James Turk: Der Ausblick für 2011

Der westlichen Welt steht ein finanzieller Hurrikan bevor, der bereits im ersten Quartal 2011 einschlagen könnte. Im Gegensatz zu den letzten großen Verwerfungen an den Finanzmärkten, werden Gold, Silber & Minenaktien dieses Mal mit einer völlig anderen Kursentwicklung aufwarten, als dies noch in 2008 der Fall war. Und wenn die Politiker bei entscheidenden Fragen dann noch die falschen Entscheidungen treffen – wovon bedauerlicherweise auszugehen ist – steigen die Edelmetallpreise ins unermessliche

James Turk, FGMR.com, 03.01.2010

Wieder ist die Zeit des Jahres herangerückt, wo ich erneut meine Erwartungen und den Ausblick für das vor uns liegende Jahr festhalte. Doch bevor wir auf 2011 schauen, werden wir wie immer zunächst einmal das vergangene Jahr bewerten, und uns ansehen, inwiefern meine Voraussagen eingetroffen sind.

Meine Voraussagen für 2010 begründeten sich vornehmlich durch die Annahme, dass Papiervermögenswerte ihren prägnanten Trend weiter fortsetzen würden, welcher mit dem Ausbruch der finanziellen Schwierigkeiten im Jahre 2007 seinen Anfang nahm. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Papierwerte im Allgemeinen und Währungen im Besonderen in zunehmendem Maße suspekt würden und daher weiter im Wert fallen.

Wir befinden uns immer noch inmitten einer finanziellen und monetären Pleite, genauso wie ich es bereits in meinem Ausblick für das Jahr 2009 mit dem Titel „Die Pleite wird in 2009 nicht enden“ anmerkte. Zu jener Zeit argumentierte ich, dass die Finanzvermögenswerte weiter an Gunst verlieren würden, und empfahl daher

„den Dollar und andere Landeswährungen sowie von Regierungen ausgegebene Papiere zu meiden. Angesichts ihrer riesigen Defizite und ihrer Weigerung, harte Entscheidungen zu treffen, um die Ausgaben einzuschränken, muss bei Staatsschulden in 2010 die Zahlungsunfähigkeit als realistische Möglichkeit in Erwägung gezogen werden.“

Diese makroökonomische Einschätzung war ziemlich genau, wenn man sich überlegt, was in Griechenland und Irland passierte. Aber keines der beiden Länder musste einen Staatsbankrott verkünden, da die seitens der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank geschaffenen Rettungspakete die entsetzliche finanzielle Situation in diesen Länder – die praktisch die Zahlungsunfähigkeit bedeutete – übertünchten.

Noch wichtiger war, dass diese makroökonomische Einschätzung meine grundlegende Empfehlung für das Jahr entscheidend prägte: „Die beste Strategie für 2010 ist also weiterhin Edelmetalle zu akkumulieren, und wenn man dazu tendiert, Investmentrisiken auf sich nehmen zu wollen, dann auch Minenaktien.“ Schauen wir uns diese speziellen Empfehlungen genauer an:

1. Gold startete in 2010 mit USD 1.095 pro Feinunze. Das Jahrestief wurde am 05.02.2010 mit USD 1.052,20 pro Feinunze erzielt. Basierend auf dem Tagesendkurs an der Comex erreichte Gold am 31.12.2010 ein Jahreshoch in Höhe von USD 1.421,10.

Ich sagte voraus: „Gold wird irgendwann in 2010 USD 2.000 pro Unze (USD 64,30 pro Goldgramm) erzielen. Gold wird nicht unter USD 1.000 fallen. Tatsache ist, dass im Markt wahrscheinlich bei USD 1.050 eine Decke eingezogen wurde, also bei dem Preis, zu dem Indien seine jüngsten Goldkäufe mit dem Internationalen Währungsfonds abwickelte – obwohl ich nicht davon ausgehe, dass Gold unter USD 1.080 fallen wird. Wie in 2009 dürfte der niedrigste Kurs wahrscheinlich im ersten Quartal dieses Jahres erzielt werden.“

Ich denke es ist sinnvoll, hier noch einmal zu betonen, dass sich meine Erwartung eines höheren Goldpreises durch „die wachsende Nachfrage nach physischem Metall, das dem Papiergold vorgezogen wird“, begründete. Diese Vorliebe für physisches Metall auf der Nachfrageseite war dann auch in der Tat das maßgebliche Thema des Jahres 2010, da die Menschen überall auf der Welt in zunehmendem Maße begriffen, dass es im Vergleich zu den für die Auslieferung bereitstehenden Goldbeständen ein Übergewicht auf Seiten der Papierversprechen zur Goldauslieferung gibt.

