Schwierige Zeiten: Goldminen stehen vor Pleitewelle

Die kommenden Pleiten im Edelmetallminensektor sind unabdingbar, um dem nächsten Goldbullenmarkt den Boden zu bereiten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 14.11.2014

In jedem Markt ist es so, dass man für ein klassisches Tief den Punkt erreichen muss, wo die Mehrheit der Meinung ist, dass der Markt tot ist und sich niemals wieder erholen wird. Das ist die traditionelle Entwicklung für jedes bedeutende historische Tief. Ungeachtet all des Gezeters und Geschreis sind die Goldbestände der börsennotierten Goldfonds weiterhin rückläufig. Seit Ende August wurden bei den Gold-ETFs 110 Tonnen Gold liquidiert.

Die Hardcore-Goldbugs wollen über den Niedergang von Gold nicht sprechen, aber dieser Liquidierungstrend bei den Privatanlegern hält weiter an. Und obschon es im Einzelhandel bei physischem Gold zu leichten Anstiegen gekommen ist, fallen diese minimal aus und haben kein Einfluss auf die Goldpreisentwicklung.

Unterdessen gibt es buchstäblich hunderte von Minenunternehmen, die vor einer existenzbedrohenden finanziellen Situation stehen. Rund ein Drittel der Juniorminen muss innerhalb der nächsten 6 Monate zusätzliches Kapital auftreiben, da die Unternehmen bei den aktuellen Edelmetallpreisen andernfalls pleitegehen würden. Knapp 60% der kleineren Minen müssen innerhalb der nächsten 12 Monate Kapital auftreiben, um der Insolvenz zu entgehen, und selbst bei 35% der großen Minenfirmen – die eine Marktkapitalisierung von über USD 500 Millionen aufweisen – wird davon ausgegangen, dass sie in den kommenden 12 Monaten ihre Kapitalstruktur ändern müssen.

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Den Minenunternehmen steht eine sehr schwierige Zeit bevor. Nichtsdestotrotz sind die Minenschließungen notwendig, um eine echte Rally bei den Edelmetallen herbeizuführen. Wenn sich der Zyklus wieder umkehrt, werden erst dann wieder neue Minen aufgemacht werden, wenn die Edelmetalle schon wieder damit beschäftigt sind, ihre Hochs auszubilden. Die Menschen reagieren auf die Preisentwicklungen – sie verstehen den Wirtschaftszyklus nicht und leben nie mit dem Zyklus.

Aus technischer Sicht haben die Goldminenaktien ihren Aufwärtstrend nach unten hin durchbrochen und sind unter ihre wichtige Stützung gefallen. Das ist ein Warnhinweis, dass das Tief zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht etabliert ist.

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