Goldpreisprognose 2015 – das sagen die Bullen

Laurynas Vegys, Casey Research, 12.01.2015

Gold wurde in der Berichterstattung der Massenmedien im letzten Jahr entweder einfach ignoriert oder lächerlich gemacht. Der Pokal für den höhnischsten Goldkommentar dürfte wahrscheinlich an den Chefökonomen von Citigroup, Willem Buiter, gehen, der Gold als „glänzendes Bitcoin“ bezeichnete und erklärte, dass es „von keiner Bank als Reserve gehalten werden sollte“.

Angesichts der Tatsache, dass die Berichterstattung über Gold von solch negativen Auffassungen beherrscht wurde, halte ich es für wichtig, hier auch mal für ein Gegengewicht zu sorgen. Daher finden Sie im Folgenden einige andere Meinungen und Highlights des letzten Jahres, die im Medienrummel vielleicht etwas untergegangen sind.

Die großen Geschäftsbanken scheinen im Hinblick auf Gold zu weiten Teilen bärisch bzw. neutral zu sein, es gibt aber auch einige Bankanalysten und Vermögensberater, die anderer Meinung sind:

Und dann haben wir noch die Institutionen, die sich mit der Unzuverlässigkeit von Papiergeld wohl am besten auskennen dürften – die weltweiten Zentralbanken. Der nachfolgende Chart weist ihre Netto-Goldkäufe in 2014 aus:

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Die asiatischen Zentralbanken haben bedeutende Mengen an physischem Gold gekauft. Die weltweiten Goldkäufe durch die Zentralbanken waren 7 Mal höher als ihre Verkäufe. Der überwiegende Teil der Verkäufe ging auf die klamme Ukraine zurück, die große Mengen an Gold abstieß, um ihre Finanzprobleme besser in den Griff zu bekommen. Unterdessen haben die meisten anderen Länder zugekauft und versucht, aus dem niedrigem Goldpreis Vorteil zu schlagen:

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Zentralbanken auch in 2014 viel Gold gekauft haben. All diese Käufe sind an sich schon bedeutsam, aber sie dürften in Wahrheit noch stärker ausgefallen sein, wenn uns hierzu erst einmal die November-Daten vorliegen. Und wenn Sie hier noch den Goldhunger Indiens – das sich schon wieder auf Rang 1 der weltgrößten Goldkonsumenten befindet, während die indische Regierung ankündigte, die Goldeinfuhren nicht weiter zu beschränken – und den Goldhunger Chinas mit hinzunehmen, wird verständlich, warum wir bezüglich der künftigen Goldnachfrage recht optimistisch sind.

Was wir aus all dem lernen können, ist klar: Keine der oben genannten Parteien ist der Auffassung, dass der Goldbullenmarkt vorbei ist.

Neueinsteiger haben das Glück, dass wir uns immer noch an einem Punkt befinden, wo der Goldpreis sehr schwach notiert. Aber es könnte sein, dass diese Situation nicht mehr allzu lange anhält.

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