Finale Kapitulationsphase: Gold durchbricht wichtige Widerstandsmarke

Man sollte sich hier keinerlei Illusionen hingeben und glauben, dass der Goldbullenmarkt jetzt noch intakt sei – das wird erst wieder der Fall sein, wenn der US-Dollar sein Hoch ausgebildet hat. Bei Gold gibt es jetzt bis zum Preisbereich von USD 1.000 pro Unze keine bedeutenden Stützungen mehr – das ist der Preisbereich, in den sich Gold jetzt aufzumachen scheint, und da der US-Dollar seinen Aufwärtstrend nun wieder fortsetzt, könnte das sogar ziemlich schnell passieren, und es besteht auch die Aussicht darauf, dass es für Gold sogar noch tiefer gehen könnte

Clive Maund, Clivemaund.com, 02.11.2014

Gold hat am Freitag seine entscheidende Stützungslinie (das Tief des letzten Jahres) durchbrochen, was eine sehr bärische Entwicklung ist und nun die Aussicht darauf eröffnet, dass es zu einem noch stärkeren Preisrutsch kommt, bei dem das gelbe Metall wenigstens auf seine starke Stützung im Bereich von USD 1.000 fällt.

Solch ein Preisrückgang hätte für die Edelmetallminenbranche tiefgreifende Auswirkungen, da die Produktionskosten der Minen in den letzten Jahren rapide gestiegen sind. Es könnte dann davon ausgegangen werden, dass es zu einer riesigen Welle an Firmenpleiten kommt, da viele Minenunternehmen heute bereits auf dem letzten Loch pfeifen und dann endgültig über die Klippe springen und verschwinden würden.

Das wird letztlich zu einer akuten Goldverknappung führen, die sich weiter intensivieren wird, nachdem die Dollar-Deflationspanik an ihr Ende gelangt ist und der Dollar vom Thron gestoßen wurde und seinen Weltreservestatus verliert – angetrieben durch die Aktivitäten von China und Russland (und anderen Ländern), die konzertiert daran arbeiten, den Dollar zu stürzen. In der Folge wird es zu einer massiven Erholung bei Gold, Silber und den nach der großen Säuberung übrig gebliebenen Edelmetallminenaktien kommen, die dann durch die Decke schießen werden.

Das ist aber alles Zukunftsmusik – der kurzfristige Ausblick ist hingegen recht düster. Wir werden uns im Folgenden die Charts anschauen und mit dem 18-Monatschart für Gold beginnen. Auf diesem Chart ist der entscheidende Einbruch vom Freitag gut zu erkennen – dieser fand unter dem größten Handelsvolumen seit mehr als einem Jahr statt. Dieser Einbruch war eine sehr bärische Entwicklung für Gold, und es ist jetzt davon auszugehen, dass es zu einem drastischen Goldpreisrutsch kommen wird, da der US-Dollar derzeit weiter steigt, während das Geld aus Europa und anderen Krisenherden flüchtet und nach sicheren Häfen Ausschau hält.

Bevor wir uns dem nächsten Chart zuwenden, möchte ich Sie bitten, sich auch noch einmal die bärische Konstellation der gleitenden Durchschnitte anzuschauen sowie die Tatsache, dass Gold laut dem MACD-Indikator noch nicht sonderlich stark überverkauft ist – es kann also noch bedeutend schlimmer werden und es sieht so aus, als würde es das auch.

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Auf dem 15-Jahreschart von Gold sehen wir, dass Gold im Gegensatz zu Silber bereits vor geraumer Zeit aus seinem bedeutenden langfristigen Aufwärtstrend nach unten hin ausgebrochen ist – eine bärische Entwicklung, die nun durch das eingangs erwähnte Durchbrechen der Stützung am Freitag nur noch verstärkt und durch den Preisrutsch bei Silber – das seine langfristige Stützungslinie letzte Woche nach unten hin durchbrach – zusätzlich bestätigt wurde.

Man sollte sich hier keinerlei Illusionen hingeben und glauben, dass der Goldbullenmarkt jetzt noch intakt sei – das wird erst wieder der Fall sein, wenn der US-Dollar sein Hoch ausgebildet hat. Bei Gold gibt es jetzt bis zum Preisbereich von USD 1.000 pro Unze keine bedeutenden Stützungen mehr – das ist der Preisbereich, in den sich Gold jetzt aufzumachen scheint, und da der US-Dollar seinen Aufwärtstrend nun wieder fortsetzt, könnte das sogar ziemlich schnell passieren, und es besteht auch die Aussicht darauf, dass es für Gold sogar noch tiefer gehen könnte.

