Staatsschuldenkrise: Neustart des Währungssystems ist nicht aufzuhalten!

Die Zinsanstiege werden den Schuldendienst unerträglich machen, und auch ein Reset des Währungssystems ist unvermeidlich

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 11.04.2015

„Diese Entwicklung wird sich jedoch umkehren – in den USA werden die Zinskosten die Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2020 übersteigen, und mit einem Anstieg der Zinsen wird auch die Inflation einsetzen.“

Diese Ausführung von mir ist auf jede Menge Interesse gestoßen. Die Inflation wird erst dann wieder zurückkehren, wenn die Zinssätze steigen. Ich weiß, dass das genau das Gegenteil von dem ist, was an den Schulen gelehrt wird. Und es ist auch das Gegenteil von dem, was die TV-Experten bei CNBC predigen. Sorry – das ist einfach eine Tatsache der realen Welt und nicht irgendeine Theorie.

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Da der Staat der größte Schuldner ist und er seine Ausgaben niemals beschneiden oder die alljährlichen Schuldenemissionen zurückfahren wird, wird sich die Staatsschuldenkrise entwickeln, während die Fed die Zinsen erhöhen wird, um die Kapitalströme in Richtung US-Vermögenswerte abzuwehren. Die Kosten für den Schuldendienst bei US-Staatsschulden werden dann so schnell steigen wie noch nie. Wenn die Zinsen von heute 1% auf 2% steigen, dann ist das ein riesiger Anstieg. Wir sind hier mit einem völlig außer Kontrolle geratenen Schulden-Zug konfrontiert, und das wird dann auch der Auslöser für politische Reformen sein.

Wir werden demnächst eine neue, erweiterte Version des Berichts „The Greatest Bull Market in History“ veröffentlichen. Dem Bericht wurden nun 500 weitere Seiten hinzugefügt und es werden dabei nun auch der Beginn des Sozialismus und die 34 Jahre betrachtet, die zum Aktienmarkthoch von 1929 führten. Die Zeitungen der damaligen Zeit vertraten exakt die gegenteilige Auffassung von dem, was heute verbreitet wird. Steigende Zinssätze wurden damals als bullisch erachtet, da dies bedeutete, dass die Menschen immer noch Kredite aufnahmen und das Vertrauen noch da war. Nach 1929 wurde die Presse sozialistisch. Bei Zinsveränderungen ging es von da an nur noch darum, in welche Richtung der Staat die Märkte lenken will.

Die Auffassung von vor 1929 wird sich wieder durchsetzen. Es ist einfach nur so, dass so vielen Menschen all dieser Blödsinn rund um eine Theorie gelehrt wurde, bei der es sich schlicht um einen Teil der sozialistischen Agenda handelt. Die Realität wird sich wieder durchsetzen.

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Selbst wenn es nicht zu bedeutenden Zinsanstiegen kommen würde, würde bereits das enorme Volumen der neuen Schulden dafür sorgen, dass die Zinskosten für US-Staatsschulden bis 2020 die Verteidigungsausgaben übersteigen werden. Würden die Zinsen ab Herbst 2015 bedeutend schneller steigen, könnte dieser Punkt bereits Anfang 2017 erreicht werden …

Es gibt auch Grund für Optimismus

Der Grund, optimistisch zu sein, ist das Wissen, dass da draußen etwas existiert, das uns befähigt, uns an Veränderungen anzupassen. Wir können von der Natur lernen, wenn wir uns die göttliche Struktur der Dinge um uns herum endlich einmal anschauen würden. Es gibt einige Gartenblumen, die der Sonne folgen, während sie sich über den Sommerhorizont bewegt. Blumen, die der Sonne folgen werden als heliotropisch oder phototropisch bezeichnet. Heliotropische Blumen richten ihre Blüten in Richtung der Sonne aus, während phototropische Blumen in Richtung der Sonne wachsen. Viele heliotropische Pflanzen gehören zur Familie der Sonnenblumen (Asteraceae), darunter fallen 24.000 Arten.

Wenn die Natur begriffen hat, eine Pflanzenart zu schaffen, die der Sonne folgt, ja warum sollen wir als Menschen dann nicht in der Lage sein, unsere Vergangenheit zu analysieren, um zu praktischen Lösungen für die Zukunft zu gelangen!

Basierend auf unseren Modellen ist es so, dass die Zinskosten für US-Staatsschulden aufgrund der Zinsanstiege den Verteidigungshaushalt übersteigen werden. Das aktuelle Geldsystem kann nicht aufrechterhalten werden. Selbst wenn die Zinssätze nicht steigen würden – wir hier also einmal das Unrealistische zu Grunde legen –, würden die Zinskosten die Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2024 übersteigen. Wenn sich die Zinsen verdoppeln, erreichen wir diesen Zeitpunkt bereits 2017.

Wir können diese Krise überleben. Ja, wir sollten ein paar Goldmünzen als Absicherung gegen den bevorstehenden Neustart des Geldsystems haben. Aber das dient zur Diversifikation – nicht um alle anderen Arten von Investments auszuschließen. Wir sind jetzt auf dem Weg zu einem vollkommenen Neustart – den Control-Alt-Delete-Reset. Dieser Ausgang kann nicht aufgehalten werden, da das System von Rechtsanwälten gesteuert wird, die so korrupt sind, wie es nur geht. Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir einen Hegde-Fonds-Manager brauchen, um die Wirtschaft neu zu starten – nicht noch mehr Rechtsanwälte.

Wir können es schaffen. Es ist wie, als würden wir den Wetterbricht schauen und feststellen, dass sich ein Hurrikan auf uns zubewegt. Wir vernageln die Fenster und sitzen es aus. Sie sollten sich nur darauf vorbereiten – das ist alles. Es gibt keinen Grund für Schwarzmalerei. Das ist lediglich eine dieser Phasen, die uns sehr viel abverlangen wird und aus denen wir viel lernen können. Wenn die US-Wirtschaft ihre Talfahrt einleitet, werden Ihnen die Menschen auch zuhören. Also, sparen Sie sich Ihre Energie vorerst.

Ich werde für 6 Wochen auf Vortragsreise in Europa sein – mit einem vollen Terminkalender von Polen bis nach Spanien. Jeden Tag kommen weitere Anfragen herein, in einer anderen Stadt zu sprechen. Warum? Weil sie in Europa das Leid heute bereits spüren. In den USA ist es noch nicht so weit. Das ist aber nur noch eine Frage der Zeit.

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