Princeton Economics: Ein vollumfänglicher Aktien-Crash ist unwahrscheinlich

Wir stehen nun kurz vor der nächsten Crash-Welle des Sozialismus. Die weltweiten Kapitalströme dürften in den nächsten Jahren vermehrt aus Staatsanleihen flüchten und sich über private Vermögenswerte ergießen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 02.09.2015

Frage: Was wird nach Oktober 2015 passieren? Können Sie uns dazu etwas sagen?

Antwort: Alle Systeme neigen dazu, in zehn 8,6-Jahreswellen zu kollabieren, wobei die letzten 4,3 Jahre in der Regel die schlimmsten sind. Das ist genau das, womit wir zwischen Herbst 2015 und Anfang 2020 rechnen sollten.

Der römische Kaiser Valerian war der erste Kaiser, der vom Feind gefangengenommen wurde. Als er starb, wurde er wie eine Trophäe ausgestopft, präpariert und als Fußhocker benutzt. Das war 260 n. Chr. In den darauffolgenden 4 Jahren kam es zum vollständigen Zusammenbruch von allem, auch der Religion. Die Römer beteten und es geschah nichts – das war der Punkt, wo das Christentum in Fahrt kam.

Und wir nähern uns nun auch denselben 4,3-Jahren des Sozialismus an, der 1934 seinen Anfang nahm. Wir haben es mit dem Höhepunkt des Vertrauens gegenüber dem Staat zu tun, und genau dieses Vertrauen wird sich genauso schnell in Luft auflösen, wie es 260 n. Chr. der Fall war.

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Das ist nicht das Ende der Welt, aber es wird eine Chance sein, den Staat in die Schranken zu weisen und unsere Freiheit wiederherzustellen. Am Anfang wird es ziemlich schlimm werden, weil der Staat bis ins Jahr 2017 hart kämpfen wird. Bis Mitte 2018 dürften wir den Trend dann aber endlich deutlicher erkennen.

Der Dow Jones

Dass es dem Dow Jones auf Monatsbasis nicht gelang, mit über 17.007 Punkten aus dem Handel zu gehen, bestätigt, dass der Aktienindex aktuell noch nicht bereit ist, in die Höhe zu schießen. Wir brauchen einen Schlusskurs von mehr als 17.007 Punkten, um definitiv die Bestätigung zu haben, dass das August-Tief halten wird und neue Hochs kommen. Es ist ein Mindestschlusskurs von über 16.632 Punkten vonnöten, um den Markt kurzfristig zu stützen. Ein Schlusskurs unter 16.632 Punkten wäre kein Verkaufssignal auf Monatsbasis, sondern eine Warnung, dass der Dow Jones bis September weiterhin anfällig bleibt. Nur ein Monatsschlusskurs unter 15.550 Punkten wäre ein bedeutendes Abverkaufssignal gewesen, aber diese entscheidende Stützung hielt.

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Der Schlusskurs von August war also nicht stark genug, um einen abermaligen Test der Tiefs auszuschließen. Der Dow Jones befindet sich derzeit weder in einer Situation, die implizieren würde, dass neue Tiefs vor uns liegen, noch hatten wir bisher eine Bestätigung einer bullischen Entwicklung.

Unser Forecast-Array für den Dow Jones wies die Woche des 24. August als Panik aus. Wir haben langfristig aber Umkehrpunktziele für die Woche des 21. September. Es ist wahrscheinlich, dass es sich dabei um einen wichtigen Umkehrpunkt handelt, während die Intensität weiter zunimmt …

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Wir dürften zumindest einen abermaligen Test der Tiefs sehen, bei dem ein niedrigerer Wochenschlusskurs ausgebildet werden wird, sollte es auf Wochenbasis keine bedeutenden Notierungen geben, die wenigstens im Bereich von 17.875 Punkten liegen. Ein Wochenschlusskurs unter 16.008 Punkten wäre ein Signal, dass wir im September die Tiefs abermals testen. Nur ein Bruch des letztjährigen Tiefs wäre eine Warnung, dass wir es mit einer Slingshot-Bewegung zu tun bekommen. Sehr bärisch wäre eine Rally während der Woche vom 21. September, bei der die Hochs getestet, aber keine neuen Hochs ausgebildet werden – das wäre eine Crash-Warnung.
Und all jene, die das Ende der Welt und eine Depression im Stile von 1929 proklamieren, betrachten dabei lediglich die Charts. Sie haben keine Ahnung, wie sich alle einzelnen Märkte derzeit ausrichten. Einem solchen Aktienmarkt-Crash fehlt die Basis. Wir dürfen hier ja nicht vergessen, dass der Crash von 1929 den überbordenden Wohlfahrtsstaat und den Sozialismus ins Leben rief. Dieses Mal ist es aber der Staat, der sich im Crash-Modus befindet und nicht der Privatsektor. Dieses Mal werden die Politiker von den Hochhäusern springen.

Ja was glauben Sie denn, wie tief die Zinsen noch fallen werden – auf -20%? Also bitte! Wir haben es hier mit einem 5.000-Jahres-Tief bei den Zinsen zu tun, die Zinsen werden wieder nach oben schnellen. Da gibt es keine Alternative.

Der Deutsche Aktienindex

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Auf Monatsbasis hat der DAX kein langfristiges Verkaufssignal generiert. August hat in der Tat für einen Panikzyklus gesorgt, so wie es unser Model vorhergesagt hat, und wir rechnen immer noch damit, dass der September ein Umkehrpunkt ist.

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Sollte es dem DAX gelingen, gemeinsam mit dem Economic Confidence Model (Anfang Oktober 2015) ein Tief auszubilden, wäre er in einer Position, von wo aus er weiter steigen könnte, indem er dann die von diesem Tief ausgehenden bullischen Umkehrmarken trifft. Das würde nahelegen, dass der Übergang von staatlichen Vermögenswerten in Richtung privater Vermögenswerte auch in Deutschland stattfinden wird.

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