2. Mittlerweile ist es vielleicht nur noch schwer vorstellbar, aber Silber startete in 2010 mit USD 16,82 pro Feinunze. Angesichts des Umstandes, dass Silber gegenwärtig mit über USD 30 pro Unze gehandelt wird, ist es vielleicht noch schwerer sich vorzustellen, dass das gemeinsam mit Gold am 05.02.2010 erzielte Preistief des vergangenen Jahres bei USD 14,82 lag. In meiner Prognose für 2010 erklärte ich:

„Letztendlich wird Silber sein im Januar 1980 erzieltes Allzeithoch von USD 50 pro Unze übertreffen. Und was wird in 2010 passieren? Ich glaube, dies ist in 2010 nur zu 20% wahrscheinlich, aber die Wahrscheinlichkeit ist immer noch hoch genug für mich, um sie hier mit anzuführen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass Silber über die USD 50 Marke springen wird. Wenn dieses wichtige Ereignis – das sich viele nicht vorstellen können – nicht in 2010 eintritt, so gehe ich davon aus, dass es in 2011 der Fall sein dürfte.“

USD 50 für die Feinunze Silber ist nun nicht mehr ganz so abwegig, und es ist offenkundig, dass meine Prognose an dieser Stelle zwei Jahre in die Zukunft hinausreichte. Wir müssen also erst einmal sehen, was der Silberpreis in 2011 macht, bevor wir die Richtigkeit dieser Aussage prüfen. Nichtsdestotrotz gehe ich angesichts der Genauigkeit bei der Vorhersage des Aufwärtstrends und des allgemeinen Umfangs der von mir getätigten Preisprognose davon aus, dass meine Vorhersage immer noch korrekt genug war. Dasselbe kann man auch vom Gold/Silber-Verhältnis sagen.

Bezüglich des Gold/Silber-Verhältnisses rechnete ich für 2010 mit Folgendem: „Das Gold/Silber-Verhältnis wird auf 45 absinken und vielleicht sogar ein neues mehrjähriges Rekordtief um die 40 erreichen.“ Das Verhältnis beläuft sich gegenwärtig auf 46, was ein Jahrestief darstellt. Zu Beginn des Jahres 2010 lag es bei 65,1 – es handelte sich hierbei also um eine richtige Vorhersage.

3. Ebenso wie bei meiner Preisvorhersage für Gold, war ich bezüglich der Entwicklung von Minenaktien zu optimistisch gewesen:

„Der XAU-Index wird in 2010 sein Rekordhoch in Höhe von 206,37 Punkten brechen. Auch werden die Minenaktien Gold überflügeln, so dass der XAU-Index wieder auf vernünftige Bewertungsniveaus von über 6 Goldgramm steigt. Mein Kursziel liegt für den XAU-Index in 2010 bei 300…“

Der XAU-Index startet zu Anfang 2010 bei 168,25 und erreichte dann am 04.02.2010 ein Jahrestief in Höhe von 146,42 Punkten. Der XAU legte dann in der Tat ein Rekordhoch hin, aber schaffte es nur auf 228,76 Punkte, also weit unter meinem 300 Punkte Kursziel. Recht hatte ich jedoch bei der Einschätzung, dass sich der XAU-Index am Ende besser entwickeln würde als Gold. Der XAU stieg um 34,7%, während Gold im Vergleich dazu um 29,8% zulegte.

Befindet sich der US-Dollar bereits in der Frühphase der Hyperinflation?