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Der letzte COT-Bericht für Gold sieht gar nicht so schlecht aus, er ist eigentlich ziemlich ausgeglichen, aber wir können bereits die bärische Konstellation bei den Commercial Shorts und den Long-Positionen der großen Spekulanten erkennen, die sich in den letzten paar Wochen bis Freitag aufgebaut haben.

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Der Einbruch von Gold am Freitag wurde durch das Wiedereinsetzen der Dollarrally ausgelöst. Der Dollar ist am Freitag auf neue Hochs geschossen, wie aus dem untenstehenden 6-Monatschart für den US-Dollar-Index hervorgeht. Die jüngsten Anstiege des US-Dollars folgten auf eine erfolgreich komplettierte Flaggen-Konsolidierung.

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Diese Flagge hat messbare Implikationen – solche Flaggen neigen nämlich dazu, „auf Halbmast zu liegen“, und das bedeutet, dass der auf eine Flagge folgende Anstieg in der Regel dieselben Ausmaße hat wie der Anstieg, der der Flagge vorausging. Somit kommen wir bei der Rally des US-Dollar-Indexes auf ein Preisziel von mindestens 91,5 Punkten. Und genau dort ist dann auch der Ort, wo wir uns den bei Gold angerichteten Schaden noch einmal im Detail anschauen werden, um in Erfahrung zu bringen, ob das Tief nun etabliert ist oder nicht.

Und obwohl die Goldminenaktien gegenüber Gold bereits monstermäßig überverkauft gewesen sind, wurden diese Titel letzte Woche aufgrund der Einbrüche bei Gold und Silber noch einmal richtig zerfleddert und in die Tiefe geschickt. Es kam zu schweren Verlusten, wie auf dem 5-Jahreschart für den HUI-Goldbugsindex zu sehen ist. Die Minentitel befinden sich jetzt im freien Fall, und sollte Gold tatsächlich auf seine große Stützungszone im Bereich von USD 1.000 pro Unze abrutschen, wäre davon auszugehen, dass die Minentitel sogar noch weiter abstürzen. In diesem Fall könnte man vernünftigerweise davon ausgehen, dass der Abwärtsschwung bei den Minentiteln genauso stark ausfallen wird wie der Rückgang, der dem 15-monatigen Konsolidierungsmuster vorausging.

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Obwohl der unmittelbare Ausblick wirklich entsetzlich ist, sollten wir im Hinterkopf behalten, dass die vollumfängliche und alles erfassende negative Stimmung im Goldsektor ein Hinweis darauf ist, dass das finale Tief nicht mehr allzu weit weg sein kann. Einen deutlichen Beweis dafür liefert der 7-Jahreschart für den Gold Miner´s Bullish Percent Index. Auf diesem Chart kann man eine wirklich ungewöhnliche Situation erkennen – nämlich das in der Branche überhaupt niemand mehr bullisch ist. Das ist natürlich genau der „Zunder“, den man für eine explosive Erholung braucht, die sofort einsetzen wird, nachdem der Markt begriffen hat, dass das Tief etabliert ist.

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Die ewig lange und katastrophale Entwicklung der Minenaktien im Vergleich zu Gold ist eine Erinnerung daran, dass wir davon ausgehen können, dass die Minentitel ihr Tief noch vor den Metallen ausbilden werden. In den 7 Jahren, die von diesem Chart erfasst werden, lag die Stimmung nur zwei weitere Mal auf solch armseligen Niveaus. Einmal im Jahr 2008, wo es zu einem allgemeinen Marktpanik-Tief kam – dem folgte dann eine riesige Rally im Edelmetallsektor, die mehrere Jahre anhielt und mit dem Hoch von 2011 endete. Und das andere Mal war im Sommer letzten Jahres – auch hier folge eine Erholung, nach der sich ein langanhaltender Seitwärtskanal ausbildete, der letzte Woche durchbrochen wurde.

Wie entsetzlich überverkauft die Goldminenaktien gegenüber Gold sind, sieht man anhand der nachfolgenden zwei Charts. Auf dem ersten Chart ist das HUI/Gold-Verhältnis zu sehen. Und dann habe ich noch einmal den XAU-Index der großen Goldminenfirmen genommen und ein XAU/Gold-Verhältnis erstellt, und da sieht es sogar noch schlimmer aus.

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Um das richtig einzuordnen, sollten wir uns hier noch einmal in Erinnerung rufen, dass die Anleger im Goldsektor derzeit ängstlich sind und physisches Gold präferieren. Denn Minenunternehmen können pleitegehen, physisches Gold wird aber immer überleben, egal wie sein Fiatgeldpreis auch immer sein mag.

