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Finanz-Crash in Griechenland – Der Kanarienvogel in der Kohlemine

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Wenn Griechenland in den Staatsbankrott abrutscht, gehen besser alle in Deckung. Die Schockwellen einer Pleite Griechenlands dürften auf dem ganzen Planeten zu spüren sein. Und die nächsten Zeitbomben der Eurozone ticken bereits, wenn aktuell auch nur im Hintergrund

Michael Snyder, The Economic Collapse, 21.06.2011

Die restliche Welt sollte besser sehr aufmerksam verfolgen, was sich gerade in Griechenland abspielt. Genau das kann passieren, wenn die Regierungsschulden völlig außer Kontrolle geraten. Wenn erst einmal offenkundig ist, dass ein Land seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann, dann kann der Finanzzusammenbruch jederzeit und ganz plötzlich eintreten, während das Land damit beginnt, seine Souveränität an diejenigen zu verlieren, an die es sich bezüglich weiterer Finanzhilfen wenden muss.

Ist der Finanzzusammenbruch Griechenlands für die Weltwirtschaft also „der Kanarienvogel in der Kohlemine“?

Am Montag haben die EU-Finanzminister der griechischen Regierung zwei Wochen Zeit eingeräumt, um eine weitere brutale Runde an Austeritätsmaßnahmen zu beschließen. Sollten die Austeritätsmaßnahmen nicht in Kraft treten, wird man die nächste Tranche der Rettungsgelder in Höhe von EUR 12 Milliarden zurückhalten. Wenn das passiert, geht besser der ganze Planet in Deckung, weil es von da an mit Sicherheit richtig verrückt werden wird.

Die Frist läuft also am 03.07.2011 ab. Im Grunde hält die EU der griechischen Regierung gerade die Pistole an den Kopf. Ohne die Rettungsgelder ist Griechenland pleite, im gesamten Land würde dann wirtschaftlich die Hölle ausbrechen.

Wir sollten uns auch noch einmal vergegenwärtigen, dass dies nicht das einzige Rettungspaket für die Griechen ist, das gegenwärtig Schlagzeilen macht. Vergangenes Jahr hatten die EU und der Internationale Währungsfonds ein Rettungspaket von über EUR 110 Milliarden beschlossen. Die aktuelle Tranche von EUR 12 Milliarden ist Teil dieses Pakets.

Doch bedauerlicherweise hat sich mittlerweile herausgestellt, dass das erste Rettungspaket bei weitem nicht ausreichend ist, weshalb man bereits über ein zweites Rettungspaket für Griechenland spricht, das genauso groß, wenn nicht gar noch größer als das erste ausfallen soll. Dadurch dürfte das griechische Volk noch stärker unter die Knute der europäischen Mächte fallen.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass weitere „Rettungspakete“ einfach nur bedeuten, dem Land noch mehr Kredite zu geben. Natürlich kann man versuchen, so zu tun, als hätten all die Schulden überhaupt keine Auswirkungen – der Tag der Abrechnung wird aber so oder so kommen, und wenn das passiert, wird es der absolute Albtraum werden.

Damit das Land die Tranche von EUR 12 Milliarden erhalten kann, verlangen die europäischen Finanzminister vom griechischen Parlament, Austeritätsmaßnahmen in Höhe von rund EUR 28 Milliarden zu beschließen. Aktuell ist noch völlig ungewiss, ob die Austeritätsmaßnahmen verabschiedet werden. Der Druck auf die griechische Regierung, dieses Gesetz durchzupeitschen, ist jedenfalls enorm.

Zu den Austeritätsmaßnahmen gehören Steuererhöhungen, Haushaltseinsparungen und ein „weitreichendes Privatisierungsprogramm“.

Das ist genau das, was normalerweise Dritte Welt Ländern widerfährt, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Schulden zu bedienen. In einem solchen Fall reiten Organisationen wie der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank ein und beharren darauf, dass man die Menschen stärker besteuern, die Ausgaben reduzieren und den Staatsbesitz an große Konzerne verkaufen müsse.

