Goldminenaktien brechen ein; HUI/Gold-Verhältnis fällt auf 14-Jahrestief

Gold war in der Lage, sich über der Marke von USD 1.240 pro Unze zu stabilisieren, was gut und bullisch ist. Sollte es Gold jedoch nicht gelingen, dieses entscheidende Preisniveau zu halten, würde das den Bären Mut machen, speziell vor dem Hintergrund der sehr enttäuschenden Minencharts und der jüngsten Einbrüche bei den physischen Goldbeständen des weltgrößten börsennotierten Goldfonds GLD

Dan Norcini, Trader Dan Norcini, 22.10.2014

Bitte schauen Sie sich die nächsten zwei Charts an.

Der erste Chart ist der GDXJ, ein Junior-Goldminen-Index. Wie aus dem Chart hervorgeht, hat der Index all seine diesjährigen Gewinne wieder abgegeben müssen und befindet sich jetzt im Grunde dort, wo er im Januar 2014 in den Handel startete.

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Der zweite Chart zeigt den HUI-Goldbugs-Index. Wie auf dem Chart zu erkennen ist, entwickelte sich der HUI-Index sogar noch schlechter wie der GDXJ! Der HUI liegt aktuell 6,6% unter dem Jahresschlusskurs von 2013.

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Und da wir uns nun dem Monatsende nähern, dachte ich, dass es für die Leser vielleicht interessant ist, wenn wir uns den Edelmetallminensektor noch einmal aus einer längerfristigen Perspektive heraus anschauen.

Zu sagen, die Goldminen hätten sich „schlecht“ entwickelt, wäre noch eine riesige Untertreibung.

Wenn Sie sich das aktuelle Niveau des HUI anschauen, dann befindet sich der Index aktuell auf dem Weg, den tiefsten Monatsschlusskurs seit Mai 2005 auszubilden! Das war vor 9 Jahren! Aktuell notiert der Index auf Niveaus, die zuletzt vor 6 Jahren inmitten der Kreditkrise zu sehen waren:

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Der Grund, warum die Charts so schlecht aussehen, ist einfach: Die Edelmetallminenaktien neigen dazu, dem Goldpreis vorauszueilen. Das war während der Goldbullenmarktphase der Fall und das taten sie auch im Verlauf des aktuellen Goldbärenmarkts.

Gold war in der Lage, sich über der Marke von USD 1.240 pro Unze zu stabilisieren, was gut und bullisch ist. Sollte es Gold jedoch nicht gelingen, dieses entscheidende Preisniveau zu halten, würde das den Bären Mut machen, speziell vor dem Hintergrund der sehr enttäuschenden Minencharts und der jüngsten Einbrüche bei den physischen Goldbeständen des weltgrößten börsennotierten Goldfonds GLD.

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Ich hatte ja gestern bereits darauf hingewiesen, dass, sollte der Goldpreis die Marke von USD 1.240 pro Unze unterschreiten und nicht umgehend wieder eine Erholung einsetzen, das Metall in Richtung USD 1.220 pro Unze vorstoßen wird. Die nächste Stützungslinie verläuft dann bei USD 1.200 pro Unze.

Im Folgenden finden Sie einen aktualisierten Chart, der die Goldbestände des GLD ausweist. Und auch hier kam es erneut zu einem Rückgang der gemeldeten Goldbestände. Dieses Mal lag der Rückgang bei 2,11 Tonnen Gold, wodurch die Gesamtbestände jetzt bei 749,87 Tonnen Gold liegen. Seit Anfang dieses Jahres wurden 48,35 Tonnen Gold abgezogen. Das ist das niedrigste Niveau seit 2008.

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Goldbullen brauchen sich natürlich keine Sorgen zu machen – denn uns ist ja versichert worden, dass das Gold „abgezogen“ wird, um damit die explodierende asiatische Nachfrage zu befriedigen.

Diese neue Theorie können wir der langen Liste an bullischen Theorien hinzufügen, die von den Perma-Goldbullen verbreitet werden. Um Ihre Erinnerung noch einmal aufzufrischen, finden Sie im Folgenden einige dieser Theorien:

1. Backwardation – bullisch für den Goldpreis.
2. Negative GOFO-Rates (Gold Forward Offered Rate) – bullisch für den Goldpreis.
3. JP Morgan will die Long-Positionen einkesseln – bullisch für den Goldpreis.
4. Die chinesischen Lagerbestände verdoppeln sich – bullisch für den Goldpreis.
5. Die Short-Positionen der großen Hedge Fonds – bullisch für den Goldpreis.
6. Fingierte Straffungsmaßnahmen; die US-Notenbank kauft US-Staatsanleihen über Belgien – bullisch für den Goldpreis.
7. Massive Goldkäufe außerhalb der offiziellen Märkte, gemeldet von „Gold-Insidern“ – bullisch für den Goldpreis.
8. Die physischen GLD-Bestände werden abgezogen, um die asiatische Nachfrage zu befriedigen – bullisch für den Goldpreis.

Hier ist meine Antwort darauf – eine Antwort, mit der übrigens jeder Investor und Anleger auf derartige Geschichten reagieren sollte: Gähn!

Da der Rohölpreis diese Woche wieder in den Bereich von USD 80 pro Barrel gefallen ist und die TIPS-Spreads auf eine Deflation hindeuten, fürchtet sich der Markt keineswegs vor der Inflation oder der Hyperinflation. Gold braucht jetzt einige sehr starke Fundamentaldaten, um sich weiter über Wasser zu halten.

Von besonderem Interesse ist für mich, wie sich der Volatilitätsindex VIX diese Woche entwickeln wird, da Gold Unterstützung erhalten wird, sollte der VIX wieder steigen. Es sind diese „angstbasierten Käufe“, die das Metall zurzeit stützen.

Der Dollar konnte am Mittwoch ordentlich zulegen, da der Euro wieder einmal Verluste zu verbuchen hatte:

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Solange sich der US-Dollar-Index auf Wochenbasis über dem Tief der kurzfristigen Handelsspanne von 85 – 87 Punkten halten kann, sieht es so aus, als würde er konsolidieren und sich auf den nächsten Anstieg vorbereiten. Sollte die Marke von 85 Punkten zu Ende dieser Woche nicht halten, würde das diese Theorie zunichtemachen. Damit der nächste Aufwärtsschub einsetzen kann, müsste die Marke von 87 Punkten geknackt werden …

HUI/Gold-Verhältnis fällt auf 14-Jahrestief

Es gibt nur einen Kommentar, den ich bezüglich des nachfolgenden Charts abgeben kann: Entweder sind die Goldminenaktien im Vergleich zu Gold unglaublich unterbewertet oder der Goldpreis ist viel zu hoch.

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Das HUI/Gold-Verhältnis ist jetzt auf ein Niveau eingebrochen, das zuletzt im Dezember 2000 zu sehen war! Das war vor 14 Jahren!

Vielleicht müssen noch mehr Goldminenfirmen in die Pleite stürzen, aber wenn ich sehe, wie tief das HUI/Gold-Verhältnis aktuell notiert und dass der HUI selbst nahe eines neuen 6-Jahrestiefs liegt, neige ich eher zu der Auffassung, dass Gold aktuell zu teuer ist.

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