Irakischer Oberbefehlshaber: US-Truppen sollten bis 2020 im Land bleiben

Obamas „Rückzug“ ist nichts weiter als ein PR-Gag, tausende US-Truppen und Vertragsnehmer werden für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte im Land bleiben

Paul Joseph Watson, Prisonplanet.com, 13.08.2010

Der irakische Oberbefehlshaber hat die US-Soldaten aufgefordert bis 2020 im Land zu bleiben, was eine aufschlussreiche Erinnerung daran ist, dass Präsident Barack Obamas angeblicher Rückzug, mehr als sieben Jahren nach dem Einmarsch im Jahre 2003, nichts weiter als ein PR-Gag ist und tausende US-Soldaten in den kommenden Jahrzehnten als zurückbleibende Besatzungsarmee im Land bleiben sollen.

Generalleutnant Babakir Zebari erklärte auf einer Pressekonferenz in Bagdad: „Zum jetzigen Zeitpunkt läuft der Abzug gut, weil sie [die US-Truppen] immer noch da sind. Das Problem wird nach 2011 beginnen.“

Zebari merkte ferner an: „Wenn man mich zum Rückzug fragen würde, würde ich zu den Politikern sagen ´die US-Armee muss bleiben, bis die irakische Armee in 2020 vollständig bereit ist.“

Trotz der öffentlichen Behauptungen Obamas, dass ein Plan, die US-Truppen bis Ende 2011 vollständig aus dem Irak abzuziehen, im Gange sei, sprechen die Sachverhalte eine andere Sprache, welche vielmehr in Richtung der Schaffung einer permanenten Präsenz einer beträchtlichen Besatzungsmacht weisen.

Als die Pläne des „vollständigen“ Abzugs der US-Truppen das erste Mal im Februar 2009 öffentlich wurden, berichtete die New York Times, dass „Obama plant eine ´Resttruppe` von Zehntausenden Soldaten dazulassen um das Training der irakischen Sicherheitskräfte fortzusetzen, ausländische Terroristenzellen aufzuspüren und amerikanische Institutionen zu schützen.“

Es stellt sich die Frage, warum Soldaten benötigt werden um „amerikanische Institutionen zu schützen“, wenn der Plan laut dem Pressesekretär des Weißen Hauses, Robert Gibbs, darin besteht bis Ende dieses Monats „die Basen, auf denen die Amerikaner gewesen sind, an die Iraker zu übergeben“. Dass macht überhaupt keinen Sinn, außer die Basen bleiben auch weiterhin unter US-amerikanischer Kontrolle.

Ein leitender Militärbeamter machte deutlich, dass es unter diesen Plänen keinen ordnungsgemäßen Rückzug geben würde, als er gegenüber der Los Angeles Times erklärte: „Als Präsident Obama sagte, dass wir innerhalb der nächsten 16 Monate abziehen würden, haben einige Menschen verstanden ´Abzug` und jeder wäre verschwunden. Aber das ist nicht, was passieren wird.“


Insgesamt werden nach dem sogenannten „Abzug“ rund 50.000 US-Soldaten im Irak verbleiben.

Das Datum für den endgültigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak wird immer weiter in die Zukunft verlagert. Im Jahre 2008 machte Obama mit dem Versprechen Wahlkampf, dass er die Truppen „umgehend“ aus dem Irak abziehen würde, dann wurde der Termin auf Juni 2009 verlegt, woraus dann August 2010 wurde. Nun ist das Datum für den Abzug Ende 2011. Immer, wenn man nahe an den Stichtag heranrückt, besteht die Obama-Regierung ganz einfach darauf, dass die Situation zu instabil für einen Rückzug sei und schiebt das Datum wieder etwas weiter hinaus.

Während sich die Regierung in Selbstdarstellung bezüglich des Truppenabzugs übt, ist ihr gänzlich entgangen auch darüber zu sprechen, was mit den geschätzten 132.610 militärischen Vertragsnehmern im Irak passiert, von denen 36.061 amerikanische Bürger sind.

Darüberhinaus scheint es unvermeidlich, dass – selbst wenn Obama eine bedeutende Anzahl an Soldaten aus dem Irak abziehen sollte – die Truppen entweder nach Afghanistan gesandt oder in einem möglichen künftigen Militärschlag gegen den Iran eingesetzt werden.

Obamas doppelzüngiger Betrug der Verkündung des Truppenabzugs aus dem Irak, wo in Wirklichkeit Zehntausende Soldaten und Vertragsnehmer als Besatzungsmacht für Jahre, wenn nicht für Jahrzehnte im Land verbleiben werden, verdeutlicht anschaulich die Heuchelei Obamas wie auch die Tatsache, dass er sich – trotz seines Posierens als Verfechter des Friedens – fest in der Hand des militärisch-industriellen Komplexes befindet.

Es ist genauso, wie Chris Floyd schrieb, als Obama das erste Mal seinen „Rückzugs“-Plan verkündete:

„Die Heuchelei – die buchstäblich mörderische Heuchelei – zu behaupteten, das dieser Plan ´den Irak seinem Volk überlässt und verantwortungsvoll den Krieg beendet`, wie Obama in seiner Rede zur Lage der Nation beteuerte, ist widerwärtig. Dieser Plan wird derartiges nicht vollbringen und er weiß das auch.“

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