Ron Paul: Die Regierung kann keine Arbeitsplätze schaffen, sondern nur vernichten

Ron Paul, Campaign for Liberty, 26.10.2010

Während beim gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwung keinerlei Anzeichen einer Verbesserung zu erkennen sind, hören wir eine ganze Menge an Rhetorik von aktuellen und künftigen Amtsinhabern, was die Regierung tun kann und tun wird um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist besonders für diejenigen sehr besorgniserregend, die verstanden haben, dass das Beste, was eine Regierung zur Schaffung von Arbeitsplätzen tun kann, ganz einfach darin besteht beiseite zu treten.

Arbeitsplätze werden richtigerweise durch Unternehmen geschaffen. Durch die Regierung geschaffene Arbeitsplätze werden entweder durch Fiatgeld und eine Manipulation der Rahmenbedingungen des Marktes befördert oder direkt über die Steuerzahler finanziert, also durch Unternehmen und Privatpersonen, die dann weniger zur Verfügung haben, um Menschen zum Zwecke einer wirklichen Schaffung von Vermögen einzustellen. Von der Regierung geschaffene Arbeitsplätze vernichten Vermögen und untergraben das Potenzial der Wirtschaft. Die verschiedenen seitens des Kongresses verabschiedeten Konjunkturpakete haben viel dazu beigetragen die Regierung weiter auszudehnen, aber nur wenig, um das Geld in den Händen der wirklichen Schaffer von Arbeitsplätzen, den Privatunternehmern, zu belassen.

Die keynesianischen Ökonomen sehen das aber nicht so. Sie verstehen die Regierungsausgaben als eine Übergangslösung, die uns über wirtschaftliche harte Zeiten hinweghilft. Aber ist dem wirklich so?

Keineswegs. Die Realität ist vielmehr, dass die Regierungsausgaben – anstatt uns zu versorgen, bis die Wirtschaft wieder aufgeholt hat – die Probleme nur verstetigen, die zuvor seitens der Bürokraten und der Politiker ins Leben gerufen wurden. Die Aufrechterhaltung hoher Beschäftigungsniveaus ist eines der wichtigen Aufgabenstellungen der Federal Reserve, was jedoch nur einer der Gründe dafür ist, warum die US-Notenbank in ihrem Kern schlecht durchdacht ist. Damit legitimiert sie dann die Interventionen in der Wirtschaft, was immer zerstörerisch wirkt. Wenn die Arbeitslosigkeit nach dem Platzen einer durch die FED geschaffenen Blase wieder ansteigt, kann man sich sicher sein, dass der Kongress versuchen wird die Wirtschaft mithilfe verschiedener Strategien zu retten, die stets zu einer Verlängerung der Todesqualen und einer Ausdehnung des Abschwungs führen.

In den späten 90er Jahren glaubte man, die Förderung von Eigenheimbesitz hätte eine belebende Wirkung, was sich dann auf die gesamte Wirtschaft erstrecken und für die Schaffung von Arbeitsplätzen sorgen würde. Es wurden daher verschiedene Regierungsstrategien zur Förderung von Eigenheimbesitz erlassen, während die FED die Zinssätze künstlich niedrig hielt, so dass es jedem möglich war sich ein Eigenheim zu kaufen, ganz egal, ob man sich dies auch leisten konnte. Das funktionierte auch für eine gewisse Zeit. Der Boom in der Immobilienbranche erhöhte die Nachfrage bei Immobilienmaklern, Hypothekengebern und Bauarbeitern. Als sich jedoch die Wirklichkeit einstellte, waren wir nicht nur wieder dort, wo wir uns zu Beginn der Blase befanden, sondern sogar noch schlimmer dran als zuvor. So haben wir beispielsweise nicht nur eine Million zusätzlicher und durch die Blase geschaffener Arbeitsplätze im Baubereich verloren, sondern auch noch eine zusätzliche Million obendrauf! So hat sich nicht nur das künstlich geschaffene Vermögen in Luft aufgelöst, sondern es wurde auch wirkliches Vermögen zerstört.

Noch schlimmer verhält es sich bei den durch Krieg geschaffenen Arbeitsplätzen. Jüngste Berichte heben den Anstieg der Abhängigkeit des Staates von privaten Vertragsnehmern beim Krieg in Afghanistan hervor. Bei diesen hochlukrativen Aufträgen grassiert die Korruption. Fast die Hälfte der unter Vertrag stehenden Firmen gehört Afghanen. Hierunter fallen auch Geschäftsmodelle, bei denen genau die afghanischen Polizeikräfte wegrekrutiert werden, die wir gerade unter enormen Kosten für den amerikanischen Steuerzahler ausbilden. Wir bezahlen auch viele Afghanen einfach nur dafür uns nicht anzugreifen. Wir befinden uns in Afghanistan sprichwörtlich in einem Loch – und unsere Führer können nicht damit aufhören weiterzugraben.

Weder ein großes keynesianisches Ausgabenprogramm, noch der militärisch-industrielle Komplex ist in der Lage langfristige Beschäftigung oder wirtschaftliches Wohlergehen für unser Land zu schaffen. Der einzige Weg, wie man Frieden und Wohlergehen wiederherstellen kann, ist es unser Engagement im Ausland gemeinsam mit unseren verfassungswidrigen Ausgaben im Inland herunterzufahren und zu der Vision unserer Gründungsväter einer verfassungsmäßig beschränkten Republik zurückzukehren, die sich weder über den gesamten Globus erstreckt, noch bis ins kleinste Detail in die inländische Wirtschaft einmischt.

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