Finanz-Crash voraus: Spekulationsblasen soweit das Auge reicht!

Michael Snyder, The Economic Collapse, 08.07.2014

Können noch irgendwelche Zweifel daran bestehen, dass wir in einer Blasen-Wirtschaft leben? Aktuell erleben wir in den Vereinigten Staaten eine Aktienmarkt-Blase, eine Staatsschulden-Blase, eine Unternehmensschulden-Blase, eine Immobilien-Blase in San Francisco, eine Ackerland-Blase, eine Finanzderivate-Blase und eine Studentenkredit-Blase gleichzeitig. Und von allen anderen Dingen auf dem Planeten ließe sich dasselbe behaupten. Fakt ist jedenfalls, dass die Gesamtverschuldung der weltweiten Länder seit der letzten Wirtschaftsrezession um rund 40% gestiegen ist.

Es ist aber noch nie sonderlich tragfähig gewesen, wenn die Vermögenspreise und die Schuldenniveaus wesentlich schneller steigen als das Wirtschaftswachstum. Die Geschichte hat gezeigt, dass letztlich alle Finanzblasen platzen, und wenn die aktuellen Finanzblasen platzen, werden die negativen Auswirkungen absolut riesig ausfallen.

Sie wissen, dass es gefährlich wird, wenn selbst die New York Times damit anfängt, überall Spekulationsblasen zu sehen. Das Nachfolgende ist ein kurzer Auszug eines jüngst von Notquant.com veröffentlichten Artikels:

„Die New York Times weist darauf hin, dass jetzt aus historischer Sicht praktisch alles auf dem Planeten teuer ist. Und dann stellt die Zeitung die offenkundige Frage: Haben wir es hier mit einer Spekulationsblase zu tun?

´Willkommen beim Alles-Boom – und es ist durchaus möglich, dass es sich hierbei um die Alles-Blase handelt. Nach historischen Standards ist aktuell praktisch jede Vermögensklasse überall auf dem Planeten teuer. Aktien und Anleihen; Schwellenmärkte und Industrienationen; städtische Bürotürme und Ackerland in Iowa – nehmen Sie, was Sie wollen. Und alles wird zu Preisen gehandelt, die nach historischen Standards und im Vergleich zu ihren Fundamentaldaten teuer sind. Die Kehrseite sind relativ geringe Renditen für die Anleger.`

´Durchaus möglich?` Wir sind uns nicht ganz im Klaren darüber, welche Definition die New York Times für das Wort ´Blase` verwendet, aber wir sind der Meinung, dass ein ziemlich deutlicher Hinweise auf eine Blase vorliegt, wenn die Preise für praktisch alles in die Höhe schießen und die zuvor etablierten historischen Preisdecken nach oben hin durchbrochen werden.“

Wenn die Menschen an Spekulationsblasen denken, haben sie dabei natürlich zunächst einmal den Aktienmarkt vor Augen. Ja richtig, am Aktienmarkt haben wir es zurzeit mit einer Spekulationsblase zu tun. Der Dow Jones ist seit dem Höhepunkt der letzten Rezession um über 10.000 Punkte gestiegen und notiert heute fast 3.000 Punkte über dem Hoch, das während der letzten Aktienmarktblase im Jahr 2007 verzeichnet wurde, also zu einem Zeitpunkt, wo die US-Wirtschaft viel stärker war als heute.

Dow-Jones-Industrial-Average-2014_01

Aber die Aktienpreise spiegeln die wirtschaftliche Realität natürlich überhaupt nicht Weise wider. Die US-Wirtschaft ist bisher nicht einmal ansatzweise an das Niveau herangekommen, das vor der letzten Finanzkrise erreicht worden war, und dennoch sind die Aktienpreise aufgrund der massiven Gelddruckmaßnahmen der US-Notenbank auf beispiellose Hochs geschossen.

An irgendeinem Punkt wird eine massive Korrektur ins Haus stehen. Keine Aktienmarkt-Blase konnte sich bisher auf immer und ewig halten. Es gibt eine Reihe technischer Gründe, warum sich am Horizont zurzeit Marktverwerfungen zusammenbrauen. Das Finanzmagazin Forbes hat diese Gründe jüngst in einem Artikel mit dem Titel „Diese 23 Chart beweisen, dass sich der Aktienmarkt auf dem Weg in einen verheerenden Crash befindet“ zusammengetragen.

Die Blasen an den Finanzmärkten sind mittlerweile so offenkundig geworden, dass jetzt selbst die Zentralbanker damit anfangen, uns davor zu warnen. Nehmen wir beispielsweise das, was die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Thema zu sagen hat. Zerohedge.com meldete:

„Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat davor gewarnt, dass sich die ´euphorischen` Finanzmärkte von der Realität der Post-Krisen-Malaise abgekoppelt haben, und fordert die Staaten auf, von politischen Strategien Abstand zu nehmen, mit denen nicht tragfähige Vermögens-Booms angeheizt werden.