Die oben aufgeführten Vorhersagen waren ziemlich genau, selbst wenn ich bezüglich der Kursentwicklung bei Gold und den Minenaktien zu optimistisch gewesen bin. Aber habe ich für 2010 irgendwo massiv danebengelegen?

Nun ja, einige könnten behaupten, dass ich bezüglich meiner Voraussage „der US-Dollar befindet sich am Rande der Hyperinflation“ daneben gelegen habe. Ich begründete diese Einschätzung, indem ich erklärte:

„Die Federal Reserve wird daher im kommenden Jahr Staatsschulden aufkaufen und diese in Währung verwandeln, was letztendlich – und wahrscheinlich in 2010 – dafür sorgen dürfte, dass der US-Dollar in die Hyperinflation eintritt.“

Es stellt sich die Frage, ob ich hier mit meiner Prognose wirklich so weit danebenlag. Wir brauchen uns doch bloß anzuschauen, was gerade mit den Preisen für Waren und Dienstleistungen passiert. Also so wie ich das sehe, beginnt der US-Dollar aktuell in der Tat in die Hyperinflation überzugehen.

Lassen Sie mich hier ein paar grundlegende Tatsachen anführen, und dabei mit dem Offensichtlichsten beginnen: Die US-Notenbank kauft jetzt US-Staatsschuldenauf, um sie in Währung zu verwandeln, genauso wie ich es voraussagte.

Die Federal Reserve nennt das „quantitative Lockerung“, anstatt es als das zu bezeichnen, was es in Wirklichkeit ist, nämlich „Gelddrucken“ Es handelt sich hierbei nicht um ein Gelddrucken, bei dem mehr Papiergeld geschaffen wird – vielmehr handelt es sich um die Schaffung von zusätzlicher Einlagen-Währung, also von aus dem nichts hervorgezaubertem Geld, das als Währung im Bankensystem zirkuliert.

Die nachfolgenden Aspekte sollten mitberücksichtigt werden, wenn wir darüber urteilen, ob sich die Hyperinflation bereits in ihren Anfängen befindet:

Nun ja, vielleicht befand sich der Dollar in 2010 tatsächlich bereits „am Rande der Hyperinflation“. Vielleicht hinken die Auffassungen bezüglich der Geschehnisse beim Dollar ja der Realität, dass der Dollar tatsächlich in Richtung Hyperinflation abdriftet, hinterher.

Alles in allem bin ich der Meinung, dass meine Voraussagen für 2010 ziemlich genau waren. Sie erfassten die bedeutenden Trends bei den Edelmetallen und Minenaktien. Die Prognosen, mit denen ich vor den Risiken bei Staatsschulden warnte und empfahl, dem Dollar und Papierwerten im Allgemeinen fern zu bleiben, waren ebenfalls korrekt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass ich davon ausgehe, dass es während des Jahres 2011 bis auf einen bemerkenswerten Punkt zu keinen Veränderungen bei diesen Trends kommen wird. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Trends weiter fortsetzen, wird sich beträchtlich erhöhen, besonders in der ersten Jahreshälfte.

Starke Teuerung bei Rohstoffen und die Schuldenfalle westlicher Regierungen in 2011

Im Folgenden finden Sie meine Erwartungen für 2011. Zunächst würde ich gerne das allgemeine Szenario beschreiben, mit dem ich für 2011 rechne.

Die Nachfrage nach physischem Metall wird der hauptsächliche Preistreiber bei Gold und Silber sein, wobei die Akkumulation von Edelmetallen im Rahmen individueller Portfolio-Strategien zunehmende Bedeutung erfahren wird. Diese Nachfrage stellt die Fortsetzung eines Trends dar, der bereits im Gange ist, sich jedoch in den vor uns liegenden Monaten noch weiter beschleunigen wird.

Die zunehmende Nervosität bezüglich des Werts von Regierungspapieren im Besonderen und finanzieller Versprechen im Allgemeinen wird zu einer fluchtartigen Bewegung aus Währungs-basierten Vermögensanlagen führen. Hierzu zählen Staatsschuldtitel, Unternehmensschuldtitel und Bankeinlagen.

