Silberpreismanipulation und der Preisausbruch bei Silber

Wealth Cycles, 03.03.2011

Im Rahmen unserer intensiven Berichterstattung über Silber diese Woche sprachen wir über alle möglichen Faktoren, die den Silberpreis beeinflussen – die Angebotssituation, die Nachfrage, Terminkontrakte, Backwardation, ja wir sprachen sogar über die staatlichen Manipulationen bei Silber.

Ein bedeutender Aspekt, der dabei unberücksichtigt blieb, ist, wie die Megabanken bis vor kurzem Silber manipulierten. Diese Manipulationen hatten enorme Auswirkungen auf den Silbermarkt.

Während einige vielleicht der Meinung sind, dass Vorwürfe bezüglich einer geheimnisumwitterten Manipulation des Silbermarkts im Bereich irrer Verschwörungstheorien anzusiedeln seien, kann der Effekt, den diese Vorwürfe auf den Markt haben – ob diese nun real oder nur eingebildet sind – nicht abgestritten werden. Was einst als Gerücht seinen Anfang nahm, später von Gold-Bloggern und in Online-Foren weiterverbreitet wurde, explodierte mit einem Mal und erschien ganz plötzlich auf den Internetseiten von CNBC, in der Financial Times und in der New York Times.

Seit Jahren hatten Edelmetallanalysten die Auffassung verworfen, dass sich Silber und Gold in freien Märkten befänden. Einige wie Ted Butler und GATA kämpften gegen die Rahmenbedingungen der manipulierten Märkte, während andere die Manipulationen am Gold- und Silbermarkt opportunistisch als Möglichkeit feierten, die Edelmetalle zu künstlich niedrigen Preisen kaufen zu können.

Wie dem auch sei, die Massenmedien hatten die Vorwürfe jedoch immer ignoriert und einfach so getan, als sei nichts passiert.

Das änderte sich jedoch schlagartig, als ein erfahrener Edelmetallhändler namens Andrew McGuire die US-Aufsicht für Termin- und Optionsscheinhandel, CFTC, warnte, dass durch verschiedene Megabanken unmittelbar Marktmanipulationen bevorstünden. Die CFTC ignorierte McGuire, die Marktmanipulationen traten genauso ein, wie sie beschrieben wurden, und die Silber-Manipulanten machten, was sie immer taten – sie bereicherten sich massiv an ahnungslosen Investoren.

Im Oktober vergangenen Jahres verkündete Bart Chilton von der CFTC, dass man nun den Silbermarkt untersuchen würde. Er erklärte, der Silbermarkt sei „wiederholten Versuchen der Einflussnahme auf die Preise ausgesetzt“ gewesen.

Es schien so, als wären die Manipulationen aufgedeckt worden. Im November 2010 wurde die Öffentlichkeit dann auf diese Sachverhalte aufmerksam, als Journalisten wie Max Keiser damit begannen, die Massen über die Manipulationsmachenschaften der Megabanken zu informieren.

Auf dieselbe Art, wie die Banken bereits die Verantwortung für die Finanzkrise von sich schoben, waren sie bisher auch bezüglich der Manipulation der Silberpreis in der Lage gewesen, sich vor der Verantwortung zu drücken.

Als Geste des Entgegenkommens reduzierten einige Banken ihre Short-Positionen und schlossen ihre Büros für den Silber-Eigenhandel. Nichtsdestotrotz halten sie immer noch riesige manipulative Positionen im Silbermarkt, was gegen die CFTC-Regularien verstößt. Die CFTC ist aber der Meinung, hiergegen nichts unternehmen zu müssen.

Die Angelegenheit ist nun jedoch aktenkundig. Die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit hat die Investorennachfrage nur noch mehr angeheizt und die schrittweisen Enthüllungen über die Manipulationsmachenschaften haben dafür gesorgt, dass die Banken ihre Short-Positionen verringerten, wodurch auch ihre Fähigkeit der Preismanipulation eingeschränkt wurde. Das ist auch der Grund, warum der Silberpreis anstieg.

Der Preisausbruch bei Silber setzte ein, als die Investoren begriffen, dass die „Verschwörungstheoretiker“ mit ihren Vorwürfen völlig richtig lagen.

Bedauerlicherweise halten die Manipulationen aber weiter an. Dieselben Megabanken halten immer noch riesige Papiersilberpositionen – die Schließung ihrer Büros für Silber-Eigenhandel hält sie schlichtweg nicht davon ab, ihre Machenschaften einfach ins Ausland zu verlagern.

Die ganze Sache wird erst dann erledigt sein, wenn die Megabanken zusammengebrochen und die Manipulationsmachenschaften vollständig aufgedeckt worden sind.

Es steht außer Frage, in welche Richtung der Zyklus geht. Man kann versuchen dies zu bekämpfen und dabei zerschmettert werden, oder man agiert opportunistisch, folgt dem Trend und zieht Vorteile daraus, solange die Situation noch günstig ist.

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