Obama brüstet sich mit dem „Ende des Irakkriegs“, während die Kriegshetze gegenüber dem Iran zunimmt

Aaron Dykes, Infowars.com, 02.08.2010

In einem Versuch vor den Zwischenwahlen im November als Mann des Friedens zu posieren, der seine Versprechen auch hält, verkündete Präsident Obama das „Ende des Krieges im Irak“ und behauptete, der Abzug der Truppen aus dem Irak sei bis zum 31.08.2010 abgeschlossen, also „termingerecht, wie versprochen“.

Obama erklärte jetzt: „Als Präsidentschaftskandidat habe ich versprochen den Krieg im Irak zu einem verantwortungsvollen Ende zu bringen. Ich habe deutlich gemacht, dass die amerikanische Kampfmission im Irak am 31.08.2010 enden würde. Und das ist genau, was wir gerade tun – termingerecht, wie versprochen.“

Wenn man an diese Fiktion glauben möchte, muss man die Tatsache ignorieren, dass 50.000 US-Soldaten oder mehr sowie weitere zahllose Vertragsnehmer im Irak verbleiben. Darüberhinaus müsste man auch vergessen, dass Obama während seines Wahlkampfes versprach die Truppen ab „dem ersten Tag“ seiner Präsidentschaft nach Hause zurückzuholen oder sein anderes Versprechen, die Soldaten bis Ende 2009 wieder zurückzubeordern.

Obamas irreführende Ankündigung fällt mit Nachrichtenmeldungen zusammen, dass der Juli der tödlichste Monat seit Mai 2008 für irakische Zivilisten war, obwohl das Pentagon versuchte diese Zahl zu bestreiten. Die Ankündigung folgt ebenfalls direkt auf Senator McCains Kommentare zum Irak, der witzelte „Den [Krieg] haben wir bereits gewonnen.“ Der Irak ist jedoch gegenwärtig alles andere als stabil und unser anhaltendes Engagement hat nur wenig geholfen, wenn überhaupt.

Ungeachtet dessen veröffentlichte die US-Regierungsbehörde United States Institute of Peace einen Bericht mit Empfehlungen mit dem Titel „Vierjähriger Verteidigungsbericht: Den Notwendigkeiten der Nationalen Sicherheit Amerikas im 21. Jahrhundert gerecht werden“, aus dem ganz klar hervorgeht, dass diese Kriege, die nie zu enden scheinen, in Wirklichkeit garnicht dazu gedacht sind, dass sie aufhören:

„Der Konflikt mit dem Irak…eine Anstrengung, die sich – sofern erfolgreich – auf unbestimmte Zeit in eine anhaltenden strategischen Partnerschaft ausdehnen wird. Aber der Irak ist weder das einzige Beispiel, noch ist er eine Anomalie: Das amerikanische Engagement in Afghanistan befindet sich nun im neunten Jahr und eine Loslösung [von diesem Engagement] ist wahrscheinlich noch viele Jahre entfernt.“ [Hervorhebungen hinzugefügt]

Tatsächlich hat Obama – auf der Hut davor nicht denselben Fehler wie George W. Bush zu machen und zu zeitig „Auftrag ausgeführt!“ zu vermelden – während seiner Ankündigung sogar zurückhaltend eingeräumt: „Die harte Wahrheit ist, dass wir das Ende amerikanischer Opfer im Irak noch nicht erlebt haben.“ Somit hat Obama, der mit dem Friedensnobelpreis dafür ausgezeichnet wurde, dass er die Kriege beenden könnte, ein Pseudoende des Pseudokriegs erklärt, den wir nicht konkret gewinnen konnten und der unaufhörlich anhalten wird.

Trotz alledem muss Präsident Obama als Friedensfürst erscheinen um sein zusammenbrechendes falsches Image aufzupäppeln, wobei es letztendlich jedoch egal ist, wie viele Friedensnobelpreise oder andere Stecknadeln und Auszeichnungen er auch besitzen mag, da er dadurch nicht die Tatsachen verbergen kann, dass die Kriege in Afghanistan und Pakistan gerade ausgedehnt werden und die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nie zuvor höher gewesen sind als heute.

Erst vergangenes Wochenende räumte der Vorsitzende der Vereinigten Generalstabschefs, General Mike Mullen, ein, dass die Vereinigten Staaten über einen Plan verfügen um den Iran anzugreifen, der nur darauf warte vom Stapel gelassen zu werden. Spitzenexperten haben alle davor gewarnt, dass ein Irankrieg innerhalb der nächsten Monate jederzeit ausbrechen könne. Die verschärften Sanktionen und Druck von Israel machen solch einen gefährlichen Krieg nur noch wahrscheinlicher.

Ein derartiger Krieg verfügt über das extrem gefährliche Potenzial einen größeren Konflikt vom Zaum zu brechen, was zu einem dritten Weltkrieg führen könnte. Diese Gefahr ist viel zu groß, als dass man es einem Marionettenpräsidenten einfach so erlauben könnte hier umherzustolzieren und so zu tun, als würde er durch diplomatische Mittel Frieden herbeiführen.

