Sanktionen gegen den Iran: Globale Elite will das iranische Volk ins Elend stürzen

Kurt Nimmo, Infowars.com, 09.07.2010

Omid Memarian, ein Autor der Nachrichtenagentur IPS, warnt davor, dass die jüngst seitens der Vereinten Nationen und der USA verhängten Sanktionen gegen den Iran heftige Auswirkungen auf die Mittelklasse des Landes haben werden: „Obwohl die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten darauf beharren, die letzte Runde der UN-Sanktionen gegen den Iran ziele auf hochrangige Regierungsbeamte und nicht auf die gewöhnliche Bevölkerung ab, enthüllten Interviews mit einer Reihe von Analysten, Aktivisten und Journalisten in Teheran, dass es wachsende Sorgen über die Auswirkungen auf die Mittelklasse des Landes gibt.“

Der deutsch-iranische Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad beschrieb, wie die „intelligenten Sanktionen“ die iranischen Bevölkerung als Ganzes treffe und nicht nur auf die Führung abziele:

„Die Sanktionen – seien sie nun ´lähmend` oder ´intelligent` – treffen letztendlich die gewöhnlichen Bürger. `Intelligente Sanktionen` sind genauso ein Widerspruch in sich wie ´intelligente Waffen`, die bei ´chirurgischen Angriffen` angeblich böse Komponenten vernichten würden. In der Tat wird der `Kollateralschaden` der ´intelligenten Sanktionen` am Ende zum Großteil denen seines militaristischen geistigen Bruders ähneln.“

Hamdi Dabashi berichtete über Hagop Kevorkian, einen Professor und Autor für iranische Studien und vergleichende Literatur an der Columbia University, der im August 2009 das Offensichtliche aussprach, als er auf die Forderungen der üblichen Meute tollwütiger Neokonservativer –der Hoover Institution, der Foundation for Defense of Democracies, dem Washington Institute for Near East Policy sowie dem American Enterprise Institute (alle spielten bei dem Einmarsch in den Irak eine entscheidende Rolle) – nach schärferen Sanktionen reagierte:

„Bei der Einführung ´lähmender Sanktionen` über die Einleitung ´verdeckter Operationen` bis hin zu militärischen Angriffen durch Israel und/oder die Vereinigten Staaten, handelt es sich um dieses altbekannte Szenario, welches bis zu einer sehr einfachen und festgeschriebenen Vorgeschichte der modernen politischen Kultur des Irans zurückreicht: Dem von der CIA entworfenen Putsch des Jahres 1953, für den sich Präsident Obama während seiner im Juni 2009 an der Universität von Kairo gehaltenen Rede entschuldigte.

Entgegen der Vision und der Weisheit des Präsidenten, handelt es sich bei den vom US-Kongress und den von dieser Gruppe an Ausschussmitgliedern offerierten fehlerhaften Ratschlägen um eine aggressive Drohung gegen das Regime. Dies wird seine selbstgerechte und kriegerische Haltung nur noch mehr verschärfen und abschreckende Konsequenzen für die vom Volk ausgehende Bürgerrechtsbewegung innerhalb des Irans haben.“

Tatsache ist, wie auch von Paul Craig Roberts angemerkt wurde, dass die Unterstützung der „vom Volk ausgehenden Bürgerrechtsbewegung innerhalb des Irans“ hauptsächlich von der CIA kam. Roberts schreibt dazu:

„Die Demonstrationen in Teheran [im Jahre 2009] verfügen zweifelsohne über zahlreiche aufrichtige Teilnehmer. Die Demonstrationen weisen auch die Anzeichen der von der CIA orchestrierten Demonstrationen in Georgien und der Ukraine auf. Es bedarf der völligen Blindheit dies nicht zu erkennen.“

Wenn Mir-Hossein Mousavi im vergangenen Jahr die Wahlen im Iran gewonnen hätte – die von den seitens der CIA orchestrierten Demonstrationen begleitet wurden – hätte er „die Ölwirtschaft privatisiert und die Monarchie wieder eingeführt. Der Sohn des früheren Schahs, Reza Cyros Pahlavi, hätte dann den Thron bestiegen“, den sein Vater einst inne hatte, so der französische Journalist Thierry Meyssan.

Das globalistische Establishment, worunter auch die Fraktion der Neokonservativen zu zählen ist, versteht ganz genau, dass die politischen Demonstrationen, die farbigen Revolutionen und die von der CIA gesteuerten Bombenanschläge und Ermordungsaktionen innerhalb des Irans nicht zum Sturz der Regierung und der Wiedereinsetzung des Schahs oder zu einem anderen Regime führen werden, das ihrer Agenda wohlmeinend gegenübersteht. Anstatt zu versuchen einen Putsch oder einen höchst unwahrscheinlichen Aufstand seitens des iranischen Volks herbeizuführen, wurden die Sanktionen und die verdeckte Kriegsführung innerhalb des Irans vielmehr dafür geschaffen innerhalb des Landes soziale und politische Spannungen hervorzurufen.

