Goldbullenmarkt: Warum das gelbe Metall in allen Währungen steigen muss

David Chapman, MGI Securities, 08.09.2014

Wenn man an Gold denkt, dann denkt man zumeist an den Goldpreis in US-Dollars. Jeder ist konditioniert, so zu denken. Lebt man aber in Kanada, wird man sein Gold wahrscheinlich mit Kanadischen Dollars und nicht mit US-Dollars kaufen. Die meisten Menschen würden ihre Goldkäufe in ihre Heimatwährung abwickeln.

Der nachfolgende Goldpreischart ist in keiner bestimmten Nationalwährung, sondern ein Gold-Index, bei dem der Goldpreis mittels eines Währungskorbs dargestellt wird. Bei diesem Index werden die Währungen nicht gewichtet, das heißt, dass die Währungen der 20 Länder mit den weltweit höchstens BIPs gleichmäßig stark mit einfließen …

Der Index wurde also auf genau dieselbe Art erstellt wie beispielsweise der TSX Composite Index, der Dow Jones oder der Gold Bugs Index. Und wenn man diesen Index mit dem Goldpreis in US-Dollars vergleicht, dann fallen ein paar Unterschiede auf.

Der auffälligste Unterschied zwischen dem nichtgewichteten Gold-Währungsindex und dem US-Dollar-Goldpreis ist, dass der Goldpreis beim Gold-Währungsindex im Gegensatz zu Gold in US-Dollars Ende der 1990er gestiegen ist. Und während Gold in US-Dollars 1999 und 2001 ein Doppeltief ausbildete, war beim nichtgewichteten Gold-Währungsindex 2001 ein niedrigeres Tief zu verzeichnen.

Das legt nahe, dass der Goldpreis wenigstens in einigen der anderen Währungen gestiegen ist, wodurch der nichtgewichtete Gold-Währungsindex gestützt wurde, während das gelbe Metall auf Dollarbasis gefallen ist.

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Ein weiterer interessanter Unterschied zeigt sich 2011 und 2012. Gold kletterte auf Dollarbasis 2011 auf sein Hoch und bildete dann in 2012 ein niedrigeres Hoch aus. Bei dem nichtgewichteten Gold-Währungsindex kam es in 2011 und 2012 aber zu einem Doppelhoch. Seitdem ist der Goldpreis gefallen, und angesichts des Preisrutsches beim nichtgewichteten Gold-Währungsindex scheint es so zu sein, dass Gold tatsächlich in allen Währungen gefallen ist.

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Gold ist aber nicht in allen Währungen gleichmäßig stark gefallen. Auf Dollarbasis ist das gelbe Metall seit 2011 um rund 34% im Preis zurückgegangen. Der nichtgewichtete Gold-Währungsindex ist aber gerade einmal um rund 23% gefallen. Das ist ein beträchtlicher Unterschied. Es scheint, dass sich Gold in einigen Währungen weit besser halten konnte als in US-Dollars. In Kanadischen Dollars beläuft sich der Rückgang des Goldpreises seit 2011 beispielsweise auf 27%. In Britischen Pfunds ist Gold um 34% gefallen, aber in Russischen Rubels gab Gold nur 20% nach.

Dass Gold seit 2011 in allen Währungen korrigierte ist keine Überraschung. Dass es in einigen Währungen weniger stark korrigierte, als aus den beiden Charts hervorgeht, dürfte die wirkliche Überraschung sein. Fakt ist, dass Gold für eine echte langanhaltende Rally in allen Währungen steigen muss.

Gold wird immer in einigen Währungen steigen, während es in anderen Währungen fällt. Es wird immer Korrekturphasen geben. Doch für eine echte und bedeutende Rally ist es notwendig, dass Gold in allen Währungen steigt und nicht nur in einigen wenigen.

Sollte Gold einbrechen und neue Tiefs unter der Marke von USD 1.180 pro Unze etablieren, dürfte es von entscheidender Bedeutung sein, die Divergenzen gegenüber anderen Währungen im Auge zu behalten. Oder man hält nach Unterschieden zwischen dem US-Dollar-Goldpreis und dem nichtgewichteten Gold-Währungsindex Ausschau, so wie sie 1999, während des Tiefs in 2001 und sogar bei den Hochs 2011 und 2012 zu beobachten gewesen sind. Bedeutende Abweichungen könnten ein Hinweis darauf sein, dass die dreijährige Goldkorrektur an ihr Ende gelangt ist.

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