Kriegszyklus: Weltmächte stoßen in Syrien aufeinander

Auf der anderen Seite von 2015,75 werden bedeutend mehr ernsthafte Dinge geschehen, als Viele glauben. Das ist das Hoch beim Vertrauen gegenüber dem Staat. Von jetzt an wird es sich nicht mehr um ein Videospiel handeln – von jetzt an wird es real sein

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 01.10.2015

Der Einsatz der russischen Streitkräfte, um Syrien zu unterstützen, fiel genau auf den Tag der Trendwende des Economic Confidence Models (ECM). Bei der Beobachtung dieses Modells habe ich im Laufe der Zeit gelernt, dass sich bedeutende globale Ereignisse – wie ihr Fokus auch immer sein mag – entlang des ECM auszurichten scheinen.

Dieses zeitliche Ziel ist für uns von enormer Bedeutung, wenn wir bedenken, dass wir es hier mit zwei unterschiedlichen Kriegszyklus-Modellen zu tun haben: 1. dem Zyklus für Bürgerunruhen, der zu Revolutionen führt, und 2. dem internationalen Kriegszyklus. Ja das ist so ein bisschen wie dieses Blutmondzeug, und zwar dahingehend, dass es in der Regel nicht so oft vorkommt, dass sich diese beiden Zyklen gemeinsam zueinander ausrichten. Ein bedeutendes Zusammenlaufen dieser beiden Kriegszyklen-Modelle nahm 2014 seinen Anfang.

01

Der Wirtschaftskrieg gegen Russland begann mit der Implementierung der Sanktionen gegen Russland am 06.03.2014 (2014,178), als Obama die Präsidialverfügung 13660 unterzeichnete, mit der Sanktionen gegen einzelne Personen und Gruppen autorisiert wurden, die für die Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine verantwortlich zeichneten. Am nächsten Tag kam dann noch Präsidialverfügung 13661 hinzu, in der behauptet wurde, dass Russland den demokratischen Prozess untergraben hätte.

02

Am 20.03.2014 erließ Obama eine weitere Präsidialverfügung mit dem Titel „Das Blockieren von Vermögen weiterer Personen, die zu der Lage in der Ukraine beitragen“. Mit dieser Verfügung erweiterte er den Umfang der zwei vorangegangenen Verfügungen gegen die Regierung der Russischen Föderation – hierbei ging es um die Annexion der Krim und den Einsatz von Streitkräften in der Ukraine. Die US-Regierung behauptete, dass dies eine Bedrohung der nationalen Sicherheit und der Außenpolitik der USA sei. Und am 28.04.2015 erließ Obama dann noch einmal weitere Sanktionen.

Die dritte Runde der US-Sanktionen wurde dann von Oktober bis Dezember 2014 während eines Umkehrpunktes eingeleitet. Am 03.10.2014 sagte Joe Biden: „Es war das Beharren von Amerika und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, wobei Europa oftmals fast in Verlegenheit gebracht werden musste, um sich zu erheben und Wirtschaftsschläge zu implementieren, um die Kosten zu erhöhen.“

Die Europäische Union erließ am 18.12.2014 Sanktionen gegen Russland, bei der einige Investments auf der Krim verboten wurden und die Unterstützung der Russischen Föderation bei der Exploration von Öl- und Gasvorkommen im Schwarzen Meer untersagt wurde. Die EU-Sanktionen verbieten auch, dass europäische Firmen auf der Krim touristische Dienstleistungen anbieten oder Immobilien und Unternehmen kaufen können. Am 19.12.2014 erließ Obama Sanktionen gegen die von Russland besetzte Krim, welche den Export von US-Waren und US-Dienstleistungen in die Region untersagen.

Der wirkliche Umkehrpunkt war der 20.11.2014 (2014,8871). Das eine Ereignis, das genau an diesem Tag stattfand, war die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, mit der die gleichgeschlechtliche Ehe in South-Carolina für legal erklärt wurde. Diese Entscheidung sorgte in allen Bible-Belt-Staaten für Proteste gegenüber dem Staat. Am selben Tag erließ Obama auch Exekutivmaßnahmen im Hinblick auf Immigranten. Am 24.11.2014 entschied die Grand Jury von Missouri, dass Michael Brown am 09.08.2014 von Officer Darren Wilson nicht vorsätzlich ermordet wurde, woraufhin es zu Bürgerunruhen und Protesten gegen korrupte Polizeikräfte kam.

Der aktuelle Umkehrpunkt des ECM (2015,75) markiert genau den Tag, an dem Russland aktiv mit der Bombardierung Syriens begonnen hat, um die mit ihm verbündete syrische Regierung zu verteidigen. Ja sie entsenden sogar Truppen nach Syrien, was uns wirklich Sorge bereiten sollte, da es sich dabei um massive Warnsignale handelt. Die Bombardierungen durch Russland haben für Schlagzeilen gesorgt – die Presse behauptet, dass Russland Zivilisten angreifen würde, hat aber nicht erwähnt, dass es sich bei diesen Zivilisten um Rebellen handelt, die versuchen, die Regierung zu stürzen, die Obama unterstützt hat. Die Presse stellt die aktuellen Geschehnisse falsch dar.

Und es gibt Berichte, dass auch China mit im Spiel ist und jetzt Truppen nach Syrien entsenden will. Obama schafft die globale Gefahr eines Weltkriegs, da Russland und China sich nun in Syrien zusammentun und beide gegen die US-Politik sind. Wir haben es hier mit einer direkten Konfrontation zu tun – und das alles nur, weil die US-Politik völlig durchgeknallt ist und versucht, von Irak, über Libyen bis hin nach Syrien sogenannte „Diktaturen“ zu stürzen. Es gibt aber keinen alternativen Ersatz dafür – und bei dieser völlig gehirnamputierten Politik, die sie sich in Washington ausgekaspert haben, gibt es auch kein Endziel.

Das Ganze verwandelt sich gerade in eine direkte Konfrontation der Weltmächte im Nahen Osten. Aber was wird damit bezweckt? Alles nur, weil Obama und Konsorten Putin nicht mögen? Sie haben Putin ja überhaupt erst geschaffen, indem sie dabei scheiterten, die Banker im Zaum zu halten, die 1999 versucht hatten, Russland zu übernehmen, um so ihre Hände über alle Rohstoffe zu legen. Ganz gleich, ob die Regierung selbst hinter den Zielen der Banker stand oder ob sie erst später einschritt, um die Banker zu schützen – schlussendlich kommt es aufs Gleiche raus.

Das ist auch einer der Gründe, warum sie versucht haben, den Film „The Forecaster“ in den USA zu blockieren, während zur selben Zeit in europäischen Nachrichtensendungen und Zeitungen darüber berichtet wurde, also dort, wo die Menschen wirklich unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen zu leiden haben.

Auf der anderen Seite von 2015,75 werden bedeutend mehr ernsthafte Dinge geschehen, als Viele glauben. Das ist das Hoch beim Vertrauen gegenüber dem Staat. Von jetzt an wird es sich nicht mehr um ein Videospiel handeln – von jetzt an wird es real sein.

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