Panik bei den Finanz-Eliten: Wir stehen jetzt kurz vor dem größten Finanz-Crash aller Zeiten

Der Internationale Währungsfonds hat in seiner jüngsten Einschätzung eingeräumt, dass nun bereits die kleinste Krise ausreicht, um zum größten Finanz-Crash aller Zeiten zu führen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 23.04.2015

Während die Leute über das Mindestreserve-System und Finanzderivate diskutieren, ziehen in einer ganz anderen Richtung des Horizonts dunkle Wolken auf. Dazu fand am Wochenende ein praktisch geheimes Treffen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington D.C. statt. Die Massenmedien berichteten lediglich darüber, dass man während des Treffens über Griechenland sprach, doch laut unseren Quellen war hinter den Kulissen die Hölle los und es wurden dort auch noch ganz andere Dinge besprochen.

Jedes Jahr im April veröffentlicht der IWF seinen Globalen Finanzstabilitäts-Bericht – doch dieses Jahr war es eine ernüchternde Bilanz über das vollständige Versagen der Finanz-Eliten, das weltweite Finanzsystem zu managen. Wenn etwas die Verschwörungstheorien bloßstellt – wo behauptet wird, jemand würde bei all dem die Fäden ziehen und die Gesellschaften absichtsvoll über die Klippe schicken – dann ist es dieser Bericht.

Es wäre ja wirklich schön, wenn jemand dahinter stünde – ein Halbgott der Finanzwelt. Vielleicht würden sie dann mal zur Besinnung kommen. Die Realität ist aber viel schlimmer. Die ganze Veranstaltung wird von Rechtsanwälten geleitet, die glauben, dass sie nichts weiter tun müssen, als ein Gesetz zu schreiben und – Simsalabim – schon ist das Problem gelöst.

Der neue IWF-Finanzstabilitäts-Bericht ist ein Eingeständnis, dass die Rechtsanwälte/Alchemisten der „Neuen Ökonomie“ gescheitert sind. Diese Typen, die Finanzgötter spielen, haben absolut null Ahnung, was das Management einer Wirtschaft anbelangt. Wir haben es gegenwärtig mit dem Zusammenbruch des einst von Karl Marx in Gang gesetzten Sozialismus zu tun – und genauso wie der Kommunismus zusammenbrach, ist es dieses Mal die freie Welt des Westens, die sich in Richtung einer vollständigen und ungebremsten Katastrophe aufgemacht hat.

Im IWF-Bericht wird eingeräumt, dass nun bereits die kleinste Krise in der Welt ausreichen würde, um einen Crash auszulösen, der weit schlimmer ist als alle vorangegangenen Crashs. Die Finanz-Eliten können mit keinerlei Lösungen aufwarten. Von jetzt an wird jeder wirklich nur noch für sich selbst kämpfen. Sparer, Steuerzahler, Bankkunden, Anleger und Lokalpolitiker werden mit allerhöchster Vorsicht agieren müssen, während sich die Dinge für Oktober – die kommende Trendwende – ausrichten.

Der IWF berichtet in dem Report auch über die jüngsten Anstrengungen, einen Crash zu verhindern, doch merkwürdigerweise hört man in den Massenmedien nichts über diesen Bericht, wenn man von beiläufigen Erwähnungen einmal absieht. Ja warum sollten die Massenmedien auch darüber berichten! Den Menschen könnte ja eine Teufelsangst eingejagt werden. Das können wir uns jetzt nicht leisten – oder?

Politik ist in Wahrheit nichts weiter als eine Religion. Die Menschen glauben an ihre Politiker, weil sie es wollen. Es ist wie irgendein schräger Kult. Unterdessen wollen nun auch einige der elitärsten Städte der USA – wie Moorestown in New Jersey – ihre Polizei militarisieren. Die Menschen glauben einfach das, was der Staat sagt, und sie werden den Preis für ihre Dummheit zahlen.

In dem Bericht heißt es, dass die Risiken des Weltfinanzsystems seit Oktober 2014 gestiegen und nun auch auf andere Wirtschaftssektoren übergegangen sind, obschon sie dort schwerer identifiziert werden können. Das ist wie die Katastrophe mit den Franken-Krediten in Osteuropa, auf die in dem Bericht aber nicht im Detail eingegangen wird. Die Industrieländer sind von der Geldpolitik ihrer Zentralbanken nun sogar noch abhängiger geworden, denn sie müssen die Zinsen niedrig halten, wodurch die Kreditkosten reduziert werden und künstlich der falsche Eindruck geschaffen wird, dass die Lage bis auf weiteres okay ist.

Die düsteren Nebenwirkungen dieser weltweiten Niedrigzinspolitik sind, dass dadurch die älteren Menschen und die Pensionsfonds in den Ruin getrieben werden, und es hat überdies zu einem riesigen weltweiten Anstieg bei Fremdwährungskrediten geführt, beispielsweise den Dollarkrediten der Schwellenmärkte. Der niedrige Ölpreis sorgt in Verbindung mit dem starken US-Dollar dafür, dass die Schwellenmärkte ins Chaos gestürzt werden und sich nun auch bei den Wirtschaften des Nahen Ostens ernsthafte Auswirkungen bemerkbar machen.

Der Irrsinn bei der Griechenland-Krise verdeutlicht, dass das weltweite Finanzsystem mittlerweile so komplex miteinander vernetzt ist, dass ein Zusammenbruch Griechenlands zu einer Ansteckung führen würde. Zumindest die schlaueren Vertreter der Elite machen sich darüber große Sorgen, während andere der Auffassung sind, das Griechenland zahlen muss, da die Blase sonst platzen würde.

