Dollar-Rally: Euro-Crash setzt sich fort und Gold schwächelt

Dan Norcini, Traderdan.com, 04.03.2015

Ich hatte ja in einem früheren Beitrag vom heutigen Tage bereits darauf hingewiesen, dass die starken Daten des ISM-Einkaufsmanagerindexes und die US-Beschäftigungsdaten der Privatfirma ADP ausreichten, um den US-Dollar drastisch steigen zu lassen, speziell gegenüber dem Euro.

Das jüngste Tief beim Euro geht den neuen QE-Maßnahmen durch die EZB voraus, und es sieht so aus, als würde die europäische Einheitswährung jetzt einen neuen Abwärtsschwung einleiten. Aus dem nachfolgenden Chart geht hervor, dass der Euro seine Stützung nach unten hin durchbrochen hat.

Der Kagi-Chart zeigt den Einbruch des Euros und man sieht auch einige Stützungslinien, die unterhalb des jetzigen Marktniveaus verlaufen. Die erste Stützungslinie liegt bei rund USD 1,086 und die zweite bei rund USD 1,050.

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Hierzu ist zu sagen, dass die starken US-Arbeitsmarktdaten von ADP die Erwartungen befeuert haben, dass die staatlichen Arbeitsmarktdaten, die am Freitag gemeldet werden, ebenfalls stark ausfallen werden. Sollte dies der Fall sein, ist damit zu rechnen, dass der Euro seinen Abwärtsschwung weiter fortsetzt. Sollten die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag eher eine Enttäuschung sein, könnte der Euro auch eine Gegenrally einleiten.

Und wenn wir uns den Gegenspieler des Euros, den US-Dollar, anschauen, sehen wir, dass dieser weit über seinen einstigen Widerstandsniveaus notiert und es jetzt den Eindruck macht, als wäre ein weiterer Anstieg auf 99 Punkte beim US-Dollar-Index wahrscheinlich.

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Hierbei sollten wir im Hinterkopf behalten, dass das, was wir gerade beobachten, eine sich langsam, dafür aber kontinuierlich verfestigende Stimmung unter den Anlegern ist, dass die erste Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Juni dieses Jahres kommen wird. Das ist die Quelle der aktuellen US-Dollarstärke. Solange diese Stimmung intakt bleibt und weiter zunimmt, werden Rückgänge bei der Leitwährung nur schwach und vorübergehender Natur sein.

Und das hat ganz offenkundig auch Auswirkungen auf Gold – und keine dieser Auswirkungen ist bullisch. Gold ist ein toter Vermögenswert, der keine Renditen erwirtschaftet und daher steht es direkt mit Anleihen und Aktien im Wettbewerb. Solange die Anleger keine Angst vor den geldpolitischen Rahmenbedingungen oder vor geopolitischen Ereignissen haben, wird Gold darunter leiden.

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Es sieht so aus, als würde sich Gold gerade in Richtung eines Tests seiner ersten Stützungslinie im Bereich von USD 1.190 pro Unze aufmachen. Sollte diese durchbrochen werden, käme USD 1.180 pro Unze ins Spiel. Es gibt aktuell immer noch eine sehr große Zahl an spekulativen Long-Positionen im Markt, und sollte der Preis von USD 1.190 pro Unze durchbrochen werden, gibt es genügend Verkaufsstopps unter dieser Linie, die den Preis auf USD 1.180 pro Unze sinken lassen könnten. Die Goldbullen wollen keinesfalls sehen, dass der Preis unter USD 1.180 pro Unze sinkt, da der nächste Test dann bei USD 1.170 pro Unze liegen dürfte.

Ich bin der Meinung, dass das gelbe Metall seine Tiefs im Bereich von USD 1.130 pro Unze testen wird, sollte die Marke von USD 1.170 pro Unze durchbrochen werden.

Noch einmal: Genauso wie bei den Währungsmärkten wird auch bei der Goldpreisentwicklung viel von den Arbeitsmarktdaten am Freitag abhängen.

Der HUI-Goldbugs-Minenindex und der Junior-Goldminenindex GDXJ brechen aus technischer Sicht gerade ein, und auch das GDXJ/Gold-Verhältnis fällt. Neue Leser sollten wissen, dass ich der Auffassung bin, dass Goldrallys nicht von Dauer sind, wenn sie nicht auch von einem Anstieg des GDXJ/Gold-Verhältnisses begleitet werden.

Ein Blick auf den GDXJ-Chart verrät uns, dass der GDXJ nun durch seine Stützung gebrochen ist und es immer wahrscheinlicher wird, dass dieser Index seine diesjährigen Gewinne in Gänze abgeben könnte, und es gibt auch nichts, was unterhalb des aktuellen Preisniveaus des GDXJ irgendwie als Chartunterstützung auszumachen wäre.

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Der nächste Chart zeigt das GDXJ/Gold-Verhältnis. Wie Sie sehen, sind wir jetzt wieder auf Niveaus von Anfang Januar angelangt.

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Der letzte Chart ist der aktualisierte Chart für die Goldbestände des weltgrößten börsennotierten Goldfonds GLD. Es ist ein unheilvoller Hinweis für die Goldbullen, dass die vom GLD gehaltenen Bestände weiterhin rückläufig sind.

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