Dieses Geld wird in reale Güter gehen – besonders in Edelmetalle und in etwas weniger handfeste Vermögenswerte wie Aktien von Minenfirmen und Aktien anderer Rohstoffproduzenten. In diesem Umfeld wird es zu einem starken Anstieg bei den Rohstoffpreisen kommen.

Rohöl wird erneut die Kursleiter hinaufklettern und versuchen, das Allzeithoch in Höhe von USD 150 pro Barrel zu durchbrechen. Kupfer wird in 2011 stark steigen – im Grunde genommen werden alle Rohstoffpreise durch die Bank weg steigen, da der US-Dollar immer näher an den Abgrund der Hyperinflation heranrückt.

Der Preis für Sojabohnen wird auf über USD 18 springen, noch bevor die diesjährige Pflanzsaison beginnt. Bei Mais und anderen landwirtschaftlichen Gütern kann man ebenfalls mit neuen Preisrekorden rechnen.

Die US-Regierung ist bereits pleite, macht jedoch weiter, als wäre sie ein Zombie. Das wird aber bald vorbei sein. Die direkten Schulden der Bundesregierung – bei der die zig Billionen zusätzlich anfallender Verbindlichkeiten unberücksichtigt bleiben – belaufen sich aktuell auf USD 14 Billionen, was einem Anstieg von fast USD 5 Billionen innerhalb der vergangenen 3 Jahre entspricht.

Ein Anstieg der Zinssätze um 1% würde dem US-Haushaltsdefizit somit USD 140 Milliarden an zusätzlichen Schulden bescheren. Diese USD 140 Milliarden entsprechen mehr als 5% der jährlichen Staatseinnahmen.

Der unausgesprochene Grund der US-Notenbank, warum sie die Strategie der quantitativen Lockerung verfolgt, ist, dass die US-Regierung sich einfach keine höheren Zinssätze leisten kann.

Die finanziellen Konsequenzen sind völlig offenkundig: Höhere Zinssätze würden die Kosten für die Kreditaufnahme für die US-Regierung erhöhen, was zu einem Anstieg des jährlichen Haushaltsdefizits führt. Die US-Regierung müsste sich dann noch mehr Geld leihen und noch größere Beträge abbezahlen, um den jährlichen Zinslasten nachzukommen, was wiederum zu einem noch größeren Haushaltsdefizit führt.

Was ich hier soeben beschrieben habe, ist natürlich nichts weiter als eine finanzielle Todesspirale, die immer in die Hyperinflation führt, wenn der Schuldner als verschwenderischer und außer Kontrolle geratener Geldausgeber agiert, der zur selben Zeit auch noch über die Fähigkeit verfügt, Geld aus dem nichts zu schaffen – was mittlerweile jeder Regierung möglich ist.

Anstatt die Ausgaben zurückzufahren und sich nur die Beträge zu leihen, die der Markt auch herzugeben bereit ist, setzt eine Regierung, die sich auf dem Weg in die Hyperinflation befindet, ihr Ausgabe- und Kreditaufnahmeverhalten einfach weiter fort. Die Zentralbank springt dann ein und verwandelt Regierungsschulden in Währung, womit auch die Natur der quantitativen Lockerung exakt erklärt wäre.

Der wichtige Punkt, auf den ich hier hinweisen möchte, ist, dass die US-Regierung den Weg in Richtung Hyperinflation bereits vor langer Zeit eingeschlagen hat. In 2011 wird diese nun einsetzende Hyperinflation das die Märkte beherrschende Thema sein, und jeder wird seine Portfolio-Strategie entsprechend dieses Ereignisses anpassen müssen.

Kurz gesagt: Der US-Dollar wird durch die Hyperinflation vernichtet werden – eine Möglichkeit, die im Jahre 2011 immer offensichtlicher werden wird – außer die Situation wird umgehend abgewendet. Ich sehe jedoch keine Hinweise darauf, dass hier irgendeine Veränderung eintreten wird, weshalb ich der Meinung bin, dass es bis Ende 2011 wohlmöglich zu einer Hyperinflation und dem Zusammenbruch des US-Dollars kommen könnte.