Während die Weltwirtschaft damit zu kämpfen hat, aus dem Schatten der Krise von 2007 bis 2009 herauszutreten, sind die Kapitalmärkte ´außerordentlich beschwingt`, so die in Basel sitzende Bank, was zum Teil auch auf die weltweit betriebene, ultralockere Geldpolitik zurückgehen würde.

Die führenden weltweiten Zentralbanken sollten nicht dem Fehler erliegen, die Zinsen ´zu langsam und zu spät` anzuheben, so die BIZ, die die Politiker aufforderte, die fortwährende Zunahme der weltweiten Schuldenlast aufzuhalten und Reformen einzuleiten, um die Produktivität zu erhöhen.

Darüber hinaus warnte die BIZ in ihrem Jahresbericht, dass sich in den Schwellenmärkten aktuell weitere Risiken zusammenbrauen würden und es frühe Warnhinweise auf eine mögliche Bankenkrise in einer ganzen Reihe von Ländern gäbe, darunter auch in China.

´Speziell Länder, die sich in der späten Phase von Finanz-Booms befinden, stehen nun vor der Entscheidung, den Abwärtsschwung des Zyklus zu befördern oder zu einem späteren Zeitpunkt ein noch größeres Platzen der Blase zu riskieren`, so die BIZ.“

Bedauerlicherweise ist es genauso wie 2007 – die meisten Menschen haben sich dafür entschieden, die Warnungen einfach zu ignorieren.

Eine weitere sehr beunruhigende und derzeit immer größer werdende Blase ist die riesige US-Verbraucherkredit-Blase. Laut dem Wall Street Journal sind die Verbraucherkredite in den USA im Mai dieses Jahres mit einer Jahresrate von 7,4% gestiegen:

„Die US-Notenbank meldete am Dienstag, dass die Verbraucherschulden – also Verbraucherkredite ohne Immobilienschulden – im Mai mit einer Jahressrate von 7,4% auf ein Rekordhoch von USD 3,195 Billionen gestiegen sind. Der größte Teil des Anstiegs ging auf die 9,3%ige Zunahme bei nicht revolvierenden Krediten zurück, bei denen es sich zu weiten Teilen um Auto- und Studentenkredite handelt. Revolvierende Kredite – hauptsächlich Kreditkartenschulden – stiegen lediglich mit einer geringen Rate von 2,5%, nachdem sie zuvor um 12,3% zulegten.“

Das wäre ja in Ordnung, wenn die US-Gehälter ebenfalls mit einer Jahresrate von 7,4% zulegen würden, aber dem ist natürlich nicht so. In Wahrheit ist das mediane Haushaltseinkommen in den USA sogar fünf Jahre in Folge gefallen. Und da die Qualität der US-amerikanischen Arbeitsplätze immer schlechter wird, fallen natürlich auch die Gehälter – während die Rechnungen immer größer werden. Dadurch geraten zig Millionen amerikanische Familien unter ungeheuren finanziellen Druck.

Und wenn wir uns die US-amerikanische Gesamtschuldenblase anschauen, wird es sogar noch gruseliger. Ich hatte in der Vergangenheit ja bereits auf einen Chart hingewiesen, aus dem das unglaubliche Wachstum der US-amerikanischen Gesamtverschuldung hervorgeht. In den letzten 40 Jahren ist die US-Gesamtverschuldung von rund USD 2,2 Billionen auf heute knapp USD 60 Billionen gestiegen.

Total-Debt_02

Ist das nachhaltig? Natürlich nicht! Keine einzige dieser Blasen ist nachhaltig. Die Frage ist nicht, „ob“ sie platzen werden, sondern „wann“ es soweit sein wird.

Und einige Beobachter sind der Auffassung, dass wir uns diesem Zeitpunkt nun immer schneller annähern. Laut Marc Faber gibt es sogar schon erste Hinweise darauf, dass diese Entwicklung bereits eingesetzt hat. Themostimportantnews.com meldet:

„Es ist die Frage, mit der alle Anleger zu kämpfen haben: Befinden sich die Vermögenspreise in einer Blase oder spiegeln sie einfach nur die Tatsache wider, dass die Weltwirtschaft erneut in eine Wachstumsphase eingetreten ist?

Für Marc Faber, den Herausgeber des Gloom, Boom & Doom Reports, ist die Antwort klar: Seines Erachtens könnte sich die Blase bereits in ihrer Zusammenbruchsphase befinden:

´Ich glaube, dass wir es bei allen Vermögenspreisen mit einer kolossalen Blase zu tun haben – und am Ende wird sie platzen, und vielleicht hat sie bereits damit begonnen, zu platzen`, so Faber am Dienstag gegenüber CNBC, als der S&P 500 Index den zweiten Tag in Folge Verluste zu verbuchen hatte.“

Wir werden ja sehen, wie viel Zeit uns noch bleibt, bevor diese Blasen zu platzen beginnen.

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