Silber schlägt Gold und kein Ende in Sicht

Das Gold/Silber-Verhältnis ist im September dramatisch eingebrochen und es ist kein Ende in Sicht, da der kleine Bruder des Goldes noch lange nicht bei seiner historischen Stärke angelangt ist

Propagandafront.de, 18.09.2010

Silber hat sich im September besser entwickelt als Gold. Innerhalb der letzten 4 Wochen ist das Gold/Silber-Verhältnis von 68,3 auf 61,4 gefallen und bisher ist keine Trendwende bei dieser „Talfahrt“ für Gold absehbar, da die Edelmetallexperten unter anderem davon ausgehen, dass eine Erholung des Gold/Silber-Verhältnisses erst dann wieder einsetzt, wenn der Bullenmarkt im Edelmetallhandel vorbei ist.

Dennis Gartman, der Herausgeber vom „The Gartman Letter“ erklärt dazu:

„In einem normalen Bullenmarkt für Edelmetalle ist eines der Merkmale, dass Silber gegenüber Gold zulegt. Wir können davon ausgehen, dass das Gold/Silber-Verhältnis weiter zurückgeht und dass die Edelmetalle wahrscheinlich unterm Strich weiter steigen werden. Und wir bekommen einen Hinweis darauf, dass der Bullmarkt bei den Edelmetallen endet, wenn wir mehrere Tage haben, an dem die Preise weiter ansteigen und Gold gleichzeitig gegenüber Silber zulegt. Dies würde ein Signal sein um sich darüber Sorgen zu machen, dass man sich dem Ende der Bullenbewegung nähert.“

Historisch gesehen ist hier noch sehr viel Spiel. Im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit lag das Gold/Silber-Verhältnis immer zwischen 10 und 20. Im 19. Jahrhundert legte Gold dann immer mehr zu, da die westlichen Länder langsam damit begannen ihre Währungen nur noch durch Gold zu decken und sich vom Bimetallstandard bzw. vom Silberstandard zu lösen.

Wie Sie anhand der nachstehenden Aufstellung aus John F. Chowns Buch „A History of Money“ sehen können, belief sich das Verhältnis zwischen dem 14. Jahrhundert und dem 16. Jahrhundert auf unter 12 und stieg dann bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf rund 26. Von 1900 bis 2010 belief sich das durchschnittliche Gold/Silber-Verhältnis auf 47.

Gijsbert Greonewegen, Partner bei Silver Arrow Capital Management, sieht das Verhältnis letztendlich unter 52 fallen und verweist im Gespräch mit Kitco im Besonderen auf den winzigen Silbermarkt:

„Der Silbermarkt ist wesentlich kleiner als der Goldmarkt, der wirklich groß ist. Wenn ein großer Investor also in den Silbermarkt kommt, könnte man in Prozent ausgedrückt einen viel, viel höheren Preis sehen.“

Das deckt sich auch mit dem Meinungsbild von David Morgan von Silver-Investor.com, dem nach eigenen Aussagen Informationen darüber vorliegen, dass internationale Großinvestoren nun ein Auge auf den Silbermarkt geworfen haben.

Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass Silber gegenüber Gold weiter dramatisch zulegen wird, insbesondere, da aktuell immer mehr Investoren aus Abscheu vor den Regierenden der westlichen Welt in den sicheren Hafen der Edelmetalle flüchten, was „ein Ende der Bullenbewegung“ im Edelmetallmarkt in weite Ferne rücken könnte.

Das zunehmende Interesse am Silbermarkt durch institutionelle Investoren bzw. finanzstarke Anleger sowie der nominell winzige physische Silbermarkt als solches und die einzigartigen industriellen Eigenschaften des Edelmetalls lassen den kleinen Bruder des Goldes in ganz neuem Lichte erstrahlen (Silber ist das Metall mit der höchsten Lichtreflektion).

Bob Chapman vom International Forecaster und David Morgan gehen beide davon aus, dass sich der Silberpreis innerhalb der nächsten Monate zur USD 25 Marke aufmachen und diese durchbrechen könnte. Michael Maloney von GoldSilver.com geht sogar noch weiter und sagte, dass der Silbermarkt der am meisten manipulierte Währungsmarkt der Welt sei und Silber das Potenzial habe einen dreistelligen oder gar vierstellen Preis zu erzielen, da sich abzeichnet, dass die schuldenbasierten Fiatwährungen auf der gesamten Welt reihenweise zusammenbrechen.

Michael Pento, Vizepräsident von Euro Pacific Capital, erklärte am 17.09.2010 gegenüber Bloomberg, dass das Zeitalter der Fiatwährungen abgelaufen ist:

„All die Schulden und Defizite sind so hoch, dass der einzig vermeintliche Weg aus diesem Schlamassel eine weltweit zeitlich abgestimmte Abwertung aller Fiatwährungen ist. Gold ersetzt gerade den Dollar als Weltreservewährung.“

Physische Gold- und Silberinvestoren wissen, dass den Edelmetallen im Gegensatz zu ihren schuldenbasierten Fiatpapiergeldpendants immer ein natürlicher Wert innewohnt und sie daher nicht vollständig abstürzen können, wie dies bei Papiergeld oder exotischen Finanzprodukten der Fall ist.

Auch wenn die aktuelle Entwicklung sich seit langem abzeichnete, ist sie nichtsdestotrotz bemerkenswert. Gold hat dieses Jahr in US-Dollar bereits 17% zugelegt und Silber rund 24%. Silber-Futures für Dezember erreichten diese Woche mit USD 20,816 ein 30-Jahreshoch und Gold-Futures für denselben Monat schafften es sogar auf ein Allzeithoch.

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