Gelddruckorgie: Die Fed-Bilanz im Vergleich zur Entwicklung des S&P 500 Indexes

Viele Hedge Fonds können und werden in einem solchen Umfeld zerfleddert werden, weil ihre Computer einfach viel zu dumm sind, um Märkte zu handeln, die in einer fixen Handelsspanne notieren

Dan Norcini, Trader Dan Norcini, 18.10.2013

Im Folgenden finden Sie ein paar Charts. Beim ersten Chart wird der S&P 500 Index der Bilanz der US-Notenbank (Fed) gegenübergestellt.

Beim zweiten Chart wird die Wachstumsrate der Fed-Bilanz im Jahresvergleich betrachtet. Schauen Sie sich bitte an, wie sich die Wachstumsrate der Fed-Bilanz in den letzten Jahren verlangsamt hat.

Das ist eine wichtige Feststellung. Die Bilanz der Fed wird nach wie vor ausgeweitet, im 52-Wochen-Vergleich haben wir es jedoch mit einer rückläufigen Wachstumsrate zu tun.

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Natürlich hatte die US-Notenbank die Märkte letzte Woche überrascht, als aus ihren Gesprächsprotokollen hervorging, dass sie aufgrund der „disinflationären Auswirkungen“ des starken US-Dollars gezwungen sei, ihre Pläne zur Anhebung der Zinssätze zu überdenken. Im Grunde hat der starke Dollar die Pläne der Fed durchkreuzt, auf eine Jahresinflation von 2% zu kommen – ein Ziel, das von den restlichen westlichen Zentralbanken übrigens geteilt wird.

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Die Märkte passten sich an diese neuen Informationen an, indem sie dem drastischen Anstieg des US-Dollars vorübergehend ein Ende bereiteten. Der US-Dollar-Chart ist jetzt aber keineswegs bärisch, beim Aufwärtstrend wurde jetzt lediglich eine kleine Verschnaufpause eingelegt.

Die Trader und Anleger werden die wirtschaftlichen Daten genau im Auge behalten, speziell die US-Arbeitsmarktdaten, um zu sehen, ob es dort genug Stärke gibt, damit sich die Fed wieder in Richtung einer Zinserhöhung Mitte 2015 bewegt, oder ob die Daten hierfür einfach zu schwach sind.

Aktuell kann niemand mit Sicherheit sagen, wie es weitergehen wird, daher dürfte es bei vielen Märkten aller Vorausschau nach erst einmal zu einer Konsolidierung bzw. Seitwärtsbewegung kommen. Hier wurde von unseren geldpolitischen Herrschern also wieder einmal Unsicherheit ins System injiziert.

Die Zeit schneller und leichter Profite könnte in einigen dieser Märkte bis auf weiteres vorbei sein, da Märkte, die keinen deutlichen Trend aufweisen, die hässliche Eigenschaft haben, Trader gnadenlos abzustrafen.

Viele Hedge Fonds können und werden in einem solchen Umfeld zerfleddert werden, weil ihre Computer einfach viel zu dumm sind, um Märkte zu handeln, die in einer fixen Handelsspanne notieren. Ihre Handelssysteme leisten in trendstarken Phasen großartige Arbeit dabei, ihre Besitzer wie Genies erscheinen zu lassen – verlangsamt sich der Trend hingegen oder kommt gänzlich zum Erliegen, können die Systeme die Märkte nicht mehr handeln. Viele Fonds werden dies dann einfach von der Seitenlinie aus beobachten, da sie die Einschränkungen ihrer gedankenlosen Maschinen kennen.

Um Märkte zu handeln, die in fixen Handelsspannen notieren, muss man um über echte Fähigkeiten verfügen und die Finesse besitzen, den Markt richtig zu lesen – da genau dann, wenn die Computer auf bullisch umschalten, die Trendwende einsetzt. Dasselbe gilt auch umgekehrt: Wenn die Märkte am gefährdetsten aussehen und es scheint, als würden sie weiter fallen, setzt die Umkehr ein und es kommt zu Anstiegen, wodurch sich diejenigen, die gerade abverkaufen, auf der falschen Seite des Trades wiederfinden.

Trader sollten aktuell sehr vorsichtig und nicht leichtsinnig agieren.

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