Niedergang des US-Geldsystems treibt Goldpreis in die Höhe

Jede Generation muss die guten Ideen und Konzepte aufs Neue verinnerlichen. Dieser Prozess wird dieses Mal schmerzhaft und langwierig sein und die Sparer ein Vermögen kosten

Ed Bugos, Dollar Vigilante, 21.03.2011

Die Geschehnisse der letzten paar Tage konzentrierten sich auf Libyen und Japan – zumindest die Ereignisse, von denen eine Kettenreaktion ausgeht. Wir sahen, wie die Bank of Japan die Gelddruckmaschine anwarf, was die EZB dazu veranlassen könnte, nun doch nicht eine so stringente Geldpolitik zu betreiben, wie sie vorhatte, und auch bei der Federal Reserve zur Folge haben dürfte, dass die zweite Runde der quantitativen Lockerung nicht vorzeitig beendet wird.

Die Märkte dürften daher aller Vorausschau nach weiter beflügelt werden. Dies könnte Gold auf USD 1.600 pro Feinunze schicken, bevor wir eine Korrektur sehen – also die Korrektur, die vor ein paar Wochen vorzeitig endete.

Die Tragödie in Japan ist natürlich kein Grund an sich, Gold zu kaufen. Aus Sicht der Japaner ist es so, dass der Goldpreis relativ zu den eigenen Yen-Beständen im Preis gefallen ist. Hätte die Bank of Japan davon abgesehen, infolge der Ereignisse noch mehr Geld zu drucken, gäbe es für Japaner sogar noch weniger Gründe, Gold zu kaufen.

Diese Reaktion unterstreicht jedoch einen wichtigen Sachverhalt. Wir wissen, dass die Erhöhung der Geldmenge weder eine Vermögensschaffung zur Folge hat, noch zu realem Wachstum führt. Das ist auch der Grund dafür, warum Gold im letzten Jahrzehnt mit seinem Aufstieg begann, da – wie ich bereits in der Vergangenheit anmerkte – jeder darauf achtet, wie die Regierung mit ihren Problemen fertig wird.

Die Regierung kann die Probleme jedoch nur auf zwei Arten „lösen“: Entweder druckt sie Geld oder Ihnen werden zusätzliche Steuern auferlegt. Und wenn sie Ihnen zusätzliche Steuern auferlegt, wird sie nicht wiedergewählt. Deswegen entscheidet man sich immer für das Gelddrucken. Es lebe die Demokratie!

Es gibt noch eine andere Lösung: Das System der freien Marktwirtschaft ist in der Lage, wundervolle Dinge zu vollbringen. In den 50 Jahren, die auf den Zweiten Weltkrieg folgten, gelang es dem freien Markt nicht nur, Japan und Westdeutschland wiederaufzubauen, sondern er sorgte auch dafür, dass diese beiden Länder nach den USA zu den weltweit führenden Wirtschaftsmotoren wurden. In Gegenden wie in Ostdeutschland, wo staatliche Planungsgruppen aktiv waren, gab es im Vergleich dazu natürlich deutliche Unterschiede.

Aber die Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass so etwas möglich ist, besonders dann, wenn die Regierung nicht daran beteiligt ist.

Henry Hazlitt schrieb einmal, dass die guten Konzepte und Ideen von jeder Generation wieder neu verinnerlicht werden müssen. Unsere Generation befindet sich gegenwärtig ebenfalls in einem Lernprozess. Dieser Lernprozess wird sehr schmerzhaft und auch sehr langwierig sein, was mit den staatlichen Indoktrinierungscamps – Verzeihung! – dem Schulsystem zusammenhängt.

Das ist der Grund dafür, warum der Goldpreis weiter steigen wird. Eines Tages wird sich alles verändern, oder zumindest ist das meine Hoffnung. Die Menschen werden begreifen, dass Vermögen durch die Gelddruckerei lediglich von einem Bereich in einen anderen verlagert wird. Noch schlimmer: Durch die Gelddruckerei wird gleichzeitig auch der Prozess der Vermögensschaffung besteuert. In den späten 70er Jahren hatte man das begriffen. Fragen Sie Ron Paul, er war dabei.

