James Turk: Hyperinflation voraus – Gold schießt durch die Decke!

Der Goldpreis steigt „hyperbolisch“ und dürfte in nächster Zeit durch die Decke schießen. Den US-Dollar, den Euro, das Britische Pfund, ja selbst den angeblich so sicheren Schweizer Franken können Sie schon bald als Grillanzünder verwenden

James Turk, FGMR.com, 28.03.2011

Ich bin kein Mathematiker, aber Kenner der Materie haben mir den Unterschied zwischen einer Parabel und einer Hyperbel erklärt. Machen wir´s kurz, und kommen auf den Punkt: Ein hyperbolischer Preisanstieg erfolgt bedeutend schneller als ein parabolischer. Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, da der Goldpreis in den letzten Jahren mit einer hyperbolischen Zuwachsrate stieg, was durch die nachfolgende Grafik veranschaulicht wird:

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Bei der oben stehenden Grafik wurde eine logarithmische Skalierung verwendet, so dass beispielsweise der Abstand zwischen USD 250 und USD 500 genauso groß ist, wie der zwischen USD 750 und USD 1.500. Eine Grafik mit arithmetischer Skalierung stellt die prozentualen Veränderungen nicht akkurat dar, wohingegen diese bei einer logarithmischen Skalierung perfekt dargestellt werden. Das ist wichtig, denn verteuert sich ein Vermögenswert, den Sie besitzen, ist es ja schließlich der prozentuale Zugewinn, aus dem sich dann auch Ihre relativen Vermögenszuwächse ergeben.

Mit anderen Worten: Wenn sich der von Ihnen gehaltene Vermögenswert im Preis von USD 2 auf USD 4 verdoppelt, handelt es sich dabei um denselben prozentualen Zugewinn, wie bei einer Verdopplung von USD 10 auf USD 20, obwohl die absoluten Beträge völlig verschiedenen sein können, die davon abhängen, wie viel sie von diesem Vermögenswert halten.

Während der Jahre 2000 bis 2006 befand sich der Goldpreis in einem linearen Aufwärtskanal, der in der Grafik durch die grünen parallel zueinander verlaufenden Linien veranschaulicht wird. Danach veränderte sich das Muster der Goldpreisentwicklung in etwas, das wie eine Parabel aussieht, in Wirklichkeit jedoch eine Hyperbel ist, da die oben stehende Grafik mit einer logarithmischen Skalierung erstellt wurde.

Diese Beobachtung bedeutet, dass der Goldpreis mit zunehmender Geschwindigkeit steigt. Meiner Meinung nach gibt es bezüglich dieser Grafik nur eine logische Schlussfolgerung: Angesichts der Tatsache, dass Gold der weltweite Wertmaßstab schlechthin ist – da es sich bei Gold um Geld handelt – verliert das andere ebenfalls in der Grafik erfasste sogenannte „Geld“, namentlich der US-Dollar, mit zunehmender Geschwindigkeit an Kaufkraft.

Mit anderen Worten: Wir nähern uns immer schneller der Hyperinflation des US-Dollar. Die oben aufgeführte Grafik verweist darüberhinaus auf die Tatsache, dass dieser Prozess sogar schon eingesetzt hat. Die Hyperinflation des Dollars wird sich auch noch verschlimmern, sollte Gold weiterhin den hyperbolischen Trendkanal nach oben klettern.

Und als wäre das nicht alles bereits beängstigend genug: Wenn wir uns die nachfolgenden Grafiken anschauen, dann erkennen wir, dass Gold gegenüber dem Britischen Pfund, dem Euro und der angeblich sicheren Währungsalternative, dem Schweizer Franken, dieselben Merkmale der Preisentwicklung aufweist, wie sie auch beim US-Dollar beobachtet werden können. Gold steigt gegen all diese Währungen mit hyperbolischer Rate, was nahelegt, dass sich diese genauso wie der US-Dollar auf dem Weg in die Hyperinflation befinden.

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Es ist logisch, dass die anderen Währungen gemeinsam mit dem US-Dollar hyperinflationieren, wenn man bedenkt, dass:

1. diese Währungen durch die Weltreservewährung, d. h. den US-Dollar, gedeckt sind, und
2. die diese Währungen verwaltenden Zentralbanken genauso „drucken“ wie die US-Notenbank Federal Reserve.

Angesichts der Tatsache, dass die oben stehenden Grafiken nur die Wochenpreise für Gold ausweisen und sich die abgebildete Kursentwicklung über einen Zeitraum von vielen Jahren erstreckt, ist es natürlich nicht möglich, genau vorherzusagen, ob der finale Ausbruch der Hyperinflation morgen, diese Woche oder nächsten Monat einsetzt. Was sich jedoch aus dem hyperbolischen Anstieg des Goldpreises schließen lässt, ist, dass sich diese Währung in Richtung Hyperinflation aufgemacht haben.

Die niemals enden wollenden Emissionen neuer Schulden der US-Regierung werden durch die Federal Reserve begünstigt, die eine Politik der fortwährenden „quantitativen Lockerung“ betreibt, was nichts anderes heißt, als dass der US-Dollar gerade zerstört wird. Die Kaufkraft des US-Dollars wird zunehmend vernichtet, da die FED zu viele Schulden der US-Regierung in Dollar-Währung umwandelt, was die Menschen wiederum dazu veranlasst, in Gold als sicheren Hafen zu gehen.

Anhand der Grafiken ist auch ersichtlich, dass der Niedergang des US-Dollars kein isolierter Vorgang ist. Die anderen Nationalwährungen werden ebenfalls zerstört, da ihre Kaufkraft aufgrund der schädlichen geldpolitischen Maßnahmen ihrer Zentralbanken immer weiter abnimmt. Und deshalb verhält es sich genauso, wie man erwarten würde: Der Goldpreis reagiert auf diese Entwicklungen, indem er gegenüber all diesen Währungen im Preis zulegt.

Der hyperbolische Kursverlauf von Gold deutet darauf hin, dass die Hyperinflation des US-Dollars und dieser anderen Währungen schon recht bald bevorsteht.

Darüberhinaus zeichnen die Grafiken ein extrem positives Bild im Hinblick auf die künftige Goldpreisentwicklung. Es scheint, als stünde der Goldpreis nun kurz davor abzuheben, wodurch er das Preisniveau der vergangenen Monate verlassen würde, ein Preisniveau, bei dem es sich um eine Seitwärtsbewegung handelt, durch welche die riesigen Zugewinne konsolidiert wurden, die Gold seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 verzeichnet hat.

Mit anderen Worten: Stellen Sie sich darauf ein, dass Gold durch die Stratosphäre schießt und die Hyperinflation einsetzt.

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