Kapitulation im Rohstoffsektor: Clevere Investoren werden „atemberaubende“ Gewinne einfahren

„Während meiner Karriere habe ich drei Kapitulationen miterlebt. Die letzte war im Juli 2000. Dabei handelt es sich um eine zwei- oder dreiwöchige Phase, wo diese Märkte unglaublich volatil sind und es im Grunde keine Bieter mehr gibt. Das würde an die Entwicklung erinnern, die wir für einen sehr, sehr kurzen Augenblick auch im September 2008 sahen.“

King World News, 29.10.2014

Heute erklärte einer der vermögendsten Menschen der Finanzwelt gegenüber King World News, dass die cleveren Investoren, die sich jetzt richtig verhalten, künftig „atemberaubende“ Gewinne einfahren werden. Rick Rule, der Geschäftspartner von Eric Sprott, sprach überdies darüber, warum diese Zugewinne so atemberaubend ausfallen werden:

Rule: „Wir scheinen nun überall im Rohstoffmarkt an einem wichtigen Wendepunkt zu stehen. Einfach gesagt befinden sich die schwächeren Mitglieder der Rohstoff-Aktien derzeit im freien Fall. Es könnte durchaus sein, dass wir gerade eine Kapitulationsphase beobachten. Bei den besseren Unternehmen gibt es noch Gebote, und es ist ziemlich interessant, das Ganze mitzuverfolgen.

Aber ich glaube, dass die Kapitulation ein bedeutendes Thema ist, über das wir hier sprechen sollten. Ich war der Meinung, dass wir in diesen Märkten im Juli 2013 ein Tief ausgebildet hatten, und eine Zeitlang war ich der Auffassung, dass es ohne Kapitulationsphase zu einer tassenförmigen Erholung kommen würde, die von höheren Hochs und höheren Tiefs und von einer entsetzlichen Volatilität geprägt ist – und das haben wir ja bisher auch gesehen.

Wir könnten uns jetzt an einem Punkt befinden, den technische Analysten als ein Dreifachtief bezeichnen würden. Ein Dreifachtief mit steuerlich begründeten Verlustverkäufen könnte zu einer richtigen Anleger-Kapitulation führen. Während meiner Karriere habe ich drei Kapitulationen miterlebt. Die letzte war im Juli 2000. Dabei handelt es sich um eine zwei- oder dreiwöchige Phase, wo diese Märkte unglaublich volatil sind und es im Grunde keine Bieter mehr gibt. Das würde an die Entwicklung erinnern, die wir für einen sehr, sehr kurzen Augenblick auch im September 2008 sahen.

Und obwohl es fürchterlich ist, das mitzuerleben, ist es außerordentlich erlösend und reinigend. Und es sorgt dafür, dass der langsame und träge Bärenmarkt, den wir bisher durchleben mussten, an sein Ende gelangt.

Wir hatten ja darüber gesprochen, dass Märkte steigen, weil sie die Erwartungen übertreffen. Das Resultat eines Kapitulations-Abverkaufs ist, dass es überhaupt keine Erwartungen mehr gibt. Und wenn überhaupt keine Erwartungen mehr existieren, gehen die Anleger, die den Markt bereits um 80% einbrechen sahen, davon aus, dass er noch einmal um weitere 30% einbricht. Der Markt kann dann gar nicht anders, als diese Art der Erwartungen zu übertreffen.

Für Anleger, die über den Mut verfügen, aktiv zu werden, ist es aber noch wichtiger zu wissen, dass Anlegerkapitulationen den Weg für eine Emittentenkapitulation freimachen. Dadurch wird der Stillstand aufgebrochen, der die Unternehmen die letzten 18 Monate davon abhielt, Refinanzierungen durchzuführen. Die Folge dieser finalen Kapitulation ist, dass wir in diesem Sektor in den kommenden 18 Monaten eine ganze Welle an Finanzierungen sehen werden, und zwar zu Aktienpreisen, die die von den Anlegern eingegangenen Risiken rechtfertigen.

Und genau diese Anpassungen werden den Rohstoffsektor wieder nach vorne treiben – der Markt wird nicht einfach bloß überleben, sondern er wird sich aus seiner Flaute, in der wir uns nun schon seit dreieinhalb Jahren befinden, befreien. Uns steht eine kurze und hässliche Phase bevor, aber sie ist meines Erachtens notwendig, weil die Zugewinne, die clevere, sich richtig positionierende Investoren machen werden, in den kommenden Jahren atemberaubend ausfallen werden …

Die Anleger müssen sich ihre Körner aufsparen und eine Einkaufsliste mit 5 oder 6 Titeln erstellen, die sie so sehr lieben, dass sie sich darüber freuen würden, diese 30% unter den aktuellen Preisniveaus zu kaufen – und dann müssen sie den Mut aufbringen, diese zu kaufen, wenn es am Markt keine Gebote mehr gibt.“

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