Konkrete Voraussagen für die Kursentwicklungen bei Gold, Silber und Minenaktien

Werden die Politiker in 2011 die richtigen Entscheidungen treffen?

Bitte berücksichtigen Sie, dass sich die oben stehenden Voraussagen auf die erste Hälfte des Jahres 2011 konzentrieren. Das habe ich ganz bewusst so gemacht, da die zweite Jahreshälfte zwei völlig unterschiedliche Wege einschlagen könnte.

Zur Erklärung: Ich rechne damit, dass sich die zahlreichen Rettungsmaßnahmen von Banken und Ländern, die in den vergangenen paar Jahren stattfanden, innerhalb der ersten Monate des Jahres, also in der ersten Jahreshälfte 2011, krisenhaft zuspitzen werden.

Wenn der Markt für Staatsanleihen zusammenbricht, werden die Zentralbanken und die Regierungen an ihre Grenzen stoßen. Achten Sie auf weitere gescheiterte Auktionen, wie jene, die wir im vergangenen Jahr in Großbritannien, China und bei der Europäischen Zentralbank beobachten konnten.

Dieser Zusammenbruch wird wahrscheinlich dann seinen Anfang nehmen, wenn sich Spanien, Belgien und/oder Italien mehr oder weniger alle gleichzeitig an die Europäische Union und die Europäischen Zentralbank wenden, um gerettet zu werden. Anders gesagt: Die anhaltenden Rettungsaktionen, bei denen man ein ums andere mal immer mehr Schulden auftürmt, können nicht ewig fortgesetzt werden, genauso wie sich die US-Regierung nicht auf ewig unbegrenzte Mengen an Geld leihen kann. Dieses finanzielle Draufgängertum wird in der ersten Hälfte des Jahres 2011 enden. Die Frage ist nur, was als nächstes kommt.

Bedauerlicherweise kann dieser Teil nicht vorausgesagt werden. Er ist unvorhersehbar, da der Ausgang der Ereignisse von etwas abhängt, was über die Zahlen hinausgeht, die sich aus den Bilanzen oder den Angebots/Nachfrage-Statistiken ableiten lassen. Der Ausgang der Ereignisse hängt davon ab, was die Politiker tun werden. Werden sie den richtigen oder den falschen Weg einschlagen?

Der richtige Weg wäre es, die schlimmen Strategien, die sie bisher verfolgten, rückgängig zu machen. Jede Gesellschaft, die auf einem freien Markt und auf dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit beruht, wo das Recht auf Privateigentum geschützt wird, muss auch über solides Geld verfügen. Eine derartige Gesellschaft ist mit Fiatgeld nicht überlebensfähig. Es braucht keine Rettungsaktionen mehr, die einer ohnehin bereits überlasteten Mittelklasse nur noch mehr finanzielle Verbindlichkeiten aufbürden.

Der falsche Weg wäre, die alten Strategien einfach weiter fortzusetzen, das gilt im Besondern im Hinblick auf weitere Regierungsschulden und eine weitere Monetisierung dieser Schulden durch die Zentralbanken.

Sollten wir in der ersten Hälfte des Jahres 2011 mit einem finanziellen und monetären Zusammenbruch konfrontiert werden, der den Zusammenbruch von Lehman Brothers wie einen Kindergeburtstag aussehen lässt, könnte es sein, dass die politischen Entscheidungsträger endlich begreifen, was sich hier wirklich abspielt, und dadurch dann motiviert sind, Veränderungen einzuleiten. Die Hoffnung stirbt als letztes.

Sie könnten die ganze Situation aber auch noch bedeutend verschlimmern, indem sie Kapitalkontrollen und andere drakonische Maßnahmen, wie höhere Steuern, einführen, die Märkte abschotten, die Rentenfonds zwingen, wertlose Schulden zu kaufen, und wohlmöglich noch Dutzende andere schreckliche Dinge durchsetzen, die seitens der Regierungen zwar als Heilmittel bezeichnet werden, in Wirklichkeit jedoch nichts weiter sind, als hoffnungslose Aktionen zum Schaden unserer kapitalistischen Gesellschaft.