Um zu verstehen, was die Elite mit dem Iran vorhat, muss man sich die einst gegenüber dem Irak auferlegten Sanktionen noch einmal vergegenwärtigen. Das fast vollständige Finanz- und Handelsembargo, das dem Irak seitens des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen auf Geheiß der USA nach dem Einmarsch Husseins in Kuwait auferlegt wurde – der in Kuwait einmarschierte, weil sie mit seitwärts gerichteten Bohrungen die Ölfelder des Iraks anzapften – zielte überhaupt nicht darauf ab das Land zu zwingen aus Kuwait abzuziehen oder gar, wie später behauptet wurde, den Irak für sein angebliches Massenvernichtungswaffenprogramm abzustrafen. Diese Sanktionen wurden geschaffen um den Irak als politische, soziale und kulturelle Einheit vollständig zu vernichten. Der Plan war es den Irak in einen weiteren gehorsamen und verelendeten Marionettenstaat der Neuen Weltordnung zu verwandeln, Saddam Husseins Liebäugelei mit dem arabischen Nationalismus – dem panarabischen Nationalismus von Gamal Abdel Nasser in Ägypten, der die jungen Baathisten wie Saddam Hussein tiefgreifend beeinflusste – eine Ende zu bereiten und ein für allemal mit den Träumen des irakischen Diktators, der moderne Nebukadnezar der arabischen Welt zu werden, Schluss zu machen.

„Sieben Jahre der umfassendsten Sanktionen der modernen Geschichte haben den Irak und sein Volk in schreckliches Elend getrieben.“ schrieb Rick McDowell 1997, sechs Jahre bevor die Sanktionen während der zweiten US-Invasion des Landes angeblich wieder aufgehoben wurden. „Bis heute sind im Irak mehr Kinder gestorben, als bei den zwei Nuklearschlägen auf Japan und den ethnischen Säuberungen im früheren Jugoslawien zusammengenommen. Die UN-Abteilung für Menschenrechtsfragen berichtete, dass die öffentliche Gesundheitsversorgung des Iraks aufgrund des Mangels grundlegender Arznei, lebenserhaltender Medikamente und essentieller medizinischer Versorgungsgüter fast vor dem vollständigen Zusammenbruch steht. Der Mangel an sauberem Wasser – 50% der ländlichen Bevölkerung hat keinen Zugang zu genießbarem Trinkwasser – und der Zusammenbruch der Wasserwiederaufbereitungsanlagen in den dicht besiedelten urbanen Regionen tragen zu dem schnellen Verfall der öffentlichen Gesundheit bei.“

Das vollständige Ausmaß der Sanktionen können Sie sich auch in dem von Eric Hoskins verfassten Text mit dem Titel „The Truth Behind Economic Sanctions: A Report on the Embargo of Food and Medicines to Iraq“ durchlesen. Hoskins Forschungsergebnisse decken auf, dass es sich bei den Sanktionen um nichts weniger als einen vollständigen Frontalangriff gegen den Irak handelte, der eine drastisch erhöhte Erkrankungsrate und Sterblichkeit, einen steilen Anstieg bei Infektionskrankheiten und Epidemien, weit verbreitete Unternährung, eine die ganze Bevölkerung betreffende Reduzierung der allgemeinen gesundheitlichen Befindlichkeit, eine bedeutende Verknappung zugänglicher Arzneien, Rückgänge bei den Nahrungsmittelimporten, der Agrarproduktion sowie bei der Wassermenge und Wasserqualität zur Folge hatte.

Thomas J. Nagy von der George Washington University wies im Jahre 2001 nach, wie das Pentagon die Sanktionen dafür nutzte die Wasserversorgung des Irak zu zerstören.

Joy Gordon schrieb 1999, dass die „Sanktionen ein fast ideales Mittel für internationale Herrschaft zu sein scheinen.“ Genauer gesagt dienten die Sanktionen als ideales Mittel um ein Land, auf das man es abgesehen hatte, zu zerstören und der globalistischen Herrschaft zu öffnen. Im Falle des Iraks folgten die Sanktionen einer verheerenden Militärkampagne.

Dieses Muster wiederholt sich aktuell im Rahmen der konzertierten Bemühungen der Vereinigten Staaten und der Vereinten Nationen gegen den Iran, jedoch ohne Militärkampagne um den Schärfegrad der Sanktionen zu erhöhen. Es scheint jedoch so zu sein, dass die USA und Israel sich gerade auf eine solche Militärkampagne vorbereiten. Das grünschnäblige Nuklearprogramm des Irans wird dabei als Ausrede für einen Angriff dienen, ähnlich wie Saddam Husseins nicht existenten Massenvernichtungswaffen zu Beginn des Jahres 2003 als Rechtfertigung für einen erneuten Einmarsch und eine weitere Schwächung des Iraks herhalten mussten.

Der Iran ist der globalen Elite – wie zuvor schon der Irak – viel zu stolz und zu unabhängig. Sie ist fest dazu entschlossen die letzten wenigen verbliebenen Bastionen, die sich außerhalb der Kontrolle der Bankster befinden, in Schutt und Trümmer zu legen. Um dies zu erreichen, müssen sie eine plausible Ausrede erfinden und eine nicht existente Bedrohung aufbauschen.

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