Die Mega-Schulden-Bombe: Jetzt knallt´s richtig!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 26.09.2015

Im Jahr 1985 hatten wir davor gewarnt, dass die Staatsschuldenkrise ab dem 30.09./01.10.2015 (2015,75) hochkochen würde. Wie kann es sein, dass wir soweit im Voraus mit einer Staatsschuldenkrise rechneten? Die Antwort ist Pi – es sind 31,4 Jahre in der aktuellen Privaten Welle, welche in der zweiten Jahreshälfte 1985 (1985,65) begann.

1998 veröffentlichten wir auf unserer World Economic Conference das nachfolgende Schaubild, wo wir die Chronologie der Ereignisse darstellten. Die Leute wundern sich dann oft, wie wir langfristig solch genaue Voraussagen machen können. Derartige Voraussagen sind nur möglich, wenn man über eine riesige Datenbank verfügt. All jene, die versuchen, unsere Prognosen zu kopieren, möchte ich daher fragen: Wie wollen Sie das eigentlich ohne die entsprechenden Daten anstellen?

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Die Wahrheit im Hinblick auf Prognosen ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Menschen glauben. Sie glauben, dass langfristige Prognosen unmöglich seien und gehen davon aus, dass man kurzfristige Entwicklungen vorhersagen kann, indem man Fundamentaldaten und wichtige Ereignisse beobachtet. Die Wahrheit ist hingegen ziemlich schockierend: Es gibt die Tendenz, dass langfristige Prognosen viel einfacher sind, als vorherzusagen, wie der Dow Jones morgen aus dem Handel gehen wird.

02Warum? Weil die kurzfristigen Entwicklungen nichts weiter sind als Rauschen, dennoch ziehen sich alle daran hoch. Jede 20-Dollar-Rally bei Gold sorgt dafür, dass die Scharlatane aus der Deckung kommen und behaupten, dass die Zeit von Gold dieses Mal aber wirklich gekommen sei. In Wahrheit kann der Trend aber weder manipuliert noch verändert werden – nicht einmal vom Staat –, da die kollektiven Kräfte des freien Markts immer obsiegen werden.

Selbst Paul Volcker, der ehemalige Fed-Vorsitzende, veröffentlichte dazu eine Abhandlung mit dem Titel „Die Wiederentdeckung des Wirtschaftszyklus“, worin er erklärte, dass die Ära der Neuen Ökonomie (Marxismus/Keynesianismus) – bei der behauptet wird, dass der Staat Rezessionen und den Wirtschaftszyklus außer Kraft setzen könne – gescheitert sei.

Und dann gab es noch Arthur Burns, den Fed-Vorsitzenden, der der Geburtsstunde des freien Wechselkurssystems im Jahr 1971 vorsaß. Er schrieb ebenfalls, dass der Wirtschaftszyklus in Wahrheit „unbesiegbar“ sei. Doch trotz all der Stimmen hinter den Kulissen der Macht, die offen einräumen, dass der freie Markt immer gewinnen wird, behaupten die Presse, die Akademiker im Allgemeinen und der Staat fortwährend, dass es keinen Wirtschaftszyklus gäbe und man die Zukunft nicht vorhersagen könne. Danach prognostizieren sie aber gleich immer starkes Wirtschaftswachstum für das kommende Jahr.

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Doch warum behauptet das Establishment (Staat, Akademiker und Presse), dass Prognosen unmöglich seien, wenn dies in Wahrheit überhaupt nicht stimmt? Selbst Paul Volcker räumte ein, dass der Wirtschaftszyklus rund 8 Jahre andauert.

04Die Wahrheit ist ganz einfach, dass sie nicht wollen, dass Sie zu der Auffassung gelangen, dass es einen Wirtschaftszyklus gibt, weil dann würden Sie diese Typen ja gar nicht brauchen. Das Einzige, was diese Leute tun, ist zu versuchen, die Menschen zu manipulieren, um den Wirtschaftszyklus zu besiegen – was bisher aber noch niemanden gelungen ist!

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Gut, 2015,75 steht jetzt vor der Tür. Die langfristigen Prognosen sind wesentlich genauer als die kurzfristigen Prognosen, weil man den Trend schlichtweg nicht besiegen kann, ganz gleich was man auch unternehmen mag. Die Zeit ist einfach gekommen.

Solche Vorhersagen lassen sich nicht mittels irgendwelcher persönlicher Meinungsbilder machen. Dafür braucht man Datenbanken – man kann den Trend nur dann erkennen, wenn man alles, was sich bewegt, miteinander in Korrelation setzt. Es gibt einen Staat in Asien, der das vielleicht besser versteht als der Westen und uns USD 500 Millionen für eine Kopie von allem geboten hat, was wir haben.

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Wenn wir sagen, dass wir über die größte Datenbank verfügen – dann ist das kein Witz. Schulden sind immer der große Vernichter gewesen. Schulden haben bisher jedes in der Geschichte der Menschheit bekannte Imperium zu Fall gebracht. Wir haben die Schulden gemeinsam mit den Währungsbewegungen bis in die Antike rekonstruiert und antike Finanzpaniken wie die in Athen 354 v. Chr. katalogisiert. Der obenstehende Chart des Venezianischen Reichs basiert auf dem Golddukaten, der über Jahrhunderte verwendet wurde. Gold konnte den Niedergang dieses Imperiums auch nicht aufhalten.

