Gold: Finaler Ausverkauf – bald geht’s wieder abwärts!

Jordan Roy-Byrne, The Daily Gold, 04.09.2015

Obwohl die weltweiten Verwerfungen an den Kapitalmärkten dem Edelmetallsektor letztlich Aufwind bescheren dürften, ist das gegenwärtig mit Sicherheit noch nicht zu beobachten. Während sich die weltweiten Märkte in den letzten Tagen abgeschwächt haben, gingen auch die Edelmetalle und die Edelmetallminenaktien im Preiss zurück. Die Goldminentitel nähern sich gerade ihren jüngsten Tiefs an, während sich auch die Erholung bei Gold und Silber schon wieder umzukehren scheint.

Und nun, wo die letzte Sommerwoche vorbei ist, könnte die kurzfristige Prognose für die Edelmetallminenaktien kaum deutlicher ausfallen. Die untenstehenden Kerzencharts auf Wochenbasis für den GDXJ und den GDX zeigen, dass beide Edelmetallminenindizes nahe ihrer Sommertiefs aus dem Handel gehen werden. Schauen Sie sich bitte auch den Unterschied der letzten Monate im Vergleich zum letzten Winter an.

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Nachdem die Minentitel im vergangenen Winter ein Tief ausgebildet hatten, kam es in den darauffolgenden Wochen zu starken Anstiegen. Sie konnten ihre Zugewinne halten und gingen nahe ihrer Hochs aus dem Handel. Dadurch wurde eine Stützung geschaffen, die sieben Monate hielt. Die aktuelle Entwicklung steht jedoch völlig im Widerspruch dazu. Die Umkehrbewegung im Juli verlief ganz mild. Und obwohl es im August zu Zugewinnen kam, gelang es den Minentiteln nicht, nahe der Wochenhochs aus dem Handel zu gehen. Darüber hinaus scheint die Erholung von letzter Woche lediglich vorübergehender Natur gewesen zu sein, da die Minentitel diese Woche wieder nahe ihrer Tiefs aus dem Handel gehen werden. Interessant ist auch, dass der GDX so schwach war, dass es ihm im Rahmen seiner Erholung noch nicht einmal gelang, die Marke von USD 17 zu touchieren.

Gewöhnlich ist es so, dass die Minen die Edelmetalle bei der Preisentwicklung anführen, und das heißt, dass ihre Schwäche ein Hinweis darauf sein könnte, dass Gold noch einen Abwärtsschub auf USD 1.000 pro Unze einleitet, bevor der Bärenmarkt an sein Ende gelangt. Gold ist im Bereich von USD 1.120 pro Unze aus dem Handel gegangen. Das Metall scheiterte am Dienstag und Mittwoch an der Marke von USD 1.140 pro Unze. Die letzte wichtige Stützungslinie auf Wochenbasis liegt bei rund USD 1.080 pro Unze. Unterdessen hat auch Silber am Freitag eine Umkehr eingeleitet. Aktuell ist es wirklich schwierig, irgendwelche bullischen Aspekte zu finden, die kurzfristig für Gold und Silber sprechen würden.

Einen positiven Aspekt gibt es dennoch, nämlich dass sich Gold real stabilisiert. Speziell gegenüber den weltweiten Aktienmärkten konnte Gold jüngst etwas an Stärke gewinnen. Gegenüber den Schwellenmärkten ist Gold bereits ausgebrochen und müsste jetzt den Abwärtstrendkanal nach oben hin durchstoßen. Der nachfolgende Chart zeigt das Verhältnis von Gold gegenüber dem ACWI Index-Fonds (ein alle Länder Aktien ETF). Das Verhältnis ging vor ein paar Wochen mit einem 6-Monatshoch aus dem Handel und steht nun kurz davor, eine Widerstandslinie zu testen.

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Im Hintergrund finden positive Dinge statt, die für Gold und den Edelmetallkomplex sprechen, aber dadurch wird die Gefahr eines kurzfristigen Abwärtspotenzials nicht gebannt. Die Edelmetallminenaktien notieren jedenfalls erbärmlich und stehen nun vor neuen Tiefs. Die Edelmetalle selbst haben ihre Erholung bereits wieder umgekehrt und laufen Gefahr, sich in den kommenden Tagen und Wochen in Richtung neuer Tiefs aufzumachen. Wir werden erst wieder long gehen, wenn sich Gold der Marke von USD 1.000 pro Unze annähert und die Juniorminentitel abermals extrem überverkauft sind.

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