Bedeutende Trendwende: Staatsgläubigkeit erreicht gerade ihren Höhepunkt!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 29.09.2015

Wir hatten davor gewarnt, dass das Kapital derzeit eine klassische Flucht in Richtung Qualität durchmacht und sich bei Staatsanleihen daher eine Blase bilden würde. Darüber hinaus hatten wir gewarnt, dass der Markt für langlaufende Staatsschulden im April/Mai sein Hoch ausbilden würde, wir jedoch davon ausgehen, dass die Rally bei den kurzlaufenden Staatsschulden weiter anhalten wird. Das war eine bedeutende Entwicklung, die sich dann tatsächlich auch so abgespielt hat. Die Tatsache, dass die langlaufenden Staatsanleihen ihr Hoch frühzeitig ausgebildet haben, während der Wert kurzlaufender Staatsanleihen bis in die jetzige Phase hinein steigt, spiegelt die krasse Realität wider, dass das Kapital den Staaten langfristig nicht mehr vertraut.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat gewarnt, dass sie die Zinsen erhöhen muss, um bei der Renditekurve wieder Normalität herzustellen. Niemand, der noch ganz bei Trost ist, sollte langfristige Staatsanleihen zu den jetzigen Zinssätzen kaufen. Das Kapital bewegt sich unterdessen in Richtung kurzlaufender Papiere auf – und das weist auf eine sehr gefährliche Entwicklung hin, die sich nun am Horizont abzeichnet.

01

Wo liegt das Problem? Wenn sich das Kapital zunehmend in kurzlaufenden Staatschulden konsolidiert, bedeutet das, dass jedwede Zinssatzänderung bei den Staatsschulden aller Länder unmittelbar durchschlagen wird. Der typische Dollar-Bär sagt „Oh ja, China hat eine riesige Menge an US-Staatsanleihen verkauft!“, und dreht es dann so, als wäre es irgendwie bärisch für den Dollar. China folgt in Wahrheit nur einem Trend: Sie verkaufen langlaufende Papiere und gehen in kurzlaufende.

Wir können sehen, dass die Volatilität von Oktober an zulegt. Wir blicken überdies auf einen Panikzyklus, der beim US-Leitzins nächsten Februar stattzufinden scheint, während ein weiterer im August folgt.

02

Das bestätigt die Veränderung des Trends, der ab dem 30.09./01.10.2015 (2015,75) beginnen wird. Und dabei wird es sich weder um einen monumentalen Aktienmarkt-Crash handeln noch wird es das Ende der Welt mit dem Blutmond sein. Wir haben es hier in Wahrheit mit dem Hoch bei den Staaten zu tun. Und umso stärker die Zeit verstreicht, desto bedeutender wird der aktuelle Umkehrpunkt im Rückblick werden. Es dürfte wohl mehr sein, als die Erklärung, dass es Wasser auf dem Mars geben könnte. So viele Dinge fanden diese Woche statt, das reicht bis zu dem Treffen zwischen Putin und Obama bei den Vereinten Nationen.

Also: Schnappen Sie sich einen Drink! Es könnte gut sein, dass Sie einen brauchen werden, während wir uns immer weiter von der Trendwende – dem 30.09/01.10.2015 – wegbewegen.

Weitere Artikel zu diesem Thema