Die vor fast 40 Jahren durchgesickerten Pentagon-Papiere waren schockierend genug, dass sich ein bedeutender Widerstand gegen den Vietnamkrieg formierte, der dabei mithalf den Krieg zu einem Ende zu bringen. Heute scheinen die Aussichten auf Frieden jedoch ganz andere zu sein.

Die Kriegsaufzeichnungen aus Afghanistan, die über WikiLeaks durchsickerten –und die eigentlich zur gesellschaftlichen Hinterfragung unseres Einsatzes in diesem langwierigem Krieg, mittlerweile dem längsten in der Geschichte unseres Landes, hätten führen sollen – sorgten im Gegensatz zu den Pentagon-Papieren dafür, dass sich das Pentagon und das Weiße Haus noch tiefer eingegraben haben.

Die Opposition im US-Kongress, vertreten durch Personen wie Ron Paul, Dennis Kucinich und einer Reihe weiterer Demokraten im Repräsentantenhaus, wird systematisch ignoriert, während Präsident Obama & Co. sich weitere USD 59 Milliarden an Kriegsfinanzierung für zusätzliche 30.000 Soldaten in der Region sicherten.

Anstatt die Korruption, die schändliche Partnerschaft beim Opiumanbau und die geheime Finanzierung der Taliban zu beleuchten, sind die durchgesickerten Dokumente solange durch den Propagandafleischwolf geleiert worden, dass zum Schluss sogar behauptet wurde, Osama Bin Laden sei immer noch am Leben und dass die Taliban stärker seien, als ursprünglich angenommen.

Der Schlamassel in Afghanistan, das Übergreifen desselbigen auf Pakistan, der gleichzeitige Krieg im Irak und der heraufziehende Krieg gegen den Iran stellen den Höhepunkt des amerikanischen Sittenverfalls dar. Obamas Auslandspolitik ist nichts weiter als der tote Gaul von Bushs Auslandspolitik und markiert den Höhepunkt der Exzesse und der Schande unseres Imperiums. Ralph Nader schreibt dazu:

„Das ist ein asymmetrischer, vielschichtiger Krieg. Es ist ein Krieg der sich durch komplexe Intrige, sich ändernde Allianzen, mutierende Motivationen, chronische Korruption, ferngesteuert verursachte zivile Todesopfer, unüberwindliche Sprachbarrieren sowie ethnische Konflikte und Stammeskonflikte definiert. Er wird von Kriegsherren, Milizen, kriminelle Banden und Sondereinsatzkräfte willkürlich agierender Todeskommandos gekämpft. Millionen Zivilisten werden gerade verarmt, in Schrecken versetzt und leben unter gewaltsamen Zerrüttungen. Es gibt keine Zentralregierung, die der Rede wert wäre. Das Weiße Haus verwendet Trugbilder aus Strategien und Taktiken um Zeit zu gewinnen. In Afghanistan, dem historischen Friedhof der Eindringlinge, ist die Hoffnung der Hölle geweiht.“

Selbst Leslie Gelb vom Council on Foreign Relations gibt zu, dass es wahrscheinlich besser sei, Obama würde die hoffnungslose Niederlage in Afghanistan eingestehen und nach den Notausgängen Ausschau halten:

„Obwohl Präsident Obama selbst und General Petraeus, der NATO-Kommandeur in Afghanistan, dort immer noch einen Sieg fordern, ist es wahrscheinlich wahr, dass Obama und vielleicht sogar der General zu der Schlussfolgerung von Lyndon B. Johnson gelangt sind: ´Ich kann nicht gewinnen und ich kann nicht raus.`“

General McChrystal wurde jüngst von Präsident Obama abgezogen, weil er das mehr oder weniger so sagte.

Während Präsident Obama hofft, dass der Anschein im Irak „sein Versprechen zu halten“ ihm in den Umfragen Aufwind verschafft und ihn sicher durch das Minenfeld seiner anderen gebrochenen Versprechen und zynischen Lügen führt, erklären selbst linkslastige Beobachter wie Andrew Sullivan von der Zeitschrift The Atlantic und der Harvard Professor Steven Walt, dass der Präsident wahrscheinlich mit einer „0:4 [Niederlage]in der Auslandspolitik“ gegen eine kriegsmüde Nation rechnen muss, die nach einer anderen Führerschaft Ausschau hält.

Präsident Obama kann auf einen kleinen PR-Sieg hoffen, indem man das „Ende des Irakkriegs“ feiert, der schon längst seine Beliebtheit im amerikanischen Volk verloren hat. Langfristig wird die wirkliche Strategie des Krieg ist Frieden – wo das Ende des einen Konflikts den Beginn des nächsten darstellt – eine wütende Öffentlichkeit nur noch zorniger und bereit für einen echten Wandel machen.

Für die Menschen, die bereits wissen, dass sie mit übertriebenen und falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen, die Anschläge von 9/11 und das Schreckensgespenst Osama Bin Laden in die Kriege hineingelogen wurden, ist es allerhöchste Zeit beiden Kriegsparteien und einem dritten Weltkrieg eine Absage zu erteilen.

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