Turk: Interessante Handelswoche für Gold & Silber; kommt es zu einer Wiederholung von 2011?

King World News, 15.09.2014

Während der Dow Jones wieder über die Marke von 17.000 Punkten gestiegen ist und sich der US-Dollar-Index weiter über 84 Punkten halten kann, führte James Turk heute gegenüber King World News aus, dass die Welt vor einer Wiederholung des Jahres 2011 steht, wo Gold und Silber durch die Decke schossen, Aktien und Anleihen einbrachen und die US-Notenbank (Fed) das Ende der 2. Runde der quantitativen Lockerung (QE2) bekanntgab.

Turk: „Nach dem großen Rückgang bei Gold und Silber in den letzten paar Wochen stellt sich natürlich die Frage, ob das Schlimmste nun hinter uns ist. Wir werden ja sehen, wie sich diese Woche entwickeln wird, doch der leichte Anstieg von Montag bei Gold und Silber ist ein hoffnungsvolles Signal.

Die Edelmetalle versuchen gerade, sich zu stabilisieren, und die kleine Basis, die heute etabliert wurde, ist das Ergebnis davon. Man könnte sagen, dass dies der erste Mini-Schritt für die Trendwende ist – die Trendwende, von der wir intuitiv alle wissen, dass sie kommt, muss irgendwo ihren Anfang nehmen.

Natürlich kann nur die Zeit sagen, ob das Tief vom Montag und der daraufhin einsetzende Anstieg tatsächlich der Umkehrpunkt war. Es könnte auch einfach nur eine Erholungsrally sein, da sich Gold und Silber aktuell in einem sehr überverkauften Zustand befinden.

Es steht außer Frage, dass Gold und Silber aktuell sehr stark überverkauft sind. Beispielsweis schloss Gold in der letzten Woche jeden einzelnen Handelstag niedriger als den Tag zuvor.

Fünf Verlusttage in Folge sind eigentlich ziemlich ungewöhnlich. Das ist nur einer der Hinweise darauf, wie überverkauft die Edelmetalle aktuell sind. Die nach wie vor vorherrschende extrem bärische Stimmung bei Gold und Silber sind ein weiterer Hinweis. Interessant ist aber, dass weder Gold noch Silber unter ihre Tiefs von 2013 gefallen sind. Das ist für mich ein wichtiger Aspekt. Höhere Tiefs sind ein Hinweis darauf, dass ein Aufwärtstrend im Gange ist. Bisher dürfte es noch nicht allzu sehr nach einem Aufwärtstrend aussehen, aber es ist ein Aufwärtstrend.

Und trotz der zurzeit immer noch vorherrschenden extrem bärischen Stimmung bei den Edelmetallen liegt Gold seit Beginn dieses Jahres immer noch mit rund 2,5% im Plus. Das volatilere Silber liegt seit Beginn des Jahres mit rund 3% im Minus, aber das könnte sich auch innerhalb von ein oder zwei Wochen ändern – sollten wir es hier bei den Edelmetallen tatsächlich mit einem Umkehrpunkt zu tun haben. Ende dieser Woche dürften wir ein klareres Bild haben.

Am Dienstag und am Mittwoch hält die US-Notenbank ein Offenmarktausschusstreffen ab. Gold und Silber dürften daher wahrscheinlich bis zur Pressekonferenz der Fed am Mittwochnachmittag ruhig bleiben. Wir nähern uns nun jedoch immer stärker dem Ende des letzten QE-Programms der Fed an. Es ist wichtig, dass wir uns hier noch einmal in Erinnerung rufen, dass der Aktienmarkt einbrach und Gold eine Rally hinlegte, als QE2 im Jahr 2011 endete. Daher wird es interessant sein, zu beobachten, ob sich die Geschichte wiederholt, wenn die US-Notenbank am Mittwoch das Ende von QE3 bekanntgibt.

Natürlich sind die Aktivitäten der Federal Reserve gefährlich. Ihre Gelddruck-QE-Experimente sind dabei gescheitert, die Wirtschaft so wiederzubeleben, wie die Fed es sich erhofft hatte. Stattdessen werden mit der quantitativen Lockerung einfach nur ein paar technisch insolvente Banken über Wasser gehalten.

Das andere Resultat ist, dass QE den Aktienmarkt und die Anleihepreise auf Spekulationsblasen-Niveaus getrieben hat, während es den Zentralplanern gelang, Gold mittels einer Flut an Papiergoldverkäufen unter Kontrolle zu halten.

Es gibt aber eine Sache, die die Märkte nicht mögen, und das ist eine extreme Überbewertung oder extreme Unterbewertung – und das erklärt auch den entscheidenden Unterschied, den wir aktuell zwischen Aktien und Anleihen auf der einen Seite und Gold und Silber auf der anderen Seite haben. Die Papiervermögenswerte sind überbewertet, während die handfesten Vermögenswerte unterbewertet sind.

Also, was wird geschehen, wenn die US-Notenbank am Mittwoch die Stützung aufhebt, die den Aktienmarkt und die Anleihepreise immer weiter hin die Höhe getrieben hat? Was ist, wenn die Fed QE3 beendet, ohne gleichzeitig ein neues Anleiheaufkaufprogramm zu verkünden? Ich glaube, dass wir hier eine Wiederholung von 2011 sehen werden, bei der die Vermögenspreise wieder zu ihrem Mittel zurückkehren werden. Und das bedeutet, dass Aktien und Anleihen fallen und Gold und Silber steigen werden.“

Weitere Artikel zu diesem Thema