Jim Sinclair: Das Finanzsystem ist am Ende – Rechnen Sie mit massiven Versorgungsausfällen

Rechnen Sie mit massiven Versorgungsausfällen bei Waren und Dienstleistungen, besonders im Energiesektor. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Sie wissen immerhin mehr als 99% aller anderen Investoren

Jim Sinclair, Jsmineset.com, 07.04.2011

Das System ist gescheitert. Es scheiterte an dem Tag, als Lehman Brothers in der Versenkung verschwand.

Aktuell wird die Finanzwelt durch ein Meer aus Liquidität geflutet, was dafür sorgt, dass die darniederliegenden Überbleibsel des zusammengebrochenen westlichen Finanzsystems nicht offensichtlich zutage treten.

Es wird in Zukunft keinen weiteren Zusammenbruch mehr geben. Was stattdessen passieren wird, ist, dass die Massen der Tatsache gewahr werden, dass das System unter all diesen Liquiditätsfluten nicht mehr länger funktionieren kann. Uns steht hier ein massiver Einbruch des Vertrauens bevor. Das muss man verinnerlichen, und man muss begreifen, dass es noch einen weiteren Schritt gibt, der zu ergreifen ist.

Wenn man über den größten Berg an Gold und Silber verfügen würde, aber über diesen entscheidenden weiteren Schritt nicht nachdenkt und keine entsprechenden Maßnahmen ergreift, könnte man durchaus als moderner Midas enden.

So gibt es noch mehr Versicherungen, als nur Versicherungen finanzieller Natur. Es wird zu einer Verknappung von Waren und Dienstleistungen kommen. Die durch Währungsinflation verursachten Kosten werden zu Verwerfungen führen, und die Lieferketten müssen dann Mittel und Wege finden, um diese Entwicklungen zu kompensieren.

Aufgrund der von der Öffentlichkeit kaum wirklich verstandenen, die Welt jedoch maßgeblich beeinflussenden Veränderungen, die gerade im Nahen Osten stattfinden, kommt es nun zu einer massiven Verschärfung der Auswirkungen des sogenannten „Ölfördermaximums“.

Die öffentliche Energieversorgung, die heute noch als grundlegendes Menschenrecht erachtet wird, dürfte sich künftig als Privileg herausstellen. Die Erwartungshaltung, dass man fortwährend mit Energie versorgt wird, wird sich als leeres Versprechen erweisen.

Falls Sie nicht wissen sollten, wie es ist, im Indien oder im Afrika der 80er Jahre zu leben, dann haben Sie auch keine Vorstellung davon, wie es sich in der westlichen Welt leben wird, wenn die langfristigen durch Währungsverfall verursachten Kosten die Inflation in die Höhe treiben.

Die Fähigkeit, autark zu sein und sich selber versorgen zu können, wird genauso wichtig werden, wie seine Vermögensbestände in Gold zu halten. Wenn man einen riesigen Berg an Gold hat und trotzdem vollständig auf die Infrastruktur des westlichen Systems angewiesen ist, begeht man einen riesigen Fehler.

In diesem Falle würde man zwar über eine Menge an Kapital verfügen, aber die Waren und Dienstleistungen, die man damit kaufen könnte, blieben aus. Man wäre zwar in der Lage, sich eine Menge Dinge zu leisten, aber vieles wird in Zukunft entweder kaum zu haben oder illegal sein.

Über die gegenwärtig stattfindenden Entwicklungen wissen Sie mehr als 99% aller Investoren.

Sie gehören zu dem einen Prozent der Investoren, die sich darüber im Klaren sind, dass das SYSTEM BEREITS ZUSAMMENGEBROCHEN IST. Sie gehören zu dem einen Prozent, das in der Minute, als Lehman Brothers in der Versenkung verschwand, bereits wusste, dass das System zusammenbrach.

Sie gehören zu dem einen Prozent, das nicht darauf aus ist, in Zukunft zu scheitern, und sich im Klaren darüber ist, dass sich unter der Flut aus Liquidität überhaupt kein System mehr befindet.

Sie gehören zu dem einen Prozent, das sich mit dem Konzept der durch Währungsinflation verursachten Kostensteigerungen bereits auseinandergesetzt hat, und Sie gehören zu dem einen Prozent, das in der Lage ist, die künftige Entwicklung zu antizipieren.

Bitte gehören Sie auch zu dem einen Prozent, das sich nicht durch die Gewinne verführen lässt und es versäumt, den letzten Schritt zu ergreifen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

Im oben stehenden Bild sehen Sie ein Foto eines meiner zwei 20 Kilowatt-Generatoren meiner Sunnyfield Farm. Es handelt sich dabei um einen Schiffsdieselmotor. Der Generator verfügt über ein spezielles Filtersystem, das so designt worden ist, dass der Motor auch mit minderwertigem Heizöl läuft. Die vorrätige Mindestreserve beläuft sich immer auf 14.000 Gallonen (über 50.000 Liter) Diesel, Heizöl und Benzin.

Das ist die beste kurzfristige Lösung für die vorhersagbaren Ausfälle bei fossilen Brennstoffen zur Stromherstellung. Die langfristige Lösung sind Windkraft, Speicherbatterien sowie ein Konverter. Ich hoffe, dass Ihnen dies als eine Anregung dient, auf der Sie aufbauen können.

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