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US-Schuldenbombe: Eine Statistik, die Sie sich immer vor Augen halten sollten

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The Economic Collapse, 21.07.2010

Heutzutage sind die meisten Amerikaner vom größten Blödsinn besessen. Sie fragen sich, ob Lindsay Lohan ihr Dasein im Gefängnis wird fristen müssen oder für wen der Basketballstar LeBron James künftig spielen wird. Wenn es aber darum geht sich mit Sachen auseinanderzusetzen die wirklich wichtig sind, stellt man fest, dass der überwiegende Teil der Amerikaner völlig ahnungslos ist.

Beispielsweise werden Ihnen die meisten Amerikaner bei der Aussage zustimmen, dass wir uns gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten befinden, die meisten würden jedoch genauso behaupten, dass sich unser Wirtschaftssystem in einer grundlegend guten Verfassung befindet und sich die Dinge irgendwann wieder „normalisieren“ werden. Jene von uns, die versuchen Amerika vor dem herannahenden wirtschaftlichen Albtraum zu warnen, tut man hingegen als „Weltuntergangspropheten“ und „Verschwörungstheoretiker“ ab. Natürlich verhält es sich auch hier wie bei vielen anderen Dingen des Lebens: Schlussendlich wird die Zeit zeigen, wer Recht hatte und wer falsch lag.

Im Folgenden finden Sie eine Grafik, die Sie sich alle sehr genau einprägen sollten. Es ist die Übersicht der US-Gesamtverschuldung von 1870 bis 2009 als Prozentsatz des Bruttosozialprodukts. Diese Grafik vermittelt auf deutlich und prägnante Art den Horror der Schuldenblase mit der wir es gegenwärtig zu tun haben. Wenn diese Blase platzt, dann wird die Große Depression der 30er Jahre wie ein Kindergeburtstag anmuten.

Wie Sie anhand der Grafik erkennen können, belaufen sich die Gesamtschulden (Regierungsschulden, Unternehmer- und Verbraucherschulden) auf rund 360% des Bruttosozialprodukts. Nie zuvor sahen sich die Vereinigten Staaten einer Schuldenblase dieser Größe gegenüber.

Die meisten von uns waren während der Großen Depression noch garnicht geboren, aber Diejenigen, die zu jenem Zeitpunkt bereits lebten, wissen, wie unglaublich leidvoll es für Amerika war die Kredite wieder zurückzuzahlen, das Eigenkapital zu erhöhen und das wirtschaftliche System wieder in eine Art von Ausgeglichenheit zu versetzen. Wenn unsere jetzige Schuldenblase also bei Weitem schlimmer ist, mit welcher Art von wirtschaftlichen Grausamkeiten haben wird dann in Zukunft zu rechnen?

Fakt ist, dass wir uns heute einigen Verhältnissen gegenübersehen, mit denen selbst die Menschen während der Großen Depression nicht zu kämpfen hatten:

1. In den 30er Jahren lebten zig Millionen von Amerikanern auf Bauernhöfen oder wussten, wie man sein eigenes Essen anbaut. Heute ist es so, dass die überwiegende Mehrheit der Amerikaner selbst bei den wichtigsten Grundbedürfnissen voll und ganz vom System abhängig ist.

2. Eine riesige Horde von Baby-Boomern rechnet damit demnächst in Rente zu gehen, während der staatliche Pensionsfonds aus nichts weiter besteht als aus staatlichen Schuldverschreibungen in Höhe von USD 2,5 Billionen. Laut einem offiziellen Bericht der US-Regierung werden die US-Schulden und die großen Wohlfahrtsprogramme wie Sozialhilfe und staatliche Gesundheitsversorgung bis zum Jahre 2019 gemeinsam 92 Cent jedes von der US-Regierung eingenommenen Dollars aufbrauchen. Das ist ein Finanztsunami von dem die Amerikaner in den 30er Jahren niemals auch nur hätten träumen können.

3. In den 30er Jahren standen die Amerikaner nicht mit den Arbeitern auf der anderen Seite der Welt im Wettbewerb. Heute ist es jedoch so, dass zig Millionen unserer Arbeitsplätze nach China, Indien und in eine ganze Reihe von Dritte Welt Ländern “ausgelagert” wurden, wo die hoffnungslosen Arbeitnehmer mehr als glücklich darüber sind sich zum Wohle der globalen Konzerne für weniger als einen Dollar die Stunde versklaven zu lassen. Wie um Himmelswillen sollen die amerikanischen Arbeiter da mithalten können?

4. In den 30er Jahren gab es keine derart monströse Derivateblase, wie sie nun über uns schwebt. Es wird geschätzt, dass sich der Wert aller Derivate weltweit irgendwo zwischen USD 600 Billionen und USD 1,5 Trillionen bewegt. Die Gefahr, der wir uns bei den Derivaten gegenübersehen, ist so groß, dass sie Warren Buffet „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ nannte. Wenn diese Blase platzt, wird es auf dem ganzen Planeten nicht genug Geld geben um die Sache wieder hinzubiegen.

5. Die USA waren während der Großen Depression relativ autark. Heute befinden wir uns jedoch in einer durch und durch globalen Wirtschaft, was bedauerlicherweise bedeutet, dass uns eine ernste Wirtschaftskrise in einem anderen Teil der Welt genauso treffen wird. Im Moment sind die USA bei Weitem nicht das einzige Land, das mit einer massiven Schuldenkrise zu kämpfen hat. Bei Griechenland, Spanien, Italien, Ungarn, Portugal und eine Reihe anderer europäischer Länder besteht die Gefahr, dass sie die Zahlungsunfähigkeit auf ihre Schulden erklären. Japan, die drittgrößte Wirtschaft der Welt, taumelt am Rande des vollständigen Wirtschaftszusammenbruchs. Was passiert also mit der US-Wirtschaft, wenn die Dominosteine einer nach dem anderen umkippen?

Egal von welcher Seite wir auch herangehen, wir befinden uns in einer schlechteren wirtschaftlichen Verfassung, als dies zu Beginn der Großen Depression der Fall war. Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt und dabei einen Schuldenberg angehäuft, der weitab irgendwelcher Verhältnisse liegt, die man als tragfähig bezeichnen könnte.

Glauben Sie, dass wir könnten für immer mit Haushaltsdefiziten von 10% des Bruttosozialprodukts weitermachen? Natürlich nicht. Die US-Wirtschaft stürzt gerade über die Klippe, aber die amerikanische „Herrscherklasse“ bestand bisher immer darauf, dass sie es besser wüsste als wir. Letztlich scheren sie sich jedoch überhaupt nicht um die normalen Amerikaner. Sie machen sich Gedanken darüber, wie sie für sich und andere Mitglieder der Herrscherklasse immer mehr Macht an sich reißen können. Die obersten 10.000 Amerikaner stellen heute 30% des jährlichen Gesamteinkommens der Vereinigten Staaten. Damit bleiben 70% vom Kuchen übrig, der unter den verbliebenen 99,9% der Bevölkerung zu verteilen ist.

Ganz egal, von welcher Warte aus wir es auch betrachten mögen, das System der US-Wirtschaft ist am Ende. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch daran denken, dass die amerikanische Herrscherklasse in beiden großen politischen Parteien fest verankert ist, was es eher unwahrscheinlich macht, dass wir in nächster Zeit fundamentale politische Veränderungen erleben werden. Das ist außerordentlich bedauerlich, angesichts des Umstandes, dass der US-Wirtschaft die Zeit ausgeht.

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