Finanzkrise 2.0: Der kommende Crash wird alles in den Schatten stellen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 17.09.2014

Frage: „Ich habe das kürzlich veröffentlichte Transkript Ihrer Konferenz in Edinburgh im Jahr 1997 gelesen. Das liest sich so, als hätten Sie es heute geschrieben, womit ich auch gleich bei meiner Frage wäre: Es scheint, als hätten wir es die letzten 17 Jahre mit demselben korrupten System zu tun gehabt und als würden wir uns heute in exakt derselben Situation wiederfinden wie damals. Warum gehen Sie dann davon aus, dass sich die weltweiten Märkte und Gesellschaften innerhalb der nächsten 17 Jahre, also bis ins Jahr 2032, so dramatisch verschlechtern werden? …“

Antwort: Ja das ist der Grund, warum ich immer sage, dass es wie ein Shakespeare-Stück ist – die Geschichte ist immer dieselbe, nur die Akteure ändern sich. Es ist immer nur eine Frage der Zeit.

Der Grund, warum wir auf die Krise zusteuern, ist, weil jede neue Welle intensiver ausfällt. Der Rückgang von 2007 bis 2011 war der schlimmste seit der Großen Depression. Die Banker hatten es zu weit getrieben. Das Niveau der Rettungsmaßnahmen viel riesig aus, und aufgrund des von den Bankern geschaffenen Chaos kam auch die Niedrigzinspolitik in Gang.

Der Pessimismus der Öffentlichkeit liegt derzeit auf historischen Hochs. Die Öffentlichkeit ist überdies nicht im Aktienmarkt involviert. Ohne Optimismus kann es am Aktienmarkt aber keine Spekulationsblase geben.

Die offizielle US-Arbeitslosenrate weist die fiktive Zahl von 7% aus – und selbst damit liegt sie immer noch 150% über dem Niveau, das vor Ausbruch der Großen Depression verzeichnet wurde. Und das heißt, dass wir nun von einem viel höheren Niveau aus vom alten Zyklus zum neuen Zyklus übergehen werden.

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Der nächste Krisenzyklus von 2015 bis 2020 wird daher schlimmer ausfallen als der letzte. Ich glaube nicht, dass wir 2032 noch so leben werden, wie wir es heute gewohnt sind. Genauso wie der Kommunismus zusammenbrach, werden wir jetzt mit dem Zusammenbruch des Sozialismus konfrontiert. Hier geht es nicht darum, den Armen zu helfen – es geht darum, dass sich der Staat an unserem Einkommen bedient.

Beim Kommunismus gab es keine Besteuerung, da der Staat alles besaß. Heute haben wir Sozialismus, wo wir zwar alles besitzen, der Staat diesen Besitz jedoch besteuert, während er vorgibt, dass das zu unserem Wohl sei. Sie können ja mal Ihre Grundsteuern nicht zahlen und abwarten, wie lange es dauert, bis der Staat Sie mit nichts auf die Straße wirft. Der Staat hat überhaupt kein Problem damit, Sie zu einem Obdachlosen zu machen, solange ihm das Geld zugutekommt.

Heute verwenden wir das Wort „drakonisch“, weil Drakon der Athener Gesetze erließ, wonach man seinen Hof verlor, wenn man die Steuern und Zinsen nicht bezahlen konnte. Drakon warf einen aber nicht auf die Straße, sondern man musste für ihn und seine Leute dann auf dem eigenen Land als Sklave arbeiten.

Wir haben heute nichts mehr. Es gibt praktisch keinen Unterschied mehr zwischen dem Kommunismus, bei dem die Reisefreiheit beschränkt wurde, und dem heutigen Sozialismus, wo sie Ihre Reisefreiheit ebenfalls beschränken können, bis Sie Ihre Steuern gezahlt haben. Es geht immer nur um die Vertreter des Staats.

Das Problem ist systemisch und taucht jedes Mal wieder auf – und zwar ausnahmslos! Nur die Akteure ändern sich von einer Krise zur nächsten, und im Grunde ist es Muster um Muster, die auf andere Muster obendrauf kommen.

Man muss wirklich kein Wahrsager sein, um zu wissen, was die Zukunft bereithält. Ich werde in meinen Träumen nicht von irgendwelchen Geisterwesen besucht. Wir haben es einfach mit einer fortwährenden Wiederholung der Ereignisse zu tun.

„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.“ – Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.)

Ich habe die Zuhörerschaft Anfang der 1980er Jahre immer gefragt, welcher berühmte Senator die oben stehenden Worte gesagt hat. Sie antworteten dann immer, dass es ein Republikaner aus Reagans Lager gewesen sein muss.

Lady Thatcher und ich wurden Freunde – denn in den 1980er Jahren konnte man mit echten Führern noch intelligente Konversationen führen. Diese Tage sind auch vorbei. Lady Thatcher sprach auf einer unserer Konferenzen und erklärte öffentlich, dass sich Regierungen mit Zyklen auseinandersetzen sollten. Das war eine enorme Anerkennung unserer Technologie.

Snowden enthüllte, dass die NSA Ihren Persönlichkeitstyp überwachen und Ihre Gedanken antizipieren kann. Wie? Das basiert auf Zyklen und Mustern. Die Zukunft kann also antizipiert werden. Das Problem ist nur, dass niemand wirklich zuhört oder sagt, dass man zur Abwechslung dieses eine Mal ja auch etwas anderes versuchen könnte.

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