Gold: Warum der Goldpreis eines Tages überraschend durch die Decke schießen wird

Eine Warnung für all jene, die Gold bereits abgeschrieben haben

Rick Ackerman, Rickackerman.com, 01.09.2014

Langsam fange ich nun wieder damit an, mich für Gold zu begeistern. Wie viele von Ihnen, habe auch ich Gold nie abgeschrieben, es ist nur so langweilig geworden, dass es mich einfach nicht mehr interessiert hat. Und wem wollte man vorwerfen, das Interesse an Gold verloren zu haben, wo das Metall kurz davor steht, das vierte Jahr seines Bärenmarkts einzuleiten?

Gold sah über so lange Zeit derart schlecht aus, dass mich jedes Mal, wenn es eine steile Rally hinlegte, das Gefühl beschlich, dass wir abermals eins auf die Mütze bekommen. Ihnen dürfte es ähnlich gegangen sein. Aber warum fange ich nun dennoch an, mich wieder für Gold zu begeistern?

Das geht auf Richard Postma zurück, einen Freund und regelmäßigen Gesprächs- und Interviewpartner von mir. Postma ist Arzt und überdies ein cleverer Investor und Markt-Timer. Und er gehört zu der geduldigeren Sorte, was ziemlich selten ist. Er kann Monate oder gar Jahre warten, während die außerordentlichen Investmentmöglichkeiten langsam Form annehmen. Ja er war mir sogar mehr als nur einmal einen entscheidenden Schritt voraus, wenn es darum ging, bei Gold bedeutende Preisschwünge vorherzusagen. Deswegen höre ich natürlich auch zu, wenn er etwas zu sagen hat.

Postma ist der Auffassung, dass Gold und Silber jetzt kurz davor stehen, abzuheben – und das könnte bereits im September oder Anfang Oktober sein. Und diese Einschätzung sorgte bei mir dafür, mir die Charts abermals anzuschauen und nach Hinweisen Ausschau zu halten, welche diese Auffassung stützen. Meine Schlussfolgerung ist, dass Postma hier an etwas dran ist. Die Beweise sind da, wenn man nur danach schaut.

Zunächst einmal notieren die Edelmetalle nach wie vor nahe ihrer Tiefs, ohne dass es zu einem Einbruch gekommen wäre. Die Rallys waren kurz und ihnen folgten immer wieder Preisrückgänge, die selbst die loyalsten Gold-Anhänger fertig machten. Der aufschlussreichste Hinweis ist jedoch, dass die Edelmetallminenaktien an Tagen mit schwacher Edelmetallnachfrage immer weniger gewillt sind, Zugewinne abzugeben.

Zeichen einer Bodenbildung

Obschon die Hinweise in ihrer Gesamtheit nach meinem Dafürhalten ein ziemlich klares Bild zeichnen, hätte ich das große Ganze wohl aus dem Blick verloren, hätte ich mich mit Postma nicht kürzlich auf einer Reise zu einer Mine in Nevada ausgetauscht. Auf dem Rückflug nach Denver stellten wir im Rahmen eines längeren Gesprächs fest, wie ähnlich unsere Vorstellungen bezüglich des Timings sind.

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Er geht davon aus, dass Gold und Silber nur noch eine kleine Korrektur hinlegen werden, bevor die Metalle abheben. Und ich habe beim Gold- und Silberpreis und den bekannteren Minenaktien ebenfalls nach zumindest ein klein wenig tieferen Tiefs Ausschau gehalten … Unsere Korrektur-Ziele liegen nur geringfügig auseinander. Silver Wheaton ging am Freitag mit USD 24,73 pro Aktie aus dem Handel, während wir beide davon ausgehen, dass die Aktie noch weitere USD 1,00 pro Aktie nachgeben kann, bis ein finales Tief etabliert ist.

In Wirklichkeit ist es jedoch der Edelmetallsektor insgesamt, der gerade in aller Stille einen Bodenbildungsprozess durchmacht, der mich am meisten begeistert. Oft nehmen Bullenmärkte genau auf diese Art ihren Anfang.

Zunächst vernichtet der Bärenmarkt das Vertrauen der Bullen – sogar der eingefleischtesten –, da der Preis über einen längeren Zeitraum hinweg unerbittlich zurückgeht. Diese Talfahrt kennzeichnet sich durch starke Rallys, die immer wieder für Hoffnung sorgen, bevor diese Hoffnung abermals zerschmettert wird, da jedes Mal drastische Abverkäufe folgen.

Wenn nach den Abverkäufen die unvermeidlichen Bärenmarktrallys einsetzen, interessiert das die Investoren auch nicht mehr. Im Laufe der Zeit verfügen zunehmend weniger Goldbugs über die Energie oder Überzeugung, Vermögenswerte des Edelmetallsektors im Rahmen dieser Bärenmarktrallys zu kaufen. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass alle Gold- und Silberrallys der letzten drei Jahre gescheitert sind.

Eines schönen Tages …

Eines schönen Tages – und vielleicht kommt dieser Tag früher als viele der einstigen Goldbugs glauben – wird das Metall aber in die Höhe schießen und nicht wieder zurückkehren. Die meisten werden es für eine weitere Sucker-Rally halten; sie werden die Rally einfach ignorieren und mit einem der üblichen daraufhin einsetzenden Abverkäufe rechnen. Stattdessen wird Gold seinen Anstieg aber für ein paar weitere Wochen fortsetzen, bis es den Zweiflern langsam dämmert, dass es dieses Mal vielleicht doch anders sein könnte.

Aber dann wird es zu spät sein. Der Goldpreis ist dann innerhalb eines Monats vielleicht schon um USD 300 bis USD 400 pro Unze gestiegen, und die Anleger, die zuvor zögerten, werden sich dann in einer Schockstarre befinden und nicht mehr in der Lage sein, voll einzusteigen. Warum? Weil es ihnen in den letzten drei Jahren nur Verluste und Ärger einbrachte, in Phasen der Schwäche zu kaufen.

All jene, die miterlebten, wie der Aktienbullenmarkt im August 1982 mit atemberaubender Kraft einsetzte, werden die Ähnlichkeiten zum aktuellen Edelmetallmarkt erkennen. Während der Sommerflaute der langweiligsten Sommermonate, die man sich nur vorstellen kann, explodierten die Aktien eines Tages ohne ersichtlichen Grund und stiegen daraufhin unaufhörlich weiter, immer weiter – im Grunde ohne Pause bis Oktober 1987.

Es sind die Tiefen einer solch erstickenden Langeweile, von wo aus die großen Bullenmärkte ihren Anfang nehmen. Wenn Sie sich darauf vorbereiten wollen – anstatt den Zug an sich vorbeifahren zu lassen –, sollten Sie besser heute kaufen, während sich die Edelmetallminenaktien in aller Stille über ihren Bärenmarkttiefs stabilisieren.

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