Und umso ängstlicher die Anleger auf diesen Sektor blicken, desto stärker fallen diese Verhältnisse. Es ist zu sehen, dass die Anleger heute weit mehr Angst vor dem Goldminensektor haben als während des Crash-Tiefs von 2008. Und bezüglich des HUI/Gold-Verhältnisses sind die Anleger heute so ängstlich wie seit Ende 2000 nicht mehr, also bevor der große Bullenmarkt bei Gold und Silber seinen Anfang nahm. Im Hinblick auf die großen, stark kapitalisierten Minentitel ist es sogar noch schlimmer, wie man anhand des XAU/Gold-Verhältnisses sehen kann. Hier notiert das Verhältnis weit unter dem Stand des Jahres 2000.

Das sind ganz eindeutig Extreme der Angst, die bedeutende bullische Implikationen haben. Es bedeutet, dass, sollte beim Dollar die Deflationspanik-Rally erst einmal vorbei sein, es bei den Gold- und Silberminentiteln wahrscheinlich zu einer gigantischen Erholung kommen wird, die dann durch die Tatsache, dass viele Minenfirmen zu diesem Zeitpunkt schon pleite sind, nur noch verstärkt werden wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ganz danach aussieht, als würden wir jetzt vor dem finalen Kollaps des Edelmetallsektors stehen, bevor eine Erholung einsetzen wird, die erstaunlich robust ausfallen dürfte. Dieser finale Kollaps wird bei der gesamten Goldminenbranche zu einer großen Säuberung führen. Es wird wie die Pest sein, wo die Leichen reihenweise mit großen Pferdewagen eingesammelt wurden – aber die Unternehmen, die diese entsetzliche Zeit überstehen, können sich darauf freuen, dass es bei ihnen danach zu einer außerordentlichen Erholung und dementsprechend steigenden Aktienpreisen kommen wird. All jene von Ihnen, die noch Kapital übrig haben, sollten sicherstellen, dass Sie diese Gelegenheit nicht ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen.

Abschließend werden wir uns hier noch einem anderen Thema zuwenden und uns die Ölpreisentwicklung anschauen. Der Ölpreis scheint gerade aus seiner Bärenflagge, die sich seit mehreren Wochen ausgebildet hat, auszubrechen. Es sieht so aus, als würde Rohöl jetzt eine bedeutende Stützungslinie durchbrechen und abstürzen – und hierzu trägt natürlich auch der anhaltende Anstieg des Dollars bei.

Während sich die US-Eliten mit Sicherheit darüber freuen, dass Putin und Russland durch den fallenden Ölpreis in Bedrängnis geraten, wird ihnen das Lachen schon bald vergehen, wenn sie feststellen, was dieser Preisverfall für die US-Fracking-Branche und den Schiefergas-Boom zu bedeuten hat. Für Russland ist ein fallender Ölpreis nicht das Ende der Welt – sie werden ihr Öl weiterhin verkaufen, dafür aber weniger Geld erhalten, doch für das kostenintensive Fracking und die Schiefergasprojekte in den USA hat ein großer Preiseinbruch verheerende Konsequenzen, da diese Formen der Öl- und Gasgewinnung rasch unwirtschaftlich werden und die Unternehmen dann gezwungen sind, ihre Förderung einzustellen.

Der 6-Monatschart für West Texas Light Crude zeigt eine enge komplettierte Bärenflagge, und es sieht so aus, als würde ein Einbruch unmittelbar bevorstehen. Sollte es ausgehend von diesem Chartmuster zu einem Einbruch kommen, kann davon ausgegangen werden, dass ein weiterer drastischer Rückgang einsetzt, der viel schlimmer ausfallen könnte als der von Anfang Oktober.

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Der Grund dafür, warum es viel schlimmer kommen könnte, wird deutlich, wenn wir uns den 10-Jahreschart anschauen. Auf diesem Chart sehen wir, dass ein Ausbruch aus der Flaggenformation wahrscheinlich dazu führen wird, dass der Ölpreis durch seine Stützungstiefs von 2010 und 2011 fällt. Von da aus könnte er dann ohne weiteres auf USD 50 bis USD 60 pro Barrel oder sogar noch stärker fallen.

10Aus fundamentaler Sicht wäre der Grund für solch einen Rückgang eine Kombination aus einem höheren Dollar und einer nachlassenden Ölnachfrage in rezessionsgeplagten Orten wie Europa und einer Überproduktion in Ländern wie Saudi-Arabien, die ihre Einnahmeausfälle durch eine erhöhte Produktion ausgleichen wollen.

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