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Wir haben die Schulden und Zinssätze von den Kernwirtschaften bis zu den äußeren Rändern ermittelt, um die Kapitalkonzentration zu verstehen. Wenn sich Kapital konzentriert, gehen die Zinssätze in dieser Region zurück. So erkennen wir, wie sich Finanzzentren im Laufe der Zeit verlagern.

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Wir haben die Münzen genutzt, um die Geldmenge zu vermitteln. Da jeder handgefertigte Münzstempel einzigartig ist, ist auch jede Münze einzigartig. Wir haben mit modernen Münzstempeln experimentiert, indem jemand die Münzen mit einem Hammer geprägt hat, um herauszufinden, wie viele dieser Münzen geprägt werden können, bevor so ein Stempel kaputtgeht, um einen Durchschnitt zu ermitteln. Danach haben wir alle bekannten Münzstempel katalogisiert, um die Geldmenge zu ermitteln.

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Wir haben alles katalogisiert – von der Geburtsstunde der Münzprägung im 7. Jahrhundert v. Chr. über Griechenland, Rom bis hin nach Byzanz. Mit dem Niedergang des Byzantinischen Reichs bewegte sich das Kapital auf den indischen Subkontinent. Indien war damals noch kein Land, sondern bestand aus Stadtstaaten, die auch untereinander Krieg führten.

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Doch wie kann es sein, dass diese Typen allein aufgrund von „Meinungen“ und ohne Datenbanken den Eintritt eines großen Crashs vorhersagen? Sie begreifen einfach nicht, was sie prognostizieren und sind mittels ihrer Meinungsbilder ja noch nicht einmal in der Lage, Umkehrpunkte zu benennen.

Wir haben ermittelt, wie die römischen Münzen von den Handelspartnern an den Rändern des Imperiums „imitiert“ wurden. Ganz zu Beginn der Ära des Indischen Reichs wurden dort auch römische Münzen imitiert. Dennoch behaupteten die Römer, über die ganze Welt geherrscht zu haben (orbis terrarum), was dem entgegensteht, was die Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) in China sagte, die ebenfalls behauptete, über die Welt zu herrschen (tianxia).

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Es gibt ein Geschichtsbuch der Tan-Dynastie, welches die Phase von 618 bis 907 nach Chr. abdeckt. In dem Buch finden sich 17 Stellen, die auf das Römische Reich schließen lassen und beschreiben, wie das Römische Reich einen Gesandten nach China schickte. Der römische Kaiser wurde dort als „Anton“ (Marcus Antonius) beschrieben. Die Meldungen über solch einen Gesandten, der die Han-Dynastie besuchte, reichen also 1.000 Jahre weiter in die Vergangenheit als die des Reisenden Marco Polo (1254 – 1325 n. Chr.). Wir haben die Handelsströme von allen Dingen erfasst, die wir in die Hände bekamen.

Und jetzt, wo 2015,75 vor der Tür steht, können wir die Trendveränderung erkennen. Wir haben es gerade mit einem 5.000 Jahrestief bei den Zinssätzen zu tun, was das exzessive Horten von Kapital und die Kapitalkonzentration im Westen verdeutlicht. Überdies können wir erkennen, wie sich derzeit die Schuldenkrise vor unser aller Augen ausbreitet, die nicht mehr nur auf Griechenland begrenzt ist. Vor wenigen Tagen sind auch die Bonitätsnoten Frankreichs und Japans gesenkt worden.

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Der Trend konzentriert sich also offenkundig auf unsere Schuldenprobleme, da auch die Schwellenmärkte seit 2007 in US-Dollars denominierte Schulden ausgegeben haben, die ungefähr so hoch sind wie die Hälfte der Schulden der Vereinigten Staaten. Wir sehen jetzt, wie sich auch in Brasilien und Venezuela wirtschaftliches Chaos breitmacht. Das irrsinnige Konstrukt des Euros hat das gesamte europäische Bankensystem untergraben – die Lösung der EZB: Die Wahrheit einfach unter den Teppich kehren.

Als nächstes wird das Thema mit der US-Schuldenobergrenze hochkochen – und zwar genau zum Tag des Umkehrpunkts, und dieses Mal wird auch das Thema der Religion mit hineinspielen. Das führte bereits zum Rücktritt von Boehner, da er absichtsvoll Bestrebungen finanzierte, jeden bei den Republikanern zu schaden, der eine fiskalisch verantwortungsvolle Politik einforderte. Dann haben wir Donald Trump, der in den Umfragen immer weiter zulegt, da er von niemanden kontrolliert wird.

Jetzt, wo der Umkehrpunkt 2015,75 da ist, werden wir uns in das Pi-Ziel der aktuellen Welle des Economic Confidence Models (ECM) hineinbewegen. Das ist Januar 2017 (2017,05) – was überdies auch ein zeitliches Ziel für den Kriegszyklus ist. Die Korrelation dieser Modelle wird das Thema unserer diesjährigen Konferenzen sein. Wir haben zwei Jahre, die noch vor uns liegen – und 2015,75 ist erst der Anfang und nicht das Ende. Das ist eine bedeutende Trendveränderung monumentalen Ausmaßes.

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