Armstrong: Warum jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, um in Edelmetallminen zu investieren!

Das Gold/Rohöl-Verhältnis: Notiert es derzeit tatsächlich auf neuen Rekordhochs?

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 02.02.2016

Frage: „Mining.com veröffentlichte einen Chart des Gold/Rohöl-Verhältnisses und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gemeinhin davon ausgegangen wird, dass ein steigender Ölpreis die Inflation anheizt und somit auch die Goldnachfrage zum Zwecke der Absicherung erhöht. Sie haben hingegen erklärt, dass Gold keine Absicherung gegen die Inflation ist, und es scheint, als hätten Sie damit Recht, denn trotz all der quantitativen Lockerungsmaßnahmen seitens der USA, der Europäischen Zentralbank und in Japan ist bisher nichts passiert.

Mining.com sagt, dass das durchschnittliche Gold/Rohölverhältnis bei rund 1:15 liegt und das Verhältnis jetzt auf neuen Rekordhochs notieren würde, die zuletzt im Jahr 1973 erzielt wurden. Dasselbe sei 1980 geschehen, als es zu einem inflationsbereinigten Hoch bei Gold gekommen sei, das mit einem starken Anstieg des Ölpreises einherging. Während der Ölkrise 1973 stieg das Verhältnis auf 1:36.

Haben Gold oder Öl ihr Tief ausgebildet oder befinden wir uns vielleicht in einer völlig neuen Ära? Ich kann mir vorstellen, dass Sie interessante Auffassungen im Hinblick auf dieses Verhältnis haben. Dafür sind Sie ja bekannt.“01

Antwort: Netter Chart. Es ist aber immer eine Frage der Daten! Wenn man sich lediglich den Aktienmarktchart von 2011 bis 2015 anschaut, würde man auch zu der Auffassung gelangen, dass der Markt immer nur eine Richtung kennt. Long-Term Capital Management brach auch zusammen, obwohl sie die besten Köpfe engagiert hatten, weil ihre Modelle nur bis 1971 zurückreichten.

Im Folgenden Chart sehen Sie das Gold/Rohöl-Verhältnis ab dem Jahr 1900. Das Rekordhoch war weder im Jahr 1980 noch zur Ölkrise 1973. Das Rekordhoch war 1932 und während der Großen Depression. Bei dem Chart wurden einfach die Jahresschlusskurse genommen. Auf Jahresbasis haben wir das Hoch der Großen Depression bisher noch nicht erreicht. Würde der Rohölpreis auf den Umkehrpunkt von USD 25 pro Barrel fallen, um sein altes Hoch von der Großen Depression zu testen, würde der Goldpreis bei diesem Verhältnis immer noch auf USD 875 pro Unze fallen. Der Durchschnitt liegt bei 1:23 nicht bei 1:15.

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Würde Gold tatsächlich auf eine Finanzkrise und einen Zusammenbruch der Geldbasis reagieren, könnte dieses Verhältnis bis in den Bereich von 1:52 vordringen. Das wäre etwas, worüber man dann tatsächlich auch schreiben könnte. Bei dieser Bewegung dürften wir das Hoch von 1932 übersteigen.

Wir gehen davon aus, dass es viele rohstoffproduzierende Unternehmen und Ölfirmen in diesem Umfeld auslöschen wird. Diese Pleiten werden den Banken zu schaffen machen, die ihnen Kredite gegeben haben. Das ist einfach eine Sache, die noch erledigt werden muss, bevor das Ganze vorbei ist. Stürmen Sie jetzt bloß nicht in Minenaktien – der Drops ist noch nicht gelutscht.

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