Ich persönlich bin jedenfalls nicht der Meinung, dass die Regierungen das Richtige tun werden, und der Grund dafür wird sehr gut durch ein Zitat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Punkt gebracht, das von der Zeitung The Telegraph aufgegriffen wurde. Ich habe es nicht auf Merkel abgesehen, sondern hebe ihren Ausspruch hervor, da ich der Meinung bin, dass dieser akkurat einfängt, was heutzutage alle Politiker denken. Merkel erklärte, dass die Eurozone einer „außerordentlich ernsten Situation“ gegenüberstehen würde und „das Primat der Politik über die Märkte durchgesetzt werden muss“.

Diesen Kommentar sollten Sie sich vielleicht einen Augenblick durch den Kopf gehen lassen. Das sind sehr beängstigende Worte. Sie sagte im Grunde genommen, dass die Märkte verworfen werden müssten, da die Politik wichtiger sei – und das, obwohl es der freie Markt und nicht die Regierung ist, der das Vermögen generiert, welches wiederum den Lebensstandard der Menschheit erhöht.

Es ist diese Art von Gerede, die zu Regierungsmaßnahmen führt, mit denen die Marktprozesse zerstört werden. Und wenn das passiert, wird die Wirtschaft zerstört, und die ganze Gesellschaft hat darunter zu leiden.

Sollten Sie einen derartigen Ausgang der Ereignisse bezweifeln, dann empfehle ich Ihnen „Fiatgeldinflation in Frankreich“ von Andrew Dickson White zu lesen. Das ist ein Klassiker und eines meiner Lieblingsbücher. Das Buch wurde vor über hundert Jahren geschrieben, und White untersucht darin die Auswirkungen des monetären Zusammenbruchs während und nach der Französischen Revolution auf Frankreich.

Meine Empfehlung für 2011 ist daher dieselbe wie im vergangenen Jahr, ja eigentlich dieselbe wie in den vergangenen 10 Jahren. Akkumulieren Sie auch weiterhin Edelmetalle und, wenn Sie dazu tendieren, Investmentrisiken eingehen zu wollen, dann auch Minenaktien. Konzentrieren Sie sich auf reale Vermögenswerte, die Sinn machen – Gold, Silber, nützliche Rohstoffe und Aktien von gut geführten Firmen, die diese Dinge produzieren. Meiden Sie den Dollar und andere Währungen. Meiden Sie Staatspapiere, und wenn Sie Unternehmensanleihen besitzen, stellen Sie sicher, dass diese in Aktienkapital umwandelbar sind.

Werden Sie selbständig, und am allerwichtigsten, sorgen Sie dafür, dass Sie nicht auf die Regierung angewiesen sind. Lernen Sie von jenen, die nicht auf den Wirbelsturm Katrina vorbereitet waren. Obwohl diese Menschen in einem Wirbelsturmgebiet gelebt haben, waren sie der Meinung, dass sie sich auf die Hilfe der Regierung verlassen können – aber jeder, der am Ende im Superdome landete, um Hilfe zu erhalten, hatte aufgrund dessen zu leiden.

Nun kommt ein finanzielles Katrina auf uns zu, und ich glaube, dass dieser Wirbelsturm bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2011 zuschlagen wird. Es wird eine Krise nie zuvor dagewesenen Ausmaßes sein, da die USA bereits pleite sind und sich die reihenweisen Rettungsaktionen von Banken und Regierungen krisenhaft zuspitzen werden.

Im Ergebnis werden sich die Regierungsstrategien, die eine jahrzehntelange Geldabwertung zur Folge hatten, in 2011 weiter beschleunigen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Wenn die Regierungen ihre falschen politischen Strategien weiter fortsetzen und bei den in den nächsten Monaten unmittelbar bevorstehenden wichtigen Situationen die falschen Entscheidungen treffen, werden Gold und Silber nach oben hin überhaupt keine Grenze mehr kennen, da die Landeswährungen in diesem Falle in die Hyperinflation marschieren und ein Totalzusammenbruch bevorsteht. Demzufolge benötigt heutzutage jeder physisches Gold und physisches Silber – mehr, als dies je zuvor der Fall gewesen ist.

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