Dann haben wir noch all den Unsinn der Obama-Administration und die Sanktionen gegen Russland, die die europäische Wirtschaft tiefgreifend in Mitleidenschaft gezogen haben. Die geopolitischen Spannungen in Russland, der Ukraine, im Nahen Osten, in Teilen Afrikas und in Griechenlands sorgen hier für eine weitere Wild-Card im weltweiten Gefüge.

Der IWF merkt an, dass die sich die faulen Kredite (NPL) der Eurozonenbanken auf rund EUR 900 Milliarden belaufen. Stellen Sie das mal den EUR 250 Milliarden gegenüber, die Griechenland von den internationalen Gläubigern erhielt und die sich im Rahmen einer griechischen Staatspleite in Luft auflösen würden – und schon sieht es so aus, als würde sich die Krise in Europa buchstäblich jedweder Kontrolle entziehen.

Die Kalkulationen des IWF zeigen, dass der überwiegende Teil dieser faulen Kredite italienischer, spanischer, irischer, zypriotischer und griechischer Banken ausgelagert wurde, wodurch man den Nährboden für die Ansteckung schuf.

Die EZB konnte mittels der europäischen Bankenaufsicht noch mehr Macht an sich ziehen und sie hat versucht, neue Regeln einzuführen. Doch diese Maßnahmen sind weit davon entfernt, das Problem der faulen Kredite in den Griff zu bekommen, weshalb der IWF vorschlägt, dass sich die Banken den faulen Krediten auf direkte und aktive Art und Weise annehmen. Zur selben Zeit schlägt der IWF vor, effizientere rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zu schaffen, eine Art Forum für alle faulen Kredite weltweit.

Der IWF unterstützt auch die harte Haltung der österreichischen Regierung gegenüber den Gläubigern der Skandalbank Hypo Alpe Adria. Das hatte Auswirkungen auf deutsche Banken, die dieser Bank in großem Umfang Gelder bereitgestellt hatten. Man lässt die Dinge einfach laufen und schaut, was als nächstes passiert – während niemand weiß, wie stark die Ansteckung das Finanzsystem (das ja mit mehr als nur einer Krise zu kämpfen hat) erschüttern wird.

Dass der IWF die österreichische Regierung unterstützt, veranschaulicht, dass die internationalen Finanz-Eliten nicht wissen, wie sie mit einer Schuldenkrise umzugehen haben. Ihre Position besteht ganz einfach darin, die Ausweglosigkeit des Schuldenproblems fortbestehen zu lassen. Wir haben es jetzt mit einer Krise zu tun, wo jeder versucht, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, anstatt mal einen Blick auf das System als Ganzes zu werfen.

Von Griechenland verlangen die Eliten einfach nur, dass es mit äußerster Härte Steuern eintreibt, ohne dass sie dabei die künftige Wirtschaftsentwicklung im Blick haben. Sie glauben, das Problem wäre zu lösen, indem man den Menschen immer mehr Geld wegnimmt, um damit die Fehler des Staats zu begleichen. Ihre einzige Lösung besteht nach wie vor in höheren Steuern und der Bewaffnung der Polizei für den Fall, dass es zu Bürgerunruhen und Aufständen kommt – eine Entwicklung, die aus historischer Sicht immer und ausnahmslos durch drakonische Steuern hervorgerufen wurde.

Die Idee, dass das Schuldenproblem zu lösen sei, indem Ersparnisse und Vermögenswerte mit einer Zwangsabgabe/Steuer belegt und Bail-ins durchgeführt werden, hat mittlerweile alle Staaten befallen. Sie sind der Meinung, dass eine riesige Zwangsabgabe auf Eigentum und Bankvermögenswerte die ultimative Lösung sei, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum die Staaten nun auf eine Abschaffung des Bargelds hinarbeiten und die Menschen in elektronisches Geld zwingen wollen.

Der IWF führte in verblüffender Offenheit aus, dass die Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbanken keine Auswirkungen auf die Inflation hatte. Sie begreifen einfach nicht, dass die Inflation nicht durch Anstiege der Geldmenge, sondern durch einen Zusammenbruch des Vertrauens in den Staat und somit durch einen Zusammenbruch des Werts des Geldes ausgelöst wird. Das ist der Punkt, an dem die Menschen dann umdenken und anfangen, Vermögenswerte zu kaufen. Und die negativen Zinssätze könnten ab Herbst dieses Jahres genau dazu führen.

Noch wichtiger ist aber, dass die Ausweitung der Geldmenge zu den niedrigen Zinssätzen geführt hat. Der IWF räumt ein, dass die Niedrigzinsen die Rentenersparnisse untergraben und extrem gefährliche Nebenwirkungen für die Versicherungsbranche haben. Die Lebensversicherer halten allein in der EU ein Portfolio von EUR 4,4 Billionen – und diese Gelder sind dank der Niedrigzinsen massiv in Gefahr und können diese Branche in die Insolvenz treiben.

Der IWF warnt, dass diese Schwierigkeiten der Lebensversicherer aufgrund der sehr starken Vernetzung des gesamten Finanzsystems eine Ansteckung auslösen könnten. Der Internationale Währungsfonds erachtet das als Hinweis, dass die Risiken des Finanzsystems dank der Niedrigzinspolitik nun auch von den Banken auf andere Finanzinstitutionen übergegangen sind.

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