auf dem Planeten? Der Dow Jones Industrial Average kletterte auf ein Allzeithoch.

Das ist kein Preis, der irgendetwas mit der Realität zu tun hat.

2. Das Wetter ist schuld

Zahlreiche große Einzelhändler wie Wall Mart, Staples oder Ford haben gegenüber der Vorjahresperiode bedeutende Gewinn- und Umsatzrückgänge gemeldet. Ihre Ausrede? Das Wetter.

Angeblich gingen die US-Verbraucher nicht nach draußen, um zu shoppen, weil es zu kalt war.

Luxusmarken von Burberry bis hin zu Lamborghini konnten im ersten Quartal dieses Jahres aber Rekordumsätze verbuchen … so als hätte das Wetter auf Reiche keinen Einfluss.

Noch einmal: Die großen Aktienindizes notieren aktuell auf Allzeithochs und blenden die zu Grunde liegende wirtschaftliche Fäulnis absichtsvoll aus.

3. Überteuerte Ramsch-Schulden

Die Renditen für Schulden mit Ramschstatus sind wieder auf rund 5% gefallen. Der börsennotierte Fonds iShares High Yield Corporate Bond (also Ramschanleihen) notiert aktuell auf einem Rekordhoch.

Mit anderen Worten: Der Markt glaubt, dass eine Rendite von 5% angesichts der beträchtlichen Wahrscheinlichkeit, dass man sein Geld verlieren könnte, absolut angemessen sei.

Um das noch einmal ins Verhältnis zu setzen: 1-jährige US-Staatsanleihen rentierten 2001 noch mit 5% pro Jahr.

All diese Hinweise deuten darauf hin, dass die Finanzmärkte ihren Sinn für Rationalität verloren haben. Es könnte durchaus sein, dass wir nun ein Dummheitsmaximum erreicht haben.

Diese Rahmenbedingungen werden letztlich dazu führen, dass die Menschen aus den Aktien und Anleihen herausgetrieben werden – aber zweifelsohne erst nachdem es zu massiven Rückgängen gekommen ist –, und hoffentlich werden sie ihren Investmenthorizont dann auch auf andere Vermögensklassen ausweiten.

Anstatt sein Kapital im Aktienmarkt zu versklaven und den Launen der Zentralbanker auszuliefern, sollte man über andere Investmentmöglichkeiten nachdenken. Beispielsweise kann man ein eigenes Unternehmen besitzen … in diesem Fall würde man nämlich tatsächlich wieder in ein Unternehmen investieren. Produktives Ackerland ist eine weitere großartige Investmentklasse … angesichts der trostlosen Angebots-Nachfrage-Situation bei Nahrungsmitteln dürfte Ackerland in den kommenden zehn Jahren zum Selbstläufer werden.

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