Anhand der wilden Proteste, die in Griechenland bisher bereits stattgefunden haben, kann man ganz klar sehen, dass ein bedeutender Teil des griechischen Volks über all die Austeritätsmaßnahmen nicht besonders glücklich ist. Aber bedauerlicherweise können die EU und der IWF bedeutend mehr Druck auf die griechische Regierung ausüben als das griechische Volk.

Der griechische Premierminister George Papandreou warnte die Griechen jüngst davor, was passieren würde, sollte die griechische Schuldenkrise ein böses Ende nehmen: „Ein brachialer Bankrott oder ein Ausstieg aus dem Euro hätte für die Haushalte, die Banken und die Glaubwürdigkeit des Landes umgehend katastrophale Auswirkungen zur Folge.“

Doch der Staatsbankrott wäre nicht nur für Griechenland ein Desaster, sondern könnte sich wohlmöglich für die gesamte Weltwirtschaft als totale Katastrophe erweisen.

Sung Won Sohn, ein Wirtschaftsprofessor an der California State University, erklärte jüngst bezüglich dieses Sachverhalts: „Die europäische Schuldenkrise verfügt über das Potenzial, dass ihre Folgen so massiv ausfallen wie bei der Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten.“

Und, werden die Rettungspakete das Problem nun lösen? Nein. Griechenland einfach noch mehr Kredite zu geben, bedeutet nichts weiter, als das Problem weiter zu verschleppen. Fakt ist, Griechenland ist pleite, und sollte man den Griechen nicht einen riesigen Betrag ihrer Schulden erlassen, werden sie früher oder später die Zahlungsunfähigkeit erklären müssen.

Wenn das Vertrauen in die Finanzen einer Nation schwindet, kann es ganz schnell ganz teuer werden. Aktuell liegt die Rendite für griechische Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit bei 28,6%. Jeder, der schon einmal mit seinen Kreditkartenzahlungen in Verzug geriet, weiß, wie schmerzhaft derartige Zinssätze sein können.

Aber warum kürzt die griechische Regierung dann nicht einfach die Staatsausgaben und bringt die Finanzsituation des Landes wieder in Ordnung?

Nun ja, ganz so einfach ist das nicht. Es sind ja bereits harsche Austeritätsmaßnahmen eingeleitet wurden, welche jedoch zur Folge haben, dass die Arbeitslosigkeit gerade explodiert, während man auf den Straßen den Aufstand probt. Fakt ist, dass sich die Austeritätsmaßnahmen in Griechenland heute bereits rächen. Die britische Zeitung London Guardian schreibt dazu:

„Ein Jahr an Gehalts- und Pensionskürzungen, Einschnitten bei staatlichen Zuwendungen und Steuererhöhungen rächen sich bereits; fast ein Viertel der Bevölkerung lebt nun unterhalb der Armutsgrenze und die Arbeitslosigkeit liegt mit 16% auf einem Rekordniveau, während die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge schrumpft und Ökonomen davon ausgehen, dass bereits rund 100.000 Unternehmen geschlossen wurden.“

Die griechische Wirtschaft zerfällt gerade, während Griechenland in einen Zustand fast fortwährend anhaltender Bürgerunruhen absinkt.

Die Tatsache, dass die EU und der IWF sogar noch härtere Austeritätsmaßnahmen fordern, hat in den letzten Tagen zusätzlich für wilde Proteste gesorgt. Im nachfolgenden Video können sie das Ausmaß der Gewalt sehen, das Griechenland zurzeit erschüttert:

Aber nicht alle Demonstranten sind gewalttätig. Einige zeigen ihre Unzufriedenheit auch auf friedliche Art und Weise. So haben die Arbeiter der im Staatsbesitz befindlichen Energieversorger beispielsweise einen über 48 Stunden anhaltenden Streik organisiert, der so geplant wurde, dass weite Gebiete von Stromausfällen betroffen sind.

Richtig beängstigend ist die Tatsache, dass Griechenland nicht alleine dasteht. Auch Irland hat ein Rettungspaket erhalten und dürfte aller Vorausschau nach irgendwann ein zweites benötigen. Portugal ist ein finanziell hoffnungsloser Fall und wird wohlmöglich als nächstes Land einer erneuten Rettung bedürfen.

Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist ein absoluter Albtraum. Wenn die Weltwirtschaft weiterhin stabil bleibt, kann Spanien vielleicht noch irgendwie an einem Rettungspaket vorbeischrammen, doch sollten die Dominos erst einmal zu fallen beginnen, könnte Spanien ganz schnell jede Menge Schwierigkeiten bekommen.

Und über Italien sprechen die wenigsten. Fakt ist, dass Italien ein riesiges Schuldenproblem hat. Am Freitag vergangener Woche warnte die Ratingagentur Moody´s, dass die Bonitätsnote Italiens innerhalb der nächsten 90 Tage auf Aa2 heruntergestuft werden könnte.

Belgien und Frankreich haben ebenfalls riesige Schuldenprobleme. Obwohl die beiden Länder höchstwahrscheinlich nicht die ersten Dominosteine sind, die kippen, werden sie mit Sicherheit riesige Probleme bekommen, sollte sich die „Ansteckung“ erst einmal ihren Weg bahnen.

Die Wahrheit ist, dass das gesamte europäische Finanzsystem aktuell extrem anfällig ist. Die großen europäischen Banken – besonders die deutschen – arbeiten bis zum Anschlag mit Fremdkapital. Eine leichte Brise ist alles, was es noch braucht, damit es diese Banken umhaut.

Als Lehman Brothers zusammenbrach, arbeitete die Bank mit einer Fremdkapitalfinanzierung von 31:1. Die Deutschen Banken arbeiten aktuell mit einem Hebel von 32:1 und halten darüberhinaus enorme Mengen an griechischen Staatsschulden.

Und das ist genau der Grund, warum die Angst so groß ist, dass die Krise Griechenlands auf den Rest von Europa überspringen und einen Domino-Effekt auslösen könnte.

Die Staatsschuldenkrise in Europa ist aber nicht über Nacht entstanden und sie wird uns mit Sicherheit noch lange Zeit erhalten bleiben, selbst wenn die Weltwirtschaft weiterhin relativ stabil bleiben sollte.

Und das Beste, was den EU-Vertretern aktuell einzufallen scheint, ist, die ganze Sache so lange als möglich zu verschleppen. Mohamed El-Erian von Pimco erklärte am Montag gegenüber CNBC:

„Diese Problem wird nicht verschwinden. Es wird die Märkte hier belasten und wir werden immer wieder genau dieselben Schlagzeilen zu lesen bekommen. Wir können ganz einfach nicht weitermachen wie bisher, da wir in Griechenland gerade das Ende der Fahnenstange erreichen.“

Und, werden die USA einspringen und Hilfe leisten, wenn die Probleme in Europa immer größer werden? Natürlich. Sollte die Krise in Europa immer schlimmer werden, wird die US-Notenbank Federal Reserve höchstwahrscheinlich auch einspringen, genauso wie sie es 2008 getan hat.

Doch die USA rasen selbst gerade ihrem Tag der Abrechnung entgegen, so wie es auch bei Griechenland der Fall ist. Die US-Regierung hat den größten Schuldenberg in der Geschichte der Menschheit angehäuft, während das Vertrauen in den US-Dollar zusehends verpufft.

Jahr für Jahr wird die Wirtschaftskrise in den USA immer schlimmer. Natürlich kann die Federal Reserve riesige Mengen an neuem Geld drucken und es nach Europa schicken, langfristig wird das jedoch keines der Probleme lösen. Fakt ist, die USA sind noch nicht einmal in der Lage zu verhindern, dass sie selber absaufen.

Das Weltfinanzsystem ist heute noch anfälliger als in 2008. Die nächste Welle des Finanzzusammenbruchs wird irgendwann einschlagen, und wenn das passiert, werden die Auswirkungen wahrscheinlich noch massiver ausfallen als bei der letzten Welle.

Unsere Welt verwandelt sich in einen zunehmend instabileren Ort, und Sie sollten sich besser darauf einstellen.

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