Die US-Bürger wählten dann Reagan zum US-Präsidenten. Großbritannien brachte Thatcher an die Macht. Die Öffentlichkeit war der überbordenden Regierung, der Inflation und der Steuern überdrüssig. Ron Paul kam in einen Ausschuss, der Untersuchungen dazu anstellte, inwiefern eine Rückkehr zum Goldstandard möglich sei. Man erreichte aber nicht, was man sich vorgenommen hatte, weshalb wir heute wieder vor demselben Problem stehen.

Der Punkt ist jedoch, dass es sich dabei nicht bloß um eine Modeerscheinung handelte. Es war eine Reaktion auf die Inflation, die zu jener Zeit im zweistelligen Prozentbereich lag. Die aktuelle Generation muss diese Entwicklung auch erst durchmachen, bevor sie ihre Lektion gelernt haben wird.

Im Hinblick auf Japan ist es so, dass umso stärker die Ereignisse vor Ort eine Ausweitung der japanischen Geldmenge zur Folge haben, desto weitreichender werden auch die Auswirkungen der japanischen Tragödie auf die Goldpreisentwicklung sein.

Das Verständnis der Menschen bezüglich der wirtschaftlichen Zusammenhänge hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert, ganz im Gegenteil, es hat sich sogar substantiell verschlechtert. Heutzutage wird in den staatlichen Schulen kaum noch etwas über Geld gelehrt, und selbst die an den Universitäten vermittelte Wirtschaftslehre ist mehr Betrug, als dass sie auf Tatsachen basieren würde, was wahrscheinlich sogar Absicht ist.

Im Nahen Osten ist die Sache ein wenig komplexer. Ich habe diesbezüglich gemischte Gefühle, da ich weiß, dass sich ein Großteil der Motivation des Westens, in dieser Region aktiv zu sein, dadurch begründet, dass den sunnitischen Muslimen stets von den USA und Großbritannien geholfen wird, um sie vor der Kontrolle des Irans zu bewahren und die zahlreichen „Königreiche“ vor ihren schiitischen Mehrheiten zu schützen. Darüberhinaus gibt es aktuell eine Vielzahl an möglichen Gründen für Unruhen in dieser Region, wozu auch die Rückzugspläne des Westens gehören, die ja eigentlich wieder abziehen wollen.

Ich rechne jedoch nicht damit, dass das alles reibungslos vonstatten gehen wird. Die aktuellen Ereignisse könnten sogar zu einem Krieg in dieser Region führen, was die kriegstreiberische Fraktion in den USA gerne als Rechtfertigung nutzen würde, um die US-Truppen vor Ort zu belassen.

Ich schreibe wirklich nur ungern über dieses Thema, da es sich bei dem militärischen Schachbrett um einen skrupellosen Bereich handelt und ich nicht über genügend Kenntnisse bezüglich der einzelnen Zusammenhänge verfüge.

Am Ende ist es jedoch Teil ein und desselben Problems: Gäbe es in der Welt einen Goldstandard, könnten sich die Regierungen die Kriege, die heute aufrechterhalten werden, überhaupt nicht leisten. Es stünde dann außer Frage, dass der Westen aus dem Nahen Osten abziehen muss, da die Kriege unbezahlbar wären.

Wenn die US-Regierung nicht nach Gutdünken Papiergeld drucken könnte, wäre sie genötigt, den US-Bürgern zu erklären, dass die Steuern alleine in 2011 um USD 20.000 pro Kopf erhöht werden müssten, um die anhaltenden Interventionen im Nahen Osten im Namen der Demokratie zu finanzieren. In diesem Falle gäbe es mit Sicherheit viel weniger „Kriegseuphorie“.

Ohne die Fähigkeit, Geld drucken zu können, gäbe es auch keinen militärisch-industriellen Komplex. Die Unruhen im Nahen Osten sind meines Erachtens also ein Symptom einer Gesamtsituation, die den Goldpreis noch bedeutend in die Höhe treiben wird. Das Geldsystem, mit dem das US-Imperium im 20. Jahrhundert aufgebaut wurde, fällt gerade zusammen. Es ist das Ende des Geldsystems, wie wir es kennen, und ich habe